Andropause: Die Menopause der Männer

Auch Männer machen Veränderungen durch

Für viele Frauen gilt sie als gefürchtete Zeit: Die Menopause. Warum ist das eigentlich so? Und warum müssen Männer nicht da dadurch? Müssen Sie nicht? Müssen Sie wohl! Haben Sie schon einmal vom Begriff der „Andropause“ gehört? Das ist die sogenannte männliche Menopause. Wir erklären Ihnen das Phänomen einmal genauer.

Kein Wunder, dass Frauen nicht gerade Luftsprünge machen, wenn sie in die Menopause kommen: Die körperlichen Veränderungen, die mit der Menopause einhergehen, sind schließlich nicht gerade erfreulich. Neigen die Frauen doch leichter zu Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen können auftreten und auch Schweißausbrüche sind keine Seltenheit. Ebenfalls verliert die Frau meistens die Fähigkeit, ein Kind bekommen. Klar, dass viele Damen dieser Zeit nicht gerade mit einem Lächeln entgegenblicken. Uns Männern fällt die Veränderung oftmals auf, da sie ziemlich plötzlich kommt. Doch nicht nur Männern fallen Veränderungen ihrer Partnerinnen auf. Das gilt auch andersherum.

Dürfen wir vorstellen: die Andropause

Auch für Männer gibt es anscheinend ein Pendant zur Menopause der Frauen. Vielen Frauen fällt in den mittleren Jahren des Lebens (zwischen 40-50 Jahren) auf, dass sich Ihr Gatte mehr und mehr verändert – und zwar nicht gerade zum Positiven. Er wirkt schläfriger, weniger aggressiv, hat einen geminderten Sexualtrieb und hier und da hat er mit einer milden Depression zu kämpfen. Da fragt man sich doch schonmal, was da los ist! Einige Sexualwissenschaftler erklären dieses Phänomen mit der sogenannten Andropause („Andro“ für „Mann“; „pausis“ für „Ende“). Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen so abrupten Prozess wie bei Frauen. Bei Männern sinkt ungefähr ab dem 35 Lebensjahr kontinuierlich der Testosteronspiegel. Testosteron gilt als das wichtigste Sexualhormon des Mannes und ist außerdem für Antrieb und positive Stimmung mitverantwortlich. Sinkt der Testosteronspiegel, so kann es auch sein, dass wir Männer mit der Zeit immer lethargischer werden. Außerdem nehmen wir mehr Körperfett zu. Doch nicht nur der sinkende Testosteronspiegel ist dafür verantwortlich, sondern auch das Absinken anderer Hormone, sagt die Sexualtherapeutin Michele Weiner Davis.

Die Andropause ist allerdings viel weniger bekannt als die Menopause. Und das hat seine Gründe. Denn die Andropause ist nämlich viel weniger erforscht. Sexualwissenschaftler streiten sich um dieses Phänomen. Einige sind sich sicher, dass Männer mit einer solchen Phase zwangsläufig zu kämpfen haben. Andere, wie die ORION Sexpertin Anja Drews, gehen davon aus, dass es sich bei diesem Begriff eher um eine Erfindung der Pharmaindustrie handelt, um weitere Medikamente für betroffene Männer auf dem Markt absetzen zu können. Der Streit besteht weiterhin und 100-prozentig klären, lässt sich momentan nicht, wer Recht hat.

Ich wollte Ihnen hiermit nur eine mögliche Erklärung dafür geben, wenn Sie sich mal wieder wundern, weshalb sich Ihr Mann so komisch verhält. Vielleicht steckt er gerade in der Andropause. Sehen Sie ihm das nach. Er kann nicht wirklich was dafür. Andererseits könnte er auch einfach komisch sein, ohne das es die Andropause wirklich gibt. Wichtig ist es immer, genau hinzusehen und auf Veränderungen im Verhalten zu achten. Machen Sie nicht den Fehler, dauerhaft komisches Verhalten auf hormonelle Schwankungen zu schieben. Dadurch löst man Verantwortlichkeit vom Handeln. Das sollte möglichst nicht passieren.

ORION Blogger Mark

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