Dunkle Familien-Geheimnisse: 6 Frauen packen aus

Oft bestimmen sie unser ganzes Leben

So gut wie jede Familie hat eins, mal mehr, mal weniger schlimm. Und allen Geheimnissen ist eines gemeinsam: An sie zu rühren ist tabu. Alle ahnen etwas, aber keiner redet darüber – aus Scham oder auch aus Angst. Hier packen sechs Frauen aus.

Manche hüten ihr Familiengeheimnis ein Leben lang. Dahinter steht die Angst, dass Bindungen unwiederbringlich zerbrechen. Und oft auch große Scham. In vielen Fällen wurde vielleicht schlicht der Punkt verpasst, an dem man meint, noch ehrlich hätte sein zu können. Solche Geheimnisse hängen wie Damoklesschwerter über dem Glück, oft wäre ein offenes Wort das Beste. Doch dann gibt es noch die anderen. Die, die besser Geheimnisse bleiben. Weil ein Outing mehr der eigenen Gewissensberuhigung dienen würde – wie etwa bei einer unbedeutenden Affäre. Oder ihre Sprengkraft allzu zerstörerisch ist. Dann muss man lernen, mit dem Geheimnis zu leben – für immer.

Christiane (35): „Ich liebe meinen Bruder, aber auf die verbotene Art“

„Es hat angefangen, als wir noch Teenies waren. Mein Bruder ist drei Jahre älter als ich. Ich habe ihn gebeten, mir zu zeigen, wie man richtig küsst, da war ich zwölf. Tja – das hat er getan, und noch ein bisschen mehr. Seitdem geht das so. Ich glaube, meine Eltern wussten Bescheid. Er ist inzwischen verheiratet, ich habe keine Beziehung. Nur ihn. Das reicht mir. Ich weiß, dass es Inzest ist und verabscheuungswürdig, aber ich kann nicht anders und er auch nicht. Ich liebe ihn, er ist mir so unendlich vertraut, so nah. Wir treffen uns ein paar Mal im Monat, keiner ahnt was, Bruder und Schwester verstehen sich eben gut. Kinder will ich nicht – also hat das keine Konsequenzen."

Maren (49): „Von meiner Halbschwester wissen nur mein Vater und ich“

„Er hat mich oft mitgenommen, damit er ein Alibi hat, wenn er seine Geliebte traf. Sie hatte eine Tochter mit ihm, ich war 13, Silke war fünf. Er hat mir das feierlichste Versprechen abgenommen, nichts davon zu erzählen. Ich fand es toll, ein Geheimnis mit Papa zu haben, und ich habe mich bis heute an mein Versprechen gehalten. Die Ehe meiner Eltern ging in die Brüche, seine Beziehung auch. Keine Ahnung, wo meine Halbschwester heute ist.“

Franziska (24): „Oma ist schwere Alkoholikerin“

„Ich weiß das seit sieben Jahren. Opa ist vor zehn Jahren gestorben, das hat Oma nicht verkraftet. Meine Mutter hat es mir erzählt, weil ich gefragt habe. Meine Familie hat den Kontakt abgebrochen. Ich überlege, sie zu besuchen.“

Susanne (42): „Mein Mann ist nicht der Vater unseres mittleren Sohnes – das ist ein Kollege“

„Es ist auf einer Weihnachtsfeier passiert. Ich hatte viel zu viel getrunken und habe dann auf dem Schreibtisch mit meinem Lieblingskollegen Sebastian geschlafen. Eine einmalige Sache, für uns beide, das war ganz klar. Mit Klaus war ich seit fünf Jahren verheiratet, und wir haben uns ein zweites Kind gewünscht. Als ich schwanger wurde, haben wir beide uns total gefreut. Tim kam zur Welt, und wir waren eine glückliche kleine Familie. Aber je älter Tim wird, desto mehr sieht man die Ähnlichkeit mit Sebastian. Ich werde Klaus das nie sagen, er würde es nicht verkraften. Es spielt auch keine Rolle. Tim ist unser Sohn, basta. Auch Sebastian weiß nichts.“

Stefanie (49): „Justin denkt, Papa ist tot. Aber der ist nur abgehauen“

„Ich frage mich oft, ob ich das richtig gemacht habe. Tom hat sich von mir getrennt, da war Justin ein Jahr alt. Tom wollte kaum was mit ihm zu tun haben. Ich habe ihm dann gesagt, er soll doch einfach komplett verschwinden. Hat er auch gemacht. Justin habe ich später erzählt, Tom hätte einen töd- lichen Unfall gehabt. Ich dachte: besser gar keinen Vater als einen, der kein Interesse hat.“

Andrea (54): „Unsere Tochter ist adoptiert, weiß es aber nicht“

„Wir haben Valerie vor 20 Jahren aus einem russischen Heim geholt, sie war vier Monate alt. Ihre Mutter Prostituierte, Vater unbekannt. Für Valerie sind wir ihre Eltern. Was hätten wir alle davon, wenn sie wüsste, wo sie wirklich herkommt? Kontakt zu ihren Eltern kann sie nicht aufnehmen, es gibt keine Adresse und keinen Namen. Man würde sie doch in tiefste Unsicherheit stürzen, wenn man ihr jetzt die Wahrheit sagt.“

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