Verspannter Nacken: So lösen Sie die Blockaden

Nackenschmerzen können den ganzen Körper belasten

Viel Arbeit, der Mann ist krank, das Kind hat Ärger in der Schule? Wenn zu großer Druck auf unseren Schultern lastet, macht sich das oft als erstes mit einem verspannten Nacken bemerkbar. Die Muskeln können nach dem Anspannen nicht mehr locker lassen – Haltungsprobleme, Rücken- und Kopfschmerzen sind die Folge. Wie Sie den Klammergriff im Nacken lösen, lesen Sie hier.

Körnerkissen schmiegen sich perfekt an

Wärme weitet die Gefäße, regt den Kreislauf an und fördert so die Durchblutung der verhärteten Muskulatur. Top-Helfer bei einem verspannten Nacken sind angewärmte Körnerkissen, die es mit unterschiedlichen Füllungen gibt. Dicke Kirschkerne speichern die Hitze besser, auf feinen Roggen- oder Dinkelkörnern lässt es sich angenehmer liegen. Am längsten bleiben die Nackenhörnchen heiß, wenn sie in der Mikrowelle erwärmt werden – sogar länger als eine Wärmflasche.

Vollbad mit Rosmarinöl entspannt auch den Kopf

Ein Vollbad lockert die Muskeln, durchblutungsfördernde Essenzen des Rosmarinstrauchs verstärken die Wirkung. Dafür 10 ml ätherisches Rosmarinöl (Reformhaus) in 38 Grad warmes Wasser geben, 20 Minuten baden, danach kalt abbrausen. Das senkt ganz nebenbei auch den Stresshormon-Pegel.

Kälteauflage lindert Entzündungen

Der Nacken fühlt sich heiß an, Wärme ist unangenehm? Probieren Sie es doch mal mit einer Gel-Kompresse aus dem Gefrierfach. Ist die Muskulatur nämlich nicht nur verkrampft, sondern auch das umliegende Gewebe entzündet, hilft Kälte kurzzeitig effektiver als Wärme. Um Hautschädigungen zu vermeiden, die Gel-Auflage in ein Geschirrtuch wickeln.

Akupressur wirkt wie eine Mini-Massage

Akupunktur, die Reizung einzelner Körperpunkte mit feinen Nadeln, kann Rückenleiden effektiv lindern. Studien, die im British Medical Journal veröffentlicht wurden, zeigen nun, dass Akupressur ebenso wirksam ist. Diese fernöstliche Druckpunktbehandlung lässt sich leicht selbst durchführen. Bei Nackenbeschwerden, vor allem stressbedingten Verspannungen, hilft der Punkt „Lu 7“. Er sitzt an der Unterseite des Arms, einen Daumenbreit hinter dem inneren Handgelenksknöchel. Punkt erst zwei Sekunden lang leicht drücken, dann kräftiger, ohne dass es schmerzhaft wird. Lockerlassen, drei- bis fünfmal wiederholen.

Medikamente unterstützen die Selbstheilung

Zusätzlich zu Wärme- und Kälteanwendungen können Schmerzmittel die Begleiterscheinungen der Verspannung lindern. Sie sollten aber höchstens zwei Wochen lang am Stück angewendet werden. Den Selbstheilungsprozess des Körpers unterstützen auch homöopathische Salben und Tabletten.

Infrarot-Strahlung dringt tief ins Gewebe ein Infrarot-Licht kann sehr gezielt eingesetzt werden, weil es nur die bestrahlte Stelle erhitzt. Die Wärme der Lampe dringt tief ein, erweitert die Blutgefäße und löst Entzündungen im Gewebe. Dreimal täglich zehn Minuten auf die nackte Haut richten. 

Wärmepflaster machen jede Bewegung mit

Sie geben bis zu acht Stunden lang gleichmäßig Hitze ab, können unauffällig unter der Kleidung getragen werden und lockern die Muskulatur effektiv. Optimal sind Wärmepflaster, in denen die Hitze durch Oxidation entsteht – eine kontrollierte Reaktion von Eisenpulver mit Sauerstoff. Im Gegensatz zu Pflastern mit dem Scharfstoff Capsaicin, der aus Chilischoten gewonnen wird, dringt die Hitze nicht nur oberflächlich in die Haut ein, sondern auch tief in die betroffenen Muskelschichten. 

Haben Sie einen Handy-Nacken?

Laut internationalen Studien schauen Smartphone-Nutzer durchschnittlich 1.000 Stunden pro Jahr auf ihr Handy. Darunter leiden nicht nur die Augen: Bereits eine leichte Neigung des Kopfes von 30 Grad übt einen Druck von 20 Kilogramm auf die Halswirbel aus. Das kann auf Dauer zu starken Verspannungen – dem so genannten Handy-Nacken –, Haltungsschäden und sogar Bandscheibenvorfällen führen.

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