Gartenarbeit: Darum macht sie immer mehr Menschen Freude

Erste Pflanzen winterfest machen, Geräte säubern, Laub aufheben

Einfach unglaublich, wie viel Laub zusammengekommen ist! Jetzt noch die Kübelpflanzen winterfest machen und die Geräte säubern – dann ist die Gartenarbeit für heute erst einmal erledigt.

Sich der Natur wieder verbunden fühlen

Immer mehr Männer und Frauen hierzulande haben ihr grünes Herz entdeckt und halten sich mehrmals im Monat im Garten auf. Was besonders auffällt: Auch bei jungen Städtern ist das inzwischen sehr beliebt. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung: Die Natur ist ein prima Rückzugsort. Hier können wir den Alltag mit seinen Sorgen für einen Moment vergessen. Einige Städter sehnen sich sogar so sehr nach Natur, dass sie auf brachliegenden Flächen oder aber auf Hausdächern Gemüse anbauen und/oder Blumenbeete anlegen. Das wird als „urban gardening“ bezeichnet.

Welche Gründe gibt es noch?

Wer im Garten werkelt, möchte sich mit Mutter Erde wieder verbunden fühlen. Aber auch sich selbst wieder mehr spüren. Außerdem handelt es sich um eine sinnvolle Tätigkeit. Wenn alles gut wächst und gedeiht, macht das glücklich und zufrieden. Vor allem, wenn das Gemüse geerntet wird. Der Gesundheits-Effekt der Garten-Aufenthalte lässt sich sogar noch steigern! Besonders gut soll die Wirkung sein, wenn wir während der Arbeit Kontakt zu anderen Menschen haben, die wir gerne mögen. Denn diese soziale Einbindung ist zusätzlicher Labsal für die Seele.

Kranke erholen sich schneller

Frische Luft und Pflanzen tun nicht nur Gesunden gut, sondern auch Kranken. Darauf verwiesen Experten erst jüngst auf dem Kongress Garten und Medizin, der in Berlin stattfand. Ein wichtiger Effekt: Kranke, die von Bäumen, Sträuchern, Wiesen und Blumen umgeben sind, erholen sich in der Regel schneller und besser, weil es die körperlichen Abwehrkräfte stärkt. Erste Kliniken in Deutschland haben das längst erkannt, so zum Beispiel die Mittelrhein-Klinik in Boppard, die Kraichtal-Kliniken in Nordbaden sowie die Klinik Hattingen im südlichen Ruhrgebiet. Die Patienten können hier bereits durch Grünflächen flanieren.

Regelmäßig Vitamin N tanken

Gärtnern ist auch eine prima Therapie. So zum Beispiel für Patienten mit einer Depression. Das Unkrautjäten, Buddeln und Gießen soll sie schrittweise aus ihrer Passivität holen. Sie sollen das Gefühl haben, wieder gebraucht zu werden. Der amerikanische Umweltaktivist und Buchautor Richard Louv ist ebenfalls ein großer Fan der „grünen Welle“. Er rät: Erleben Sie die Natur bewusst. Bewegen Sie sich darin und tanken Sie in ihr neue Kraft. Er bezeichnet die positiven Effekte, die das mit sich bringt, als Vitamin N. N steht für Natur.