Grüne Kosmetik: Vegan ist Trend

Auch Beauty-Produkte kommen mehr und mehr ohne tierische Bestandteile aus

Erst in der Küche, dann in der Mode, jetzt auch im Beauty-Bereich: Der völlige Verzicht auf tierische Bestandteile ist en vogue. Selbst Kosmetik soll jetzt Vegan sein! Was steckt dahinter?

Naturkosmetik hat ja schon länger ihr etwas verstaubtes Öko-Image abgestreift. Die „Grünen“ präsentieren sich heute mit coolem Nimbus – was Designs und Texturen betrifft. Doch plötzlich tragen Cremes & Co. den Claim „vegan“. Was heißt das denn jetzt wieder, oder ist das einfach dasselbe? Welche Kosmetik ist vegan?

Natürlich schön: Was genau heißt „vegan“?

Diese Produkte zeichnen sich dadurch aus, dass bei der Herstellung keinerlei tierisches Material zum Einsatz kommt und die Produkte selbstverständlich auch nicht an Tieren getestet werden dürfen. Vegane Kosmetik basiert überwiegend auf nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen. Doch ist das so einfach möglich?

 

Generell kann jeder tierische Inhaltsstoff durch einen adäquaten pflanzlichen ersetzt werden. Etwa Rindertalg durch Olivenöl, Gelatine durch Alginat aus Algen oder Apfelpektin, Farbstoffe wie Karmin aus Schildläusen durch Rote Bete sowie Kollagen und Elastin durch Sojabohnenextrakt

erläutert Marita Ganter, Leitung und Entwicklung bei der neuen Marke Bio Végane Skinfood.

Bio, Natur, vegan: Das sind die Unterschiede

Wenn Kosmetik vegan ist, wird bei der Herstellung komplett auf tierische Produkte verzichtet, dennoch ist sie nicht völlig natürlicher Herkunft. „Die Inhaltsstoffe dürfen nicht vom Tier sein, aber vegane Kosmetik kann, wie die konventionelle, synthetische Rohstoffe beinhalten,“ weiß die Expertin. Bei Naturkosmetik verpflichten sich Hersteller, natürliche Inhaltsstoffe zu verarbeiten, je nach Siegel in unterschiedlichen Anteilen. „In Naturkosmetik können auch tierische Stoffe enthalten sein wie etwa Lanolin oder Bienenwachs. Bei der Produktion wird aber auf Gentechnik, radioaktive Strahlung, synthetische Fette, Öle, Wachse oder Silikone sowie Mineralöl verzichtet“, erklärt Frau Dr. Ganter. Auch Bio ist ein großes Thema in der Beauty-Branche. „Hier wird darauf geachtet, dass je nach Siegel alle oder mindestens ein bestimmter, großer Anteil der verwendeten Wirkstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen“, weiß die Wissenschaftlerin. In die Kategorie „naturnah“ fallen viele Labels, die zwar auf bestimmte Stoffe wie etwa Parabene oder Silikone verzichten, aber nur zum Teil natürliche Inhaltsstoffe verwenden.

 

 

 

An Grenzen stoßen: Was vegan nicht kann

„Intensive Farben und grelle Neon-Nuancen kann man mit Naturstoffen und natürlichen Pigmenten kaum erzielen“, so die Expertin. Lange Zeit gab es auch keine veganen Mascaras, weil für deren Produktion selbst veganaffine Naturkosmetik- Marken auf tierische Stoffe wie etwa Bienenwachs setzen mussten. Mittlerweile sind vegane Wimperntusche möglich: Marken wie Benecos, Ilia oder Hiro bieten diese an und benutzen stattdessen Carnaubawachs.

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