Richtig heizen im Winter – und bares Geld sparen

So senken Sie die Heizkosten langfristig

Wenn es draußen ungemütlich ist, lieben wir ein wohlig-warmes Zuhause – bis die Rechnung für die Heizkosten eintrudelt. Expertin Dr. Annabel Oelmann gibt hilfreiche Tipps, wie Sie richtig heizen im Winter, damit Sie die kalten Tage in den eigenen vier Wänden ganz ohne Bedenken genießen können.

Worauf sollte ich beim Heizkörper achten, um richtig zu heizen im Winter?

„Damit sich die Wärme gleichmäßig im ganzen Raum verteilen kann, sollten Heizkörper weder durch Möbel noch durch Gardinen verdeckt sein. Auch das Thermostatventil sollte immer frei liegen, damit Sie jederzeit schnell dort rankommen. Zudem sollte der Heizkörper nicht verschmutzt sein, zum Reinigen gibt es spezielle Bürsten und Staubsaugeraufsätze.“

Warum ist ein regelmäßiges Entlüften so wichtig?

„Weil die Heizkörper sonst nicht mehr vollständig mit Wasser gefüllt sind und deutlich weniger leisten. Ist ein Gluckern zu hören, wird es höchste Zeit: Drehen Sie das Ventil auf, bis keine Luft mehr entweicht, sondern Wasser kommt. Dann schnell wieder zudrehen. Halten Sie beim Entlüften am besten ein Tuch oder eine Schüssel darunter, damit nichts auf den Boden tropft.“

Was hilft es, die Temperatur etwas zu reduzieren?

„Schon bei einer Reduzierung um ein Grad sparen Sie etwa sechs Prozent Heizkosten ein. Bei einem Einfamilienhaus mit durchschnittlichem Jahresverbrauch von rund 20.000 Kilowatt Stunden Erdgas sind das etwa 100 Euro im Jahr.“

Sollte ich die Heizung nachts am besten ausschalten?

„Nein. Schalten Sie sie nachts oder beim Verlassen des Hauses ganz ab, kühlen die Räume stark aus. Sie wieder zu erwärmen, ist energie-intensiver, als die Raumtemperatur konstant zu halten. Kurzfristig sollten also maximal ein paar Grad runtergekühlt werden. Sind Sie länger nicht da, kann die Heizung auf etwa 14 bis 16 Grad weiterlaufen.“

Was gilt bei Räumen, die nicht genutzt werden?

„Auch diese sollten 14 bis 16 Grad haben. So verhindern Sie, dass die Heizung im Nebenraum die angrenzende Wand mitheizen muss.“

Was kann ich noch tun, um effizienter zu heizen?

„Gerade in älteren Wohnungen und Häusern hat man oft den Eindruck, dass es an Fenstern und Türen unangenehm kühl ist. Das kann daran liegen, dass diese nicht richtig abdichten. Sie können das prüfen, indem Sie ein Teelicht vor die betroffene Stelle platzieren: Flackert die Flamme stark, zieht kalte Luft herein. Schaumstoffstreifen, Dichtungen aus dem Baumarkt und Zugluftstopper sorgen für Abhilfe.“

Wie kann ich Wärmeverlust in der Wohnung verringern?

„Indem Sie nachts und bei Abwesenheit Roll- und Fensterläden schließen – so verfliegt die Wärme nicht nach draußen. Und: Machen Sie die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen immer zu. Die Verbraucherzentrale bietet auch einen Energie-Check an, alle Infos dazu finden Sie auf der Website www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

Wohlfühl-Temperatur für jeden Raum

Das Wohnzimmer

Das Herzstück in jedem Haus. Die gängigen Empfehlungen lauten hierfür: 20 bis 21 Grad.

Bade- und Kinderzimmer

Klar, hier sollte es wirklich ganz behaglich und kuschelig sein. 21 bis 23 Grad empfinden die meisten als sehr angenehm.

Die Küche

Hier wird viel gekocht, gebrutzelt und gebacken - mehr als 18 Grad sind in der Regel also nicht nötig. 

Das Schlafzimmer

Zwischen 16 und 18 Grad werden für eine „gute Nacht“ empfohlen. Orientieren Sie sich an Ihrer persönlichen Wohlfühl-Temperatur.