Rissige Hände – wenn man ständig cremen muss

Was trockene und rissige Hände verursacht, was Sie dagegen tun können und wie Sie vorbeugen

Unter rissigen Händen leiden viele Menschen besonders im Winter, aber auch im Hochsommer. Sie sind unangenehm, schmerzhaft und können schnell Entzündungen hervorrufen. Welche Ursachen rissige Hände haben, wie Sie ihnen vorbeugen und diese behandeln, erklären wir hier!

Wodurch entstehen rissige Hände?

Rissige Hände sind nicht nur unangenehm, sondern bei vielen Menschen auch unschön anzusehen. Sie sind oft schuppig und sehen faltiger aus. Es gibt viele Ursachen, die zu rissigen Händen führen können. Eine genetische Veranlagung gehört ebenfalls dazu, tritt aber eher selten auf. Häufig spielt das Wetter eher eine wichtige Rolle, da Ihre Hände vor allem im Winter ständig schwankenden Temperaturen ausgesetzt ist. Die trockene Heizungsluft tut dabei ihr Übriges. Zusätzlich wird die Fettbildung unserer Haut reduziert, da die Blutzufuhr bei einer kälteren Außentemperatur abnimmt. Aber auch eine zu starke Sonneneinstrahlung und Hitze kann dazu führen, dass Ihre Hände trocken und rissig werden. Das ist vor allem der Fall, wenn es sich um trockene Hitze handelt.

Außerdem ist häufig eine übertriebene Körperhygiene, in diesem Fall ein zu häufiges Händewaschen, eine mögliche Ursache. Wenn Sie Ihre Hände zu oft waschen, schaden Sie dadurch dem Säureschutz der Haut. Durch das übermäßige Waschen mit Seife wird neben dem Schmutz auch immer das körpereigene Fett entfernt, welches ein Schutzmantel für Ihre Haut ist. Da die Haut auf dem Handrücken besonders dünn ist und hier auch nicht viele Talgdrüsen vorhanden sind, ist dieser Bereich besonders sensibel. Das häufige Eintauchen der Hände in chemiehaltiges Wasser wie zum Beispiel Putzwasser oder ein häufiges desinfizieren schadet dem natürlichen Schutzmantel der Haut enorm.

Neben diesen Ursachen können sich auch Nikotin, Alkohol, Stress oder Hormonschwankungen sowie ein Vitamin- und Mineralstoffmangel negativ auf die Haut auswirken und rissige Hände hervorrufen. Mit steigendem Alter nimmt zudem die Fettbildung ab, da Ihre Haut weniger Wasser speichert. Dass Ihre Hände im Alter also rissiger sind, ist ein ganz natürlicher Vorgang.

Rissigen Händen vorbeugen

Vor allem die Vermeidung von häufigem Händewaschen kann schnell Abhilfe schaffen. Nutzen Sie eher milde, feuchtigkeitsspendende Seife und nur lauwarmes Wasser. pH-hautneutrale Seifen eignen sich hierbei besonders gut. Das Tragen von Handschuhen hilft Ihnen beim Putzen oder bei der Arbeit im Garten, Ihre Hände vor negativen Einflüssen zu schützen.

In der kalten Jahreszeit ist es ebenfalls von Vorteil, wenn Sie sich warme Handschuhe anziehen, um Ihre Hände vor der Kälte zu bewahren. Sind Ihre Hände gar nicht erst ausgekühlt, sind sie auch den Temperaturschwankungen nicht zu stark ausgesetzt. Zusätzlich können Sie Ihre Hände bei den kalten Temperaturen bereits vorbeugend mit fetthaltiger Creme eincremen, um dadurch einen künstlichen Schutzmantel der Haut herzustellen. Tipp: So machen Sie Ihre Handcreme selbst!

Das Trocknen Ihrer Hände unter dem Heißluftföhn, wie er häufig auf öffentlichen Toiletten zu finden ist, sollten Sie ebenfalls vermeiden. Greifen Sie, wenn möglich, immer zu einem Handtuch und tupfen Sie Ihre Hände damit trocken.

Denken Sie außerdem daran, immer ausreichend zu trinken, denn Ihr Säureschutzmantel braucht nicht nur Fett, sondern auch genügend Wasser. Gönnen Sie sich auch gelegentlich Hautpeelings, zum Beispiel aus einer Mischung aus Olivenöl und Zucker. Dadurch werden die toten Hautzellen entfernt und die Hautneubildung stimuliert.

Behandlung rissiger Hände

Sind Ihre Hände häufiger schuppig, unter Umständen sogar blutig und jucken stark, empfiehlt sich zunächst ein Gang zum Arzt. Dieser kann feststellen, ob eine eventuelle Hautkrankheit vorliegt. Eine Neurodermitis oder Schuppenflechte sind besonders häufig auftretende Krankheiten mit diesen Symptomen. Ärzte verschreiben bei den aufgeführten Symptomen häufig cortisonhaltige Cremes. Diese sollten allerdings mit Vorsicht angewendet werden. Durch das Hormon wird die Überreaktion des Immunsystems gedämpft, daher sollten Sie die Creme nur so lange anwenden, bis die schweren Symptome abgeklungen sind. Eine zu lange und häufige Anwendung der Cremes kann nämlich genau das Gegenteil bewirken und dazu führen, dass Ihre Hände noch trockener werden.

Als Alternative gibt es allerdings auch einige Hausmittel, die Ihnen gut gegen rissige Hände helfen können. Hierzu zählen:

  • Quark
  • Jojobaöl
  • Kokosnussöl
  • Sheabutter
  • Vaseline
  • Olivenöl
  • Nachtkerzenöl
  • Aloe Vera Gel
  • Eine Mischung aus Mandelöl und Buttermilch

Am besten helfen diese Mittel, wenn Sie sie großzügig auf die Hände geben, diese dann mit einem Tuch oder Baumwollhandschuhen bedecken und das Ganze über Nacht einziehen lassen. Aber auch ein Ölbad oder Handbad von ungefähr 10 Minuten kann schon wahre Wunder wirken.

Ein bewährtes Hausmittel ist außerdem eine warme Packung mit Haferflocken. Weichen Sie dazu einfach eine Tasse Haferflocken in warmem Wasser ein und geben Sie diese anschließend für ungefähr 10 Minuten auf die betroffenen Stellen. Sollten auch Ihre Fingernägel von der Trockenheit betroffen sein, eignet sich hierbei eine Behandlung mit Gelatine. Dazu weichen Sie einfach 3 Blätter Gelatine in heißem Wasser auf und geben diese für ungefähr 20 Minuten auf den Handrücken und die Fingernägel.

Wichtig ist, dass Sie außerdem etwas Geduld haben. Die meisten Hausmittel wirken nicht sofort, sondern bedürfen einer regelmäßigen Anwendung. Wenn Sie diese allerdings für einige Tage anwenden, sollte schnell eine Besserung in Sicht sein.