Lebensmittel retten: Packen wir es gemeinsam an!

Gemeinsam gegen die Verschwendung

25. Oktober 2017

Es ist genug für alle da. Eigentlich. Denn von den weltweit vier Milliarden Tonnen produzierter Nahrung wird über ein Viertel pro Jahr weggeworfen. Aus den verschiedensten Gründen – von falscher Lagerung, mieser Planung bis zu „nicht schön genug“. Dabei kann man Lebensmittelverschwendung ganz einfach verhindern. Wir wollen künftig Lebensmittel retten, anstatt sie wegzuschmeißen.

Besser naturbelassen
Eine echte Unsitte: Gemüse und Obst muss perfekt aussehen und wird darum gewaschen. Das führt, zum Beispiel bei der Kartoffel, dazu, dass die natürliche Schutzschicht entfernt wird und das Produkt viel schneller verdirbt.

Wer hat Schuld?
Die riesige Menge verschwendeter Lebensmitteln entsteht zu 28% bei der Ernte und Verarbeitung. Ein Drittel der Verluste produziert der Groß- und Einzelhandel. Den Rest entsorgen wir Verbraucher.

Unser Beitrag ist wichtig
Zwar gehen 14 Prozent der Ernte schon direkt beim Erzeuger verloren, doch je später in der Wertschöpfungskette ein Lebensmittel vernichtet wird, desto größer ist die Verschwendung an Ressourcen. Darum ist die Vernichtung von einem Kilo Weizen nicht vergleichbar mit einem Kilo Brot, für dessen Herstellung zusätzliche Energie und Rohstoffe verbraucht wurden.

Es beginnt beim Einkauf
Wir sind es gewohnt, dass sämtliche Angebote im Supermarkt, beim Bäcker etc. jederzeit auf Lager sind. Besser: Verständnis dafür haben, dass sich abends nicht mehr die volle Auswahl bietet. Das ist ein Zeichen dafür, dass nichts weggeworfen werden muss. Für den kleinen Einkauf reicht ein Korb statt des Einkaufswagens, denn dort erscheint uns die „Ausbeute“ zu gering, Lücken müssen gefüllt werden. Und so oft wie möglich auf dem Markt bei regionalen Erzeugern kaufen.

Vorbild Kriegsgeneration
34 Prozent der Menschen, die vor 1945 geboren wurden, werfen nie Lebensmittel weg. Keine Generation schätzt den Wert von Essen höher. Reste werden konsequent verwertet oder haltbar gemacht.

Gute Ideen unterstützen

Die gute Nachricht: In den letzten Jahren hat sich viel getan. 79 Prozent der Verbraucher sehen sich selbst in der Verantwortung, etwas gegen Verschwendung zu tun. Initiativen wie der erste Supermarkt für aussortiertes Essen in Berlin zeigen, wir sind auf dem richtigen Weg.

Initiativen, die Sie unterstützen können

Reste-Restaurant
Der Verein „Restlos glücklich“ serviert in seinem Restaurant am Berliner Maybachufer kreative Menüs aus „geretteten“ Lebensmitteln. Was auf der Karte steht, entscheidet hier jeden Tag der Zufall. Der Erlös wird in neue Projekte investiert.

foodsharing.de
Teilen statt wegwerfen Über die Plattform foodsharing.de können Mitglieder übrig gebliebene Nahrungsmittel verschenken oder abholen – sogar direkt von kooperierenden Händlern.

Lebe nachhaltig
Die Initiative „Zu gut für die Tonne“ vom Bundes-Landwirtschaftsministerium organisiert Aktionen rund ums Thema nachhaltige Ernährung. Auf der Homepage www. zugutfuerdietonne.de finden Verbraucher viele Tipps & Infos.

Essen für Bedürftige
Unter dem Dachverband der Tafeln sammeln über 900 regionale Tafeln Lebensmittel, die zum Beispiel in Supermärkten übrig bleiben, und geben diese dann an Bedürftige aus. Freiwillige Helfer sind gern gesehen.