Nachhaltige Periode: Alternativen zu Tampons, Binden und Co

Nachhaltige Periode: Alternativen zu Tampons, Binden und Co

Viele Frauen benutzen Tampons und Binden, wenn sie ihre Periode haben. Doch tatsächlich gibt es eine Reihe guter Gründe, insbesondere auf Tampons zu verzichten. Einer davon ist die Nachhaltigkeit. Nicht nur werden Tampons oft unter Einsatz schädlicher Chemikalien gebleicht – über die Jahre verursachen Einwegartikel auch Unmengen an Müll. Mittlerweile gibt es eine Reihe umwelt- und gesundheitsfreundlicherer Alternativen, die besser geeignet sind, gut durch die Menstruationstage zu kommen.

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Im Laufe ihres Lebens benutzt eine Frau etwa 17.000 Binden oder Tampons. Letztere sind allerdings aus gesundheitlicher Sicht nicht unbedenklich. Immerhin muss man im Kopf behalten, dass der Vaginalbereich eine besonders empfindliche Zone des weiblichen Körpers darstellt. Normalerweise enthält die Vagina eine Reihe verschiedener Bakterienstämme und Hefen, die unter anderem den pH-Wert des Vaginalsekrets im Gleichgewicht halten. Führt man nun einen Tampon in diesen äußerst sensiblen Bereich ein, kann es passieren, dass das natürliche Gleichgewicht gestört wird. Außerdem kann das Menstruationsblut nicht mehr ungehindert abfließen. Dies begünstigt nicht nur schmerzhafte Menstruationsbeschwerden, es führt auch dazu, dass das Menstruationsblut länger als gewöhnlich in der Vagina verbleibt.

Dies wiederum führt zur vermehrten Entstehung bestimmter Bakterien, die das vaginale Gleichgewicht durcheinanderbringen können. Zudem passiert es bei herkömmlichen Tampons häufig, dass nach dem Entfernen Fasern im Inneren der Vagina zurückbleiben. Einige Inhaltsstoffe stellen aber ein gesundheitliches Risiko dar, wenn sie allzu lange mit dem Körper in Berührung sind. Einer dieser Stoffe ist Dioxin, ein Nebenprodukt des Bleichungsprozesses, welches mit der Entstehung von Krebs, Endometriose oder Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird. So gibt es also einige Argumente, die gegen die dauerhafte Verwendung von Tampons sprechen. Doch was kann man als Frau stattdessen tun, um eine nachhaltige, hygienische und entspannte Menstruation zu haben?

Periodenunterwäsche und Free Bleeding

Die natürlichste Art, mit der Periode umzugehen, ist es, auf jede Art von Menstruationsprodukten zu verzichten. Free Bleeding nennt man diesen Trend aus den USA, bei dem Frauen das Blut gewissermaßen einfach laufen lassen. Mit der Zeit soll man dann in der Lage zu sein – ähnlich wie beim Harndrang – zu spüren, wann das Blut ablaufen muss. Anhängerinnen dieses Trends meinen, dass Frauen auf diese Weise besser mit sich selbst und ihrem Körper in Kontakt kommen. Außerdem setzen sie sich für eine Enttabuisierung der weiblichen Periode ein, die im Alltag oft noch schambehaftet ist. Wem das eine Nummer zu heftig ist, der kann stattdessen auf praktische Periodenunterwäsche zurückgreifen. Auch Periodenunterwäsche bringt den Vorteil mit sich, dass man dabei darauf verzichtet, ein Produkt direkt in die Vagina einzuführen. Stattdessen kann das Blut abfließen und wird durch die integrierte Einlage aufgefangen. Mittlerweile ist Periodenunterwäsche optisch kaum noch von herkömmlicher Unterwäsche zu unterscheiden – und außerdem äußerst nachhaltig: Nach jedem Gebrauch kann sie einfach in der Maschine gewaschen und wiederverwendet werden.

Menstruationstassen

Menstruationstassen sind bereits seit einiger Zeit als praktische Alternative zu Tampons erhältlich. Waren sie noch vor einigen Jahren eher ein Nischenprodukt, kann man sie mittlerweile in jeder Drogerie kaufen. Es handelt sich dabei um eine Art Becher aus Silikon, der in die Vagina eingeführt wird. Indem man die Menstruationstasse anschließend hin und her bewegt, kann sie sich entfalten und wird durch die Beckenbodenmuskulatur festgehalten. Dabei entsteht ein Vakuum, welches dafür sorgt, dass die Tasse nicht ausläuft oder verrutscht. Im Gegensatz zu Tampons wird das Menstruationsblut nicht aufgesaugt. Stattdessen kann es frei fließen und wird durch die Tasse aufgefangen, die man anschließend ein- bis zweimal pro Tag ausleert. Da das Menstruationsblut außerdem nicht mit Sauerstoff in Verbindung kommt, entstehen keinerlei Gerüche. Selbst Frauen, die eine starke Regelblutung haben, können mehrere Stunden lang unterwegs sein, ohne die Tasse ausleeren zu müssen. Ist die Periode vorbei, wird die Menstruationstasse einfach ausgekocht. So kann sie über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren verwendet werden.

Stoffbinden

Im Gegensatz zu Wegwerfbinden, die nur ein einziges Mal benutzt werden können, sind Stoffbinden eine umweltschonende Alternative. Die meisten Modelle sind aus Bio-Baumwolle gefertigt, was ein weiches und angenehmes Tragegefühl ermöglicht. Die Stoffbinden funktionieren genauso wie herkömmliche Produkte – sie werden in die Unterwäsche gelegt und saugen dort das Menstruationsblut auf. Viele Anbieter verkaufen fertige Sets für den gesamten Zyklus. Nach dem Gebrauch werden die Stoffbinden mit kaltem Wasser ausgespült und in der Waschmaschine bei 60 Grad gereinigt. Wie Unterwäsche und andere Kleidungsstücke kann man sie mehrere Jahre lang tragen und immer wieder verwenden.
 

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