Wie wirksam ist die neue Gürtelrose-Impfung?

Hochwirksamer Impfstoff gegen Herpes Zoster entwickelt

27. Januar 2017

Viren sind ganz schön clever. Sie können sich jahrelang in den Nervenwurzeln des menschlichen Körpers verstecken. Dort warten sie dann, bis das Immunsystem geschwächt ist – und schlagen zu! Das beste Beispiel dafür ist das Varizella-Virus. Nach der Erstinfektion löst es zunächst Windpocken aus. Wird es zu einem späteren Zeitpunkt erneut aktiv, kommt es zur Gürtelrose. Das ist nicht nur unangenehm, Gürtelrose kann richtig gefährlich werden! Anfang letzten Jahres wurde nun ein neuer Impfstoff gegen Gürtelrose gefunden. Aber kann dieser wirklich helfen?

Gürtelrose bedeutet großes Leid für die Betroffenen

Gerötete Haut an einer Seite des Oberkörpers, kleine, auffällige Bläschen, die jucken und kratzen, geschwollene Lymphknoten — die Symptome von Gürtelrose sind für Betroffene höchst unangenehm. Besonders fies sind jedoch die unerträglichen Schmerzen. Im schlimmsten Fall bleiben chronische Nervenschmerzen zurück, so zum Beispiel im Gesicht. Dann wird schon die kleinste Berührung zur Qual.

Den Gefahren der Virus-Infektion vorbeugen

Eine weitere mögliche Folge der Virus-Infektion sind schwerwiegende Komplikationen, etwa eine Lungen- oder Hirnhautentzündung. Daher raten Experten zur Impfung gegen Gürtelrose. Seit August 2004 gibt es einen Windpockenschutz für Kinder und Jugendliche. Seit Ende 2013 können sich über 50-Jährige gegen Gürtelrose immunisieren lassen. Da gibt es jedoch einen Haken: Im Laufe der Jahre kann die Impfung ihre Wirkkraft einbüßen. Somit besteht das Risiko, dass die Krankheit trotzdem ausbricht.

Neuer Impfstoff gegen Gürtelrose verspricht 97% Prozent Wirksamkeit

Deswegen wurde jetzt ein neuer Impfstoff entwickelt, der länger schützen soll, und zudem hochwirksam zu sein scheint. In einer kontrollierten Studie mit 15.411 Probanden im Alter über 50 Jahre bekamen 7698 den Impfstoff und 7712 Placebo. Ergebnis: Binnen 3,2 Jahren bekamen 6 Probanden der Impfstoffgruppe und 210 Probanden der Placebogruppe einen Herpes zoster. Das entspricht einer Wirksamkeit des Impfstoffs von insgesamt 97,2 Prozent! Diese ersten Studien scheinen also zu beweisen, dass der Impfstoff wirklich funktioniert. Wann die Impfung in Europa zugelassen wird, steht noch nicht fest.

Behandlung von Gürtelrose

Generell gilt: Je früher die Gürtelrose behandelt wird, desto größer ist die Chance, dass sie problemlos abheilt. Das mindert wiederum das Risiko einer Komplikation. Der Arzt verschreibt dann unter anderem ein Medikament, das die Virenvermehrung stoppt. Sowie ein Präparat, das die Schmerzweiterleitung gezielt unter drückt

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