Schöne Scham: Intim-Operationen nehmen immer mehr zu

Wer untenrum besonders schön sein will, lässt heutzutage operieren

Die Zahl der Patientinnen, die sich unterhalb der Gürtellinie operieren lassen, stieg seit 2016 bei uns um rund 50 Prozent. Dr. Bernd Loos, Arzt und Plastischer & Ästhetischer Chirurg in Karlsruhe, beantwortet alle wichtigen Fragen, die Sie rund um das Thema Intim-Operationen wissen müssen.

Ist die Intim-Chirurgie kein Tabu-Thema mehr?
Nach meiner Erfahrung gehen die Patientinnen in keiner Weise offen mit dem Thema um. Es ist also noch ein Tabuthema.

Was wird denn dabei am meisten verlangt?
Die Verkleinerungs-Operation der kleinen Schamlippen.

Was genau tut der Chirurg bei diesem Eingriff?
Die kleinen Schamlippen werden direkt abgeschnitten, und zwar so, dass die spätere Narbe oben auf den kleinen Schamlippen liegt. Zumeist ist dies aus ‚Harmoniegründen‘ nicht ausreichend, da oft das Klitorishäutchen auch stark vergrößert ist. Hier sollte dies dann auch dazu passend verkleinert werden, da ansonsten der Bereich operiert und unharmonisch aussieht. 

Gibt es medizinische Gründe für so eine OP?
Sie werden es nicht glauben, aber die meisten meiner Patientinnen geben funktionelle Probleme beim Geschlechtsverkehr, Wundscheuern beim Sitzen oder Hygieneprobleme an. Hierbei handelt es sich dann um einen medizinischen Grund zur OP. 

Spielt der Wunsch des Partners auch eine Rolle?
Sehr häufig habe ich Pärchen bei mir in der Sprechstunde, bei denen die Partner den gewünschten Eingriff für vollkommen unnötig halten, der Befund die betroffenen Frauen oder Männer aber enorm belastet. Wenn ein Befund nur den Partner stört, dann sollte kein Eingriff durchgeführt werde. Dann schicke ich die Patientin wieder weg.

Welche Risiken bestehen, was kann schiefgehen?
Am häufigsten treten kleine Wundheilungs-Störungen auf. Komplikationen wie schwere Infektionen, Absterben von Gewebe, starke Narbenbildung oder eine Gefühlsminderung in diesem Bereich sind äußerst selten.

Die häufigsten Eingriffe:

- Labioplastik: Die Verkleinerung der inneren Schamlippen gehört zu den häufigsten Operationen im Intimbereich. Sie werden abgeschnitten, behalten aber ihre Form. Kosten: 800 bis 1.000 Euro.
- Aufspritzen: Die äußeren Schamlippen werden mit Hyaluron oder eigenfett aufgespritzt, die inneren Schamlippen sind nicht mehr zu sehen. Hält rund acht Monate und kostet 300 bis 1.000 Euro.
- Vaginalkanal: Die Verengung des Vaginalkanals zum Beispiel nach Geburten wird mit dem Laser gemacht. Dauert bis zu zehn Sitzungen, eine kostet ca. 300 Euro.
Venushügel: Fettreiche Venushügel werden abgesaugt, eingefallene dagegen mit Hyaluron aufgepolstert. Die Absaugung kostet ca. 1.500 Euro.

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