Diabetes-Typen: Die Unterschiede kennen

Die Merkmale von Typ 1 und Typ 2

28. Dezember 2016

Diabetes mellitus ist per Definition eine Stoffwechselerkrankung, bei der entweder kein eigenes Insulin mehr gebildet wird (Diabetes-Typ 1) oder nicht mehr in ausreichender Menge zugeführt werden kann (Diabetes-Typ 2). Typ 1 ist die seltenere Variante der beiden Diabetes-Typen, Typ 2 ist für den überwiegenden Teil der Erkrankungen verantwortlich.

Diabetes-Typen: der Diabetes-Typ 1

Der Typ-1-Diabetes entsteht durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Erbliche Disposition und äußere Faktoren wie zum Beispiel eine Virusinfektion können ebenfalls eine Rolle spielen.

•    Allein in Deutschland sind etwa 400.000 Menschen an diesem Diabetes-Typ erkrankt

•    Typische Diabetes Typ-1-Symptome sind unter anderem häufiger Harndrang, Durst, Müdigkeit und ein nach Azeton riechender Atem

•    Bei Diabetes-Typ 1 greifen Abwehrzellen des Immunsystems die Insulin produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an. Die genauen Ursachen von Diabetes-Typ 1 sind immer noch nicht hundertprozentig geklärt: Erbanlagen spielen eine Rolle – aber nicht jeder, der einen erkrankten Elternteil hat, erkrankt auch selbst. Außerdem stehen bestimmte Virusinfektionen wie die mit Enteroviren im Verdacht, zur Entstehung von Diabetes-Typ 1 beizutragen

•    Beim Diabetes-Typ 1 beginnt die Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr, meistens bereits im Kindheits- und Jugendalter. Die Krankheit verläuft lange ohne Symptome, lässt sich aber bereits vor Ausbruch durch eine Blutuntersuchung nachweisen

•    Betroffene müssen in der Regel ein Leben lang Insulin spritzen

•    Es gibt auch eine verzögert einsetzende Diabetesform („LADA-Diabetes“), des Diabetes-Typs 1, bei der zunächst eine Restfunktion der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse erhalten bleibt. Hier bricht die Krankheit erst später aus, obwohl sie ein Diabetes-Typ 1 ist

Diabetes-Typen: der Diabetes-Typ 2

Der von den beiden Diabetes-Typen mit Abstand häufigste ist der Diabetes-Typ 2:

•    Von den sechs Millionen in Deutschland an Diabetes erkrankten Personen leiden über 90 Prozent an Diabetes-Typ 2

•    Typische Diabetes Typ-2-Symptome sind: allgemeine Schlappheit, häufige Infekte, Durst, schlecht verheilende Wunden, trockene und juckende Haut sowie Harndrang

•    Der Diabetes-Typ 2 entsteht, wenn erbliche Faktoren und ein ungesunder Lebensstil aufeinandertreffen. Eine einseitige Ernährung, Mangel an Bewegung und damit einhergehendes Übergewicht lassen die Körperzellen immer weniger auf das Insulin ansprechen – die Folge ist eine Insulinresistenz als Diabetes-Typ-2-Ursache: Das Hormon kann nicht mehr genügend Zucker in die Zellen transportieren, und der Blutzuckerspiegel steigt auf Krankheitswerte an

•    In der Regel tritt der Diabetes-Typ 2 erst in späteren Jahren auf („Alterszucker“); in den letzten zwanzig Jahren wird er aber auch vermehrt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beobachtet

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