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Die 6 wichtigsten Benimmregeln im Swingerclub

Das sollten Sie beim Swingen beachten

25. November 2020

Ach, wer hätte nicht gern viel Sex? Mit der Liebsten oder mit dem Liebsten? Oder lieber unverbindlich mit vielen anderen Menschen? Für das eine gibt es die Beziehung. Und für das andere gibt es das Swingen in einem Club. Welche Regeln es für Besucher in Swingerclubs zu beachten gilt, erklärt Sexualpädagogin Anja Drews.

Seit den 1960er Jahren ist dies ein immer populärer werdender Bestandteil der sexuellen Aktivitäten in der westlichen Hemisphäre. Swingen kann man allein, zu zweit, privat auf einer Party oder auch in einem Club. Es geht um unverbindlichen, zwanglosen Sex mit Menschen, die das genauso sehen. Im Separée oder als Orgie. Erlaubt ist, was gefällt … Aber es gibt für Besucher auch Regeln für das etikettengerechte Benehmen in einem Swingerclub!

Gäste im Swingerclub – auf wen trifft man im Swinger?

Die Gäste im Swingerclub könnten wahrscheinlich unterschiedlicher nicht sein. Sie alle haben in Sachen Sex ganz verschiedene Vorlieben. Was jedoch für alle gilt, ist der Wunsch nach einem Partnertausch. Manche Gäste im Club möchten vor allem anderen Paaren beim Sex zusehen, manchen bereitet es Lust, selbst dabei beobachtet zu werden und manche Besucher bevorzugen in erster Linie Gruppensex. Im Swingerclub kann man auf so ziemlich jeden treffen. Manche Gäste kennt man vielleicht nur flüchtig, manche aber auch gut. Eine vollkommene Anonymität wird man nur ansatzweise bei entsprechenden Motto-Partys finden, die zum Beispiel das Tragen einer Maske erfordern. Man sollte also immer offen und vor allem ohne Vorurteile auf die anderen Gäste zugehen. Oftmals reicht ein kleines Gespräch mit den anderen Besuchern aus, um die Gurndlage für einen aufregenden Abend auf der Spielwiese im Club zu schaffen.

Diese Regeln gelten für Besucher in einem Swingerclub

1.    Alles kann, nichts muss

In einem Swingerclub gilt das Motto: „Alles kann, nichts muss“. Das bedeutet tatsächlich, dass man im Club alles machen kann, was man machen möchte und worauf man Lust hat, man aber nichts machen muss, was andere Paare machen möchten, wenn es einem nicht gefällt. Ein wunderbarer Bandsatz für alle Gäste, für die Frauen sowie für die Herren. Aber ich denke, der Sinn ist nachvollziehbar. Wenn also jemand kommt, der oder die uns nicht gefällt oder uns auf eine Weise berührt, die uns nicht gefällt oder nicht anmacht, dann dürfen wir das kundtun. Wenn wir nicht wollen, dass jemand zuschaut oder sich zeigt, dürfen wir das ebenfalls. Weggehen, wegschauen, wegschieben oder auch etwas sagen. Diesen Wunsch sollte man  natürlich möglichst taktvoll äußern. „Geh weg“ würde nicht darunter fallen. Der oder die andere hat das Zurückweisen anstandslos zu akzeptieren. Und wir natürlich auch, falls wir einem Herren oder einem anderen Paar auf der Spielwiese abgewiesen werden.

2.    Klare Absprachen innerhalb des Paares

Gehen wir mit unserem Partner oder unserer Partnerin in ein solches Etablissement, sollten wir uns vorher im Klaren darüber sein, was wir einander erlauben und was nicht. So manchem ist es egal, mit wem der andere vögelt und ob es an diesem Abend zu einem Partnertausch kommt. Aber Zungenküsse! Nein, das geht gar nicht, auch nicht im Swinger. Oder genau andersherum. Wer nicht wirklich von dieser Art der Freizeitaktivität überzeugt ist, sollte die Finger davon lassen. 

Dabei ist auch Eifersucht unter Paaren ein wichtiges Thema. Es kann den anderen in unseren Augen interessant machen, wenn wir sehen, dass er oder sie auch von anderen begehrt wird und er wiederum Lust auf andere Frauen hat. Es kann aber auch Angst machen. Mögliche anderweitige Beziehungsprobleme sollten unbedingt außerhalb geklärt werden und nicht an einem Abend im Swinger. Im Swingerclub geht es letztendlich nur um Lust, um eine ganz besondere Art der Party, um den Wunsch nach einem Partnertausch oder Sex mit anderen Paaren. Egal, wie lange wir vorher und hinterher darüber sprechen. Und wie wir Sex bewerten, darüber müssen wir uns untereinander austauschen.

3.    Wer vögeln will, muss sauber sein

Wer fröhlich im Swingerclub herumvögeln möchte, sollte darauf achten, sich picobello sauber zu halten. Nur weil man nicht mit dem eigenen Partner intim wird – oder gerade deshalb – gibt es keine Ausreden für Wassermuffel. 

•    Ob Intimbehaarung oder nicht, ist Geschmacksache. Aber wer unangenehm unter den vorhandenen oder nicht vorhandenen Haaren riecht, darf sich nicht wundern, wenn die Erfolgsquote im Club in den Keller sinkt. 
•    Duschen, Handtücher oder Bademäntel dürfen, sofern im Club vorhanden und vom Betrieb bereitgestellt, sehr gern benutzt werden. 
•    Wer küssen will, sollte auch auf einen frischen Atem achten, egal um welche Lippen es sich handelt. Pfefferminzdragées passen auch in die kleinste Bademanteltasche. 
•    Über Belag auf den Zähnen oder Schuhsohlen-ähnliche Hornhäute an den Füßen brauchen wir hier wohl nicht zu reden. 
•    Und kurze Fingernägel sind beim Eintauchen in jegliche Körperhöhlen ohnehin Pflicht.

4.    Safer Sex ist Pflicht

Safer Sex wird in diesem Zusammenhang ganz groß geschrieben. Kondome sollten daher in jedem Swingerclub kostenlos ausliegen. Es geht nicht nur um HIV, Syphilis oder Hepatitis B. Auch andere sexuell übertragbare Infektionen wie HP-Viren oder Chlamydien werden nicht nur durch Geschlechtsverkehr übertragen, sondern auch durch Oralverkehr oder das gemeinsame Benutzen von Sexspielzeug. Nach Möglichkeit sollten daher auch im Swingerclub Lecktücher verwendet werden oder Sextoys mit einem Kondom überzogen werden. Eine gründliche Reinigung zwischendurch geht auch, ist aber etwas umständlich. Und bitte auch im Club und bei einem Partnertausch nicht vergessen: Was erst einmal in einem Anus war, darf anschließend nicht direkt mit der Vagina in Berührung kommen! Weitere Informationen hier – „Safer Sex: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick“.

5.    Kleiderordnung beachten

In jedem Swingerclub gibt es meistens eine Kleiderordnung für Frauen und auch die Herren. Wer gern einen Anzug oder ein Abendkleid trägt, darf dies hemmungslos bis zur Garderobe ausleben. Ab dort gilt: Weiter in den Club geht es nackt, in Dessous, im Bademantel oder der vorgeschriebenen erotischen Bekleidung. Außen vor bleiben und den anderen als Zaungast nur zusehen zu wollen, ist also kein guter Plan. Apropos zusehen: In Swingerclubs sind Zuschauen und sich Zeigen gängige Sexualpraktiken unter Paaren. Aber immer gehört es eben dazu, sich das Einverständnis der anderen Gäste einzuholen. 

6.    Alkohol? Essen? Lageplan?

Mut antrinken? Keine gute Idee an einem solchen Abend. Alkohol wird in hier Maßen genossen. Wenn überhaupt. Schließlich soll ja alles mit allen Sinnen wahrgenommen werden. Und niemand möchte einen volltrunkenen Besucher an sich heranlassen. Auch andere Drogen sind auf der Spielwiese in einem Club tabu. Es mag sein, dass in den Medien über Orgien und wilde Partys berichtet wird, auf denen Alkohol und Drogen in rauen Mengen konsumiert werden. Da gibt es dann auch gern Prostituierte. Und dann geht es auch um Geld. Und das wiederum hat nichts mehr mit Swingen zu tun. Swingen ist freiwillig und kostenfrei. Zumindest der Sex. Die Clubs nehmen natürlich Eintritt. In vielen Clubs wird Euch dafür auch ein Buffet vom Betreiber angeboten. Man soll auf der Spielwiese ja schließlich bei Kräften bleiben. Das ist ein sehr guter Ort, um erste Kontakte für den Partnertausch zu knüpfen. Ich werfe da nur das Stichwort „Küchenparty“ ein. Da ja alle Damen und Herren auf Kontakt aus sind, dürfte die Anstrengung nicht allzu groß sein. Gegessen wird dann in speziell ausgewiesenen Bereichen. Krümel oder heruntergefallene Tomatenscheiben auf den Spielwiesen werden damit vermieden. 

Und zu guter Letzt empfiehlt sich ein kurzer Rundgang, um sich über die Gegebenheiten im Swingerclub zu informieren. Es gibt Räume im Club, die vom Betrieb exklusiv für Paare und einen Partnertausch bereitgestellt werden und Spielwiesen für alle Besucher zusammen. Da sollte man vor lauter Lust tunlichst nicht durcheinander kommen. ;-)

Wenn man nun alle diese Punkte beachtet, dürfte nichts schief gehen.

Anja Drews – Diplom-Sexualpädagogin für ORION
 

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Sex