IKEA verschärft Rückgaberecht zum 1. September 2018

Der schwedische Möbel-Riese reagiert auf Verbraucherverhalten

Möbelhaus-Riese IKEA hatte bisher ein einzigartiges Rückgaberecht. Der Umtauschwut der Verbraucher soll nun zum 1. September 2018 endgültig ein Riegel vorgeschoben werden.

Ohne Angabe von Gründen und egal in welchem Zustand: Innerhalb eines Jahres gab es das Geld zurück. Von diesem Rückgaberecht haben Kunden fleißig Gebrauch gebracht. Bis Herbst 2016 gab es sogar ein zeitlich unbegrenztes Rückgaberecht! Dies wäre also die zweite Verschärfung:

Offenbar frischen hier Vermieter auf diese Weise ihre Wohnungen auf.

„Durch die Einschränkung des Rückgaberechts auf unbenutzte Produkte wollen wir auch sicherstellen, dass Kunden Möbel und Einrichtungsgegenstände nicht nach kurzem Gebrauch entsorgen, sondern den Wert des Produkts schätzen im Sinne des Ressourceneinsatzes, der dafür nötig war“, sagte Ikea-Deutschland-Chef Dennis Balslev gegenüber der Welt. Es solle aber auch Missbrauch vorgebeugt werden. „Wir hören aus den Häusern, dass Jahr für Jahr kurz vor dem Ablauf der Umtauschfrist immer die gleichen Leute auftauchen und ihr Geld zurückverlangen“, sagte Balslev. „Offenbar frischen hier Vermieter auf diese Weise ihre Wohnungen auf.“

Neue Standortplanung bei IKEA

Ferner will IKEA seine Standortplanung ändern – statt wie gewohnt in Randlagen zu gehen, ziehe es die Schweden künftig in die Innenstädte. Der Standtort Hamburg Altona ist ein Beispiel. Die Städter dürfte es natürlich freuen, denn auch für Menschen ohne Auto soll IKEA erreichbar sein. 1:1 soll das Beispiel Altona aber nicht Schule machen, denn man wolle in Zukunft individuelle Standorte entwickeln – beispielsweise ohne Warenlager, also kleiner. Vorstellbar wären daher IKEA-Läden in der Fußgängerzone oder in Einkaufszentren, so Johannes Ferber an, Expansionschef von Ikea Deutschland gegenüber Spiegel Online.