Sechs Tipps für eine Intimrasur ohne Pickel

Vor- und Nachteile von Laser, Waxing oder Rasur

Wie schön wäre es doch, wenn alles so einfach wäre: Schamhaare, die sich nicht über die Bikinizone hinauswagen, Waxing ohne Schmerzen, Rasur ohne Pickel. Aber so ist das eben nicht. Die Haare wuchern unkontrolliert, für das Waxing bräuchte man ein Beißholz und das Rasieren hinterlässt diese unsäglichen roten Pusteln. Nun, eine Möglichkeit wäre es, die Haare einfach so zu lassen, wie sie sind. Dagegen spricht ja auch überhaupt gar nichts. Es sei denn, sie stören den ästhetischen Blick. Und dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, die ihre Vor- und Nachteile haben.

Laser, Waxing oder Rasur?

Per Laser lassen sich die Haare dauerhaft entfernen. Aber es könnte sein, dass irgendwann ein Partner oder eine Partnerin kommt, der oder die nun gerade das Wilde und Ursprüngliche liebt. Oder die Mode ändert sich wieder. Dann sind die Haare aber weg. Für immer.

Beim Waxing soll die Tortur nach den ersten Malen weniger schmerzhaft sein. Das liegt sicherlich daran, dass auch hier die Haare nach und nach dauerhaft entfernt werden. Es gibt Dermatologen, die davon abraten, den empfindlichen Intimbereich derart zu strapazieren. Und die empfehlen auch gleich die klassische Rasur. 

Der große Vorteil der Rasur besteht darin, dass die Haarwurzeln hierbei nicht angetastet werden. Sollten sich also die Mode, der Partner oder der Geschmack verändern, lasst Ihr die Haare einfach wieder wachsen. Wachsen, nicht waxen.... Nun aber zu den Pickeln. Diese lassen die glatte Haut gleich viel weniger erotisch oder gepflegt erscheinen. Und sie können auch zu einem beeinträchtigten Wohlempfinden beitragen. Mit ein paar Vorbereitungen lassen sie sich aber auch bei der Rasur vermeiden:

Die Haut gut reinigen

Mit einer antibakteriellen Waschlotion können Sie die Haare schön einschäumen und Bakterien, die sich hier womöglich gerade tummeln, den Ausguss hinab spülen. Denn ein Grund für die Pickel können ebendiese Bakterien sein, die in die durch die Rasur beanspruchte Haut eindringen. Das Stichwort ist „beanspruchte Haut“. Keine Panik also, diese Bakterien tun sonst nichts. Es geht das Gerücht um, Schamhaare seien unhygienisch. Quatsch. Das gilt nur, wenn insgesamt nicht viel vom Waschen gehalten wird. Sie können auch ein richtiges Ritual daraus machen und sich ein entspanntes Bad gönnen. Damit wird die Haut gleich schön weich. 

Wichtig für Frauen: Es reicht wirklich, wenn Sie nur die Haare einschäumen. Der innere Teil Ihrer Vulva und Vagina braucht keine Waschlotion.

Den Busch kürzen

Wer sich gerade erst zur Nacktheit entschieden und noch einen kompletten Busch vorzuweisen hat, sollte die Haare erst einmal stutzen. Auch dann, wenn es sich nur um einen Teil des Bewuchses handelt. Denn lange Haare können sich im Rasierer verfangen und aus Versehen ausgerissen werden. Und wir wollen die Haut ja gerade schonen. Für das Vorstutzen können Sie eine Schere (Vorsicht bitte!) oder besser einen elektrischen Rasierer (sofern vorhanden) nehmen. 

Nass- oder Trockenrasur? 

Hier scheiden sich die Geister. Denn wieder gibt es für jede der beiden Methoden vor- und Nachteile:

  • Wenn Sie sich gegenseitig oder sich selbst in einer erotischen Zeremonie rasieren möchten, ist eine klassische Nassrasur mit Rasiermesser, Pinsel und Rasierschaum sicherlich die heißere Methode. Hiermit lassen sich auch besser Konturen modellieren, wenn die Intimbehaarung hinterher eine bestimmte Frisur vorweisen soll. Für die Nassrasur spricht ebenfalls das gründlichere Ergebnis, bei dem die nächste Rasur auch zwei bis drei Tage warten kann. Allerdings ist die Verletzungsgefahr bei einem Rasiermesser doch wesentlich höher. Wer auf den Nervenkitzel steht, nur zu. 
     
  • Wer es hingegen gern sicher, einfach und schnell mag, ist mit einer Trockenrasur vielleicht besser bedient. Hier lauern allerdings durch Hornstaub verstopfte Poren, die sich wiederum zu kleinen Pickelchen entwickeln können. Außerdem werden die Haare nur oberflächlich abgeschnitten und wachsen dadurch leichter ein, was ebenfalls zu Entzündungen und Pusteln führen kann. Und die wollen wir ja gerade vermeiden. 

Probieren Sie einfach aus, mit welcher Methode Sie besser zurecht kommen.

Eine scharfe Klinge verwenden

Eine scharfe Klinge ist das A und O des Rasierens (und auch des Kochens) und wird tatsächlich viel zu wenig beachtet. „Das wird schon noch gehen“ lautet die Devise. Nein, wie auch bei Küchenmessern gilt: Je schärfer desto besser und desto geringer auch die Verletzungsgefahr. Mit stumpfen Klingen reißen Sie die Haare eher raus als dass Sie sie abschneiden. 

Normale Einwegrasierer haben übrigens im Gegensatz zu Mehrwegrasierern nur eine einzige Klinge. Und mit einer Klinge erwischen Sie natürlich weniger Haare als mit mehreren. Je häufiger Sie aber über die Haut streifen, desto strapazierter wird diese. Es lohnt sich also, etwas mehr Geld auszugeben. Und bitte immer in Richtung des Haarwuchses rasieren, nicht entgegen!

Pflege vorher und hinterher

Bei der Nassrasur sollten Sie ohnehin Rasiergel, Rasierschaum oder ein ph-neutrales Duschgel verwenden. Dadurch weichen sowohl Haut als auch Haare auf, die Rasur wird erleichtert und die Haut gepflegt. Hinterher können Sie die Haut mit kaltem Wasser kühlen und mit Hautölen, Aloe Vera oder Lotionen mit Jojoba-Wirkstoffen eincremen. Sie können ebenso Pflegebalsam nehmen, der speziell für rasierte Haut entwickelt wurde. Achten Sie darauf, dass kein Alkohol enthalten ist, da dieser die empfindliche Haut reizt.

Die Aftershow

Frisch rasierte Haut sollte nicht durch zu enge Unterwäsche oder synthetische Materialien gereizt werden. Daher empfiehlt es sich vor allem nach der ersten Rasur, etwas weitere Baumwollunterwäsche zu tragen. Oder gleich ohne Unterwäsche im Bett zu bleiben. ☺ Wenn sich die Haut an das neue Gefühl gewohnt hat und etwas widerstandsfähiger geworden ist, können Sie wieder machen, was Sie wollen.

Anja Drews – Diplom-Sexualpädagogin für ORION