Blaues Glück: Darum ist Wasser so wichtig für Körper und Seele

Hier kommen wir zur Ruhe, tanken Kraft, können einfach mal sein

Dieses sanfte Plätschern, diese intensive Farbe, der Geruch von Frische und Freiheit. Egal, ob Meer, See oder Fluss: Wenn wir von Gewässern umgeben sind, kommen wir zur Ruhe, sind ganz im Hier und Jetzt.

Der Philosoph Alan Watts schrieb einmal: „Du bist nicht in diese Welt gekommen. Du bist aus ihr herausgekommen – wie eine Welle aus dem Ozean. Du bist kein Fremder hier.“ Vielleicht liegt es an dieser Ur-Verbundenheit, die wir immer noch in uns tragen. Der Faszination von Wasser kann sich jedenfalls kaum einer von uns entziehen. Und manchmal spüren wir sogar eine Art magische Verzauberung, wenn wir am Meer spazieren gehen, Flusslandschaften entlangpaddeln oder am See einen Sonnenuntergang beobachten. Aus gutem Grund.

Die Verbindung von Gehirn und Ozean

Wir spüren und wissen ganz intuitiv: Am Wasser können wir entspannen, neue Kraft tanken, die Gedanken fließen und uns von der Natur inspirieren lassen. Der Meeresbiologe Wallace J. Nichols nennt diese tiefe Verbindung von Mensch und Wasser „Blue Mind“. Der Begriff steht dabei für einen sanften meditativen Zustand, der von Gelassenheit, Stille, Einheit und einem Gefühl von allgemeinem Glück und Zufriedenheit geprägt ist. Nichols hat zahlreiche Studien ausgewertet und herausgefunden, weshalb wir auf Wasser so positiv reagieren. Seinen Forschungsergebnissen nach liegt es an neurologischen Mustern und Vorlieben im Gehirn, die sich über Jahrtausende gebildet haben. Die Erde besteht zu 80 Prozent aus Wasser – unser Gehirn auch. Beide sind komplexe Gebilde, die sich im Lauf der Zeit harmonisch aufeinander abgestimmt haben. Unser limbisches System, das im Gehirn für emotionales Verhalten zuständig ist, sorgt nun für unsere Glücksgefühle, wenn wir uns in der Nähe von Wasser aufhalten.

Das Freiheitsgefühl an den Küsten

Meereslandschaften sind ein idealer Kontrast zum modernen Alltag, in dem wir uns oft eingeengt und gehetzt fühlen, in Routinen gefangen sind und unsere Umgebung kaum noch richtig wahrnehmen. Sind wir am Wasser, atmen wir frische Brandungsluft ein, beobachten Farbspiele und die Macht die Natur. Wir sehen und fühlen intensiver, leben wieder mit allen Sinnen. Unser Blick kann bis zum Horizont Wandern, wir können die Weite von Wasser und Himmel nur erahnen und spüren dadurch ein wohltuendes Freiheitsgefühl, das in uns schlummert. Gleichzeitig ist das sanfte Rauschen der Wellen entspannender als jede Meditationsmusik.  Es kommt einem ruhigen Atemrhythmus ganz nahe. Wir können mit einfallen, uns im gleichen Takt bewegen. Los geht’s …

Die Ausgelassenheit beim Kind-Sein

Wieder Kind sein und ganz unbeschwert den Moment genießen – auch das klappt am besten in einer Umgebung mit Wasser. Wenn wir uns über Flüsse und Seen hangeln, einen lustigen Arschbomben-Wettbewerb starten oder einfach mal tolle Sandburgen am Strand bauen, werden wir zu mutigen Entdeckern und können in die Rolle unserer Helden schlüpfen. Wir denken nicht länger in Grenzen, sondern sehen viele neue Möglichkeiten – ohne Angst davor, uns lächerlich zu machen. Alle viere von uns strecken und uns einfach mal fallen lassen: Wann genau haben wir das zum letzten Mal gewagt? Am Wasser wird das Leben zu einem Spiel voller Überraschungen und Freude. Das ist unglaublich befreiend. Und macht sooo glücklich.

Die Bewegung, die zur Harmonie wird

Weltweit geben Menschen Blau als ihre Lieblingsfarbe an. Kein Wunder: Das Lichtwellenspektrum der blauen Meeresfarbe wirkt beruhigend und stressmindernd, gibt zugleich aber auch neue Energie. Emotional bringen wir Blau mit Vertrauen, Zuversicht, Verlässlichkeit und Stärke in Verbindung. Schauen wir aufs Wasser, fühlen wir uns geborgen und eins mit der Welt. Wir sehen, wie alles fließt, wie alles Veränderung und Fortbewegung ist – und wie trotzdem alles logischen Mustern und geregelten Bahnen folgt. Wasser ist pralles Leben. Und Wasser ist noch mehr: pure Harmonie.

Das alles ist Wasser

Glücksbringer

Wasserflächen wirken positiv auf Körper und Seele – weil sie sportliche Aktivitäten fördern, Stress mildern und die Stimmung aufhellen. Oft reicht sogar schon der Blick auf einen See, Fluss oder das Meer, damit unser Körper zahlreich Glückshormone freisetzt. Gönnen wir uns also öfter mal eine Entspannungs- und Erholungspause an einem plätschernden Bach oder kleinen Teich in der näheren Umgebung. Tut so gut!

Therapeut

Wasser stärkt unsere Gesundheit. Studien zeigen, dass Schwimmen, Heilbäder in verschiedenen Temperaturen und andere Formen von Bewegung im Wasser zum Beispiel den Blutdruck senken, Müdigkeit verringern und Schmerzen lindern können. Gleichzeitig fühlen wir uns im erfrischenden Nass so gut wie schwerelos und können Verspannungen im Nu lösen.

Anziehungspunkt

Auf Fotos und Bildern finden wir Landschaften mit Wasserflächen besonders attraktiv – sogar unabhängig davon, ob das Wasser direkt zu sehen oder von der Umgebung her nur zu erahnen ist. Grundstücksspekulanten machen sich diesen Effekt übrigens gern zunutze: Anwesen in der Nähe von Gewässern kosten teils fast 30 Prozent mehr als gleichwertige Immobilien an anderen Stellen.

Achtsamkeit

Beim Wassersport im Freien oder auch im Schwimmbad sind wir nicht nur körperlich aktiv und tun etwas für unsere Gesundheit. Gleichzeitig treten wir in den Austausch mit dem Element Wasser, schärfen unsere Sinne und konzentrieren uns ganz auf das Hier und Jetzt. Eine echte Wohltat in unserem oft hektischen Alltag.

Motivation

Neue Untersuchungen zeigen,  dass Menschen, die höchstens fünf Kilometer vom Meer entfernt leben, sich mental und körperlich gesünder fühlen also solche, die weiter im Landesinneren wohnen. Die Ursache dafür sehen Forscher darin, dass die Küstenbewohner sich regelmäßiger am und im Wasser bewegen. Frische Luft und frisches Blau sorgen demnach außerdem dafür, dass die Motivation, aktiv zu werden und Dinge anzupacken, erheblich ansteigt.

Lichtblick

Weitere Gründe, weshalb uns das Leben an und mit Wasser so gut gefällt: Am Wasser wird das Licht stärker reflektiert als in anderen Gegenden. Dieser Effekt wirkt beruhigend auf uns. Zusätzlich wirkt das Rauschen der Wellen oder leises Plätschern entspannend. Wir haben dann das Gefühl, stärker in die Landschaft eintauchen und mit ihr wirklich eins werden zu können.