Verkaufspartys: Welche Regeln gelten?

Gute Freundinnen und viel Spaß, doch was muss ich beachten?

Der Prosecco und die Häppchen stehen bereit, der Schmuck wartet hübsch drapiert auf dem Tisch – die Freundinnen können kommen. Verkaufspartys werden immer beliebter. Laut des Bundesverbands Direktvertrieb liegt der Umsatz bei 1,8 Milliarden Euro im Jahr. Allerdings ist der Besuch dieser Verkaufspartys bei vielen mit einem diffusen Druck verbunden: Muss ich da immer etwas kaufen? Klares Nein. Aber häufig lässt man sich von den psychologisch geschulten Beratern dann doch zu etwas überreden, was man gar nicht braucht. Und was macht man dann? Wir haben einige Tipps zusammengestellt.

Was muss man als Gastgeberin im Vorfeld beachten?
Man sollte den Verkauf besser einer Beraterin überlassen. Denn wer als Gastgeber selbst Waren anbietet, ist rechtlich gesehen ein freier Handelsvertreter, muss ein Gewerbe anmelden und ist theoretisch umsatzsteuerpflichtig. Allerdings gilt hier meist die Kleinunternehmer-Regelung. Damit darf man bis 17.500 Euro pro Jahr verdienen. Gewerbesteuer wird ab 24.500 Euro Jahresgewinn fällig.

Wie sieht es mit dem Rückgaberecht aus?
Wer etwas bei einer Verkaufsparty kauft, kann die Bestellung ohne Angabe von Gründen innerhalb von zwei Wochen widerrufen. Darauf muss der Verkäufer bei der Party ausdrücklich hinweisen. Macht er das nicht, verlängert sich das Widerrufsrecht auf ein Jahr. Für Reklamationen kann man sich ebenfalls an den Berater wenden. Wer als Gastgeber selbst verkauft, trägt nicht nur das Risiko, auf Rückläufern sitzen zu bleiben. Er muss auch für Produktfehler haften und sich an die Geschäftspartner wenden, bei denen er eingekauft hat. Besonders schwierig kann das werden, wenn die Anbieter im Ausland sitzen.

Wer verdient bei Verkaufspartys wirklich, oder kann man auch sparen?
Die Firmen, die ihre Waren durch Beraterinnen anbieten, sparen auf jeden Fall Fixkosten für Geschäftsräume und Personal. Trotzdem sind Schnäppchenangebote auf den Partys eher selten. Man sollte sich im Vorfeld also besser über Vergleichspreise informieren, bevor man in Sektlaune zuschlägt.

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