Hochzeitsbräuche: Das bedeuten sie

Herkunft und Geschichte

17. März 2020

Schon oft haben wir auf Hochzeiten den ein oder anderen Brauch gesehen und uns gefragt, was dieser wohl zu bedeuten hat. Wir klären Sie über die Herkunft und Bedeutung einiger gängiger Hochzeitsrituale auf.

Auf dem Polterabend Geschirr zerbrechen

Das Wort „Polterabend“ leitet sich vermutlich vom Wort „Poltergeisterabend“ ab. An diesem Abend geht es darum, böse Geister zu verjagen – und zwar mit möglichst viel Krach. Es ist nicht belegt, weshalb genau am Polterabend Geschirr zerschlagen wird, jedoch wird angenommen, dass sich mit der Zeit der Brauch des Krachmachens mit der allgemeinen Weisheit „Scherben bringen Glück“, vermischt haben soll. Wer jedoch wirklich Glück haben will, sollte niemals Spiegel oder Glas zerstören, da dies, laut Aberglauben, Unglück bringe. Stattdessen Porzellan, Steingut oder Keramik verwenden.

Schleier und Brautkleid

Das Weiß des Brautkleides steht für Reinheit, Licht und Unschuld. Früher symbolisierte das weiße Kleid die Jungfräulichkeit der Braut. Die Tradition, dass der Bräutigam das Kleid unter keinen Umständen vor der Hochzeit sehen darf, ist heute noch sehr präsent. Früher glaubte man allerdings, dass der Blick des Mannes auf das Kleid, Dämonen anlockt.

Auch der Schleier stand früher für Unschuld und Jungfräulichkeit. Außerdem sollte er das Gesicht der Braut vor bösen oder neugierigen Blicken schützen.

Reiswerfen nach der Trauung

Die Trauung ist vorbei, das Brautpaar kommt aus der Kirche und Freunde und Verwandte bewerfen es mit Reis. Das Werfen des Reises soll laut einer alten asiatischen Tradition für eine fruchtbare und kinderreiche Ehe sorgen. Reis war schon im Mittelalter ein wichtiges Grundnahrungsmittel und wurde daher mit Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Heutzutage wird das Reiswerfen vielerorts nicht mehr gern gesehen oder ist sogar verboten, da es Lebensmittelverschwendung ist, zudem immer die Gefahr besteht, dass jemand auf den Körnchen ausrutscht und darüber hinaus Ratten oder Tauben angelockt werden können. 

Hochzeitsbrauch Baumstamm-Sägen 

Beim Zersägen des Baumstammes kommt es darauf an, dass das Brautpaar gleichberechtigt zusammenarbeitet, denn es muss abwechselnd gesägt und locker gelassen werden. Das ist gar nicht so einfach. Die beliebte Tradition kann also als erste gemeinsame Bewährungsprobe des frisch gebackenen Ehepaares angesehen werden.

Über die Schwelle tragen

Diese Tradition ist schon hunderte von Jahren alt. Das Tragen über die Schwelle sollte Unglück verhindern. Nach altem Aberglauben galt die Türschwelle nämlich als Ort böser Geister. Der Bräutigam beschützte die Braut vor den Dämonen, indem er sie über die Schwelle trug. Zudem symbolisiert die Schwelle den Übergang von einer alten Lebensphase in eine neue.

Blumenkinder

Auf so ziemlich jeder Hochzeit sind Blumenkinder vertreten, die vor dem Brautpaar herlaufen und wunderschöne Blüten und Blumen aus kleinen Körbchen streuen. Seinen Ursprung hat der Brauch im germanischen Heidentum. Der Duft der Blumen sollte damals die Göttinnen der Fruchtbarkeit anlocken, welche den Frischvermählten einen reichen Kindersegen bescheren sollten.

Mal was anderes: Die Sandzeremonie

Diesen schönen Brauch aus den USA können Sie zum Beispiel bei einer freien Trauung oder einer Hochzeit am Strand nach dem Tausch der Ringe einplanen und Ihrer Hochzeit so einen individuellen Touch geben. Für die Sandzeremonie schütten der Bräutigam und die Braut abwechselnd verschiedenfarbigen Sand in ein zu Beginn leeres Gefäß - bis dieses am Ende mit dem bunten Sand gefüllt ist. Die tiefe Verbindung zwischen den Eheleuten wird durch das Zusammenfließen des Sandes verdeutlicht. Dabei können auch Familienangehörige oder Freunde integriert werden. Das Ende der Zeremonie sollte jedoch dem Brautpaar vorbehalten sein. Nach der Hochzeit nimmt das Ehepaar das Gefäß mit nach Hause und hat eine wunderbare Erinnerung an den Hochzeitstag.

Autor: Ilka-Marie Hagenbücher

Das könnte Sie auch interessieren:
Die perfekten Brautschuhe