Verhärtete Muskeln: 4 Therapien, die Sie kennen sollten

Die wichtigsten Infos zu Osteopathie, Cranio-Sacral & Co.

Ein anstrengender Tag im Büro – im Rücken zieht’s, der Nacken ist hart wie Stein und die Schultern lassen sich kaum noch bewegen. Verhärtete Muskeln machen fast jedem von uns manchmal zu schaffen. Wenn die Belastung nachlässt, entspannen sich die Muskeln normalerweise wieder – aber manchmal eben auch nicht, wenn der Arbeitsalltag seinen Tribut fordert. Diese Therapien lösen dauerhaft verspannte und verhärtete Muskeln.  

Rolfing

Diese Therapie wurde in den 1950er Jahren von der US-Biochemikerin Ida Rolf entwickelt. Bindegewebe und Faszien spielen dabei die zentrale Rolle. Zur Lösung von Verhärtungen und Spannungen üben Rolfer langsamen Druck auf das Bindegewebe aus. Je nach Ort der Verspannung setzt der Therapeut dazu Fingerkuppen, Knöchel, Handfläche oder Ellbogen ein. Die Kasse zahlt in der Regel nicht, man braucht etwa zehn Sitzungen. Eine kostet ab 75 Euro. Infos unter www.rolfingverband.de

Qigong

Diese spezielle Bewegungslehre stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. In Verbindung mit Atem- und Konzentrationsübungen führt man dabei langsame und bewusste Bewegungen wie in Zeitlupe aus. Das löst Verkrampfungen und stärkt die Muskeln. Beim Qigong baut der Patient außerdem Stress ab. Sportvereine bieten diese Therapie an, manche Kassen übernehmen die Kosten.

Osteopathie

1892 wurde die American School of Osteopathy von dem Amerikaner Andrew Taylor Still gegründet. Die Lehre der Osteopathie sieht den Körper als Einheit. Faszien, Bänder, Gelenke und Muskeln sind miteinander verbunden. Schmerzen an einem bestimmten Punkt haben ihre Ursache häufig ganz woanders: Eine kleine Fehlstellung im Kiefer zum Beispiel kann Rückenschmerzen auslösen. Der Osteopath ertastet mit den Fingern verhärtete Muskeln und Blockaden, die er dann durch sanften Druck löst. Er gibt dem Körper damit eine Anleitung zur Selbsthilfe. Osteopathen haben umfassendes Wissen in Anatomie, Physiologie, Neurologie und Pathologie. Nur Ärzte und Heilpraktiker dürfen Osteopathie praktizieren. Die Kasse zahlt nicht, eine Sitzung kostet zwischen 60 und 120 Euro.

Cranio-Sacral-Therapie

Die Behandlung hat sich aus der Osteopathie entwickelt. Die Cranio-Sacral-Therapie ist auch unter dem Namen „Schädel-Kreuzbein-Therapie“ bekannt (Cranium = Schädel, Sacrum = Kreuzbein). Ebenfalls ausschließlich mit den Händen ertastet der Therapeut dabei hartnäckige Blockaden in den Bereichen um den Kopf und die Wirbelsäule und bearbeitet sie sanft. In der Regel liegt der Patient dabei ca. für eine Stunde voll bekleidet auf dem Rücken auf einer Liege. Auch hier werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Und auch diese Behandlung wird nicht übernommen, die Sitzung kostet ab ca. 60 Euro.

SOS-Tipps bei akutem Schmerz

Stufenlagerung: Bei einem Hexenschuss auf den Boden legen. Die Beine im rechten Winkel auf einem Stuhl ablegen. Das entlastet die untere Lendenwirbelsäule und nimmt den Schmerz. 

Wärme: Spezialsalben aus der Apotheke oder eine Wärmflasche fördern die Durchblutung, dadurch werden mehr Nährstoffe und Sauerstoff zu den schmerzenden Muskeln transportiert. 

Selbstmassage: Wenn der Nacken wehtut, mit den Fingern die schmerzenden Muskeln vorsichtig kneten und drücken. Das hilft!