Wenn der Busen zur Last wird: 3 betroffene Frauen erzählen

Wenn große Brüste Lebensqualität nehmen

Viele Frauen träumen von einer größeren Oberweite. Klar, sie kann ein Zeichen purer Weiblichkeit sein, aber auch eine echte Bürde, unter der man körperlich und seelisch leidet. 3 Frauen erzählen, was sie dabei im Alltag ganz besonders belastet – und welche Konsequenz eine von ihnen gezogen hat.

Wenn der Busen zur Last wird: 3 betroffene Frauen erzählen

Carmen (32): „Nach den Babys wurde die Brust größer“

Kurvig war ich schon immer – und ganz ehrlich, ich habe meinen Frieden damit gemacht. Mein Mann liebt es, dass er „was zum Anfassen hat“, und gesundheitlich ging es mir immer gut. Sogar mit meiner großen Oberweite habe ich mich arrangiert. Ich bin keine Sportskanone, darum schränken mich die Brüste nicht in meiner Freizeit ein. Nach Majas Geburt kam allerdings eine  ganze  Körbchengröße dazu, und als ich Felix abgestillt hatte, waren es schon zwei Größen mehr. Einen BH finden, der halbwegs feminin aussieht? Vergiss es! In speziellen Wäscheläden, die meine Größe bestellen können, zahle ich mindestens 90 Euro und mehr für einen schmucklosen Allzweck-BH – und habe trotzdem oft wunde Stellen. Und gut sitzende Kleidung für „darüber“ zu kriegen, wird auch immer schwieriger. Dann sind da noch die Blicke. Ich werde manchmal wirklich dreist und unverhohlen angestarrt. Das ist mir schon unangenehm. Normalerweise verstecke ich mich nicht, doch inzwischen passiert es zu häufig. Da unsere Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, kommt wegen der Risiken – unter anderem könnte ich die Stillfähigkeit verlieren – eine Verkleinerung noch nicht infrage. Viele Frauen träumen von einer größeren Oberweite. Klar, sie kann ein Zeichen purer Weiblichkeit sein – aber auch eine echte Bürde, unter der man körperlich und seelisch leidet.

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Silke (45): „Verstecken ist Teil meines Lebens“

 Ich mache Yoga, achte auf meine Ernährung – und finde, ich habe eine schlanke Figur. Dadurch fallen meine E-Körbchen allerdings noch mehr auf. Als junge Frau fand ich es eine Weile toll, dass ich die Aufmerksamkeit vieler Männer auf mich zog. Doch das hat sich längst geändert. Die wenigsten schauten in mein Gesicht oder waren an einem echten Gespräch interessiert. Auf die lakonische Bemerkung „Meine Augen sind hier oben“, reagierten die meisten mit einem anzüglichen Grinsen. Danke, nein! Also begann ich, meinen Busen, so gut es geht, zu kaschieren und versuchte, davon abzulenken. Was ich nicht schon alles für Haarfarben hatte! Und in meinem Kleiderschrank sind jede Menge Pullis, weite T-Shirts, weite Tops und Strickjacken. Zum Glück gibt es bei uns in der Bank keine zu strengen Kleidervorschriften. Denn Blusen, Blazer, Jäckchen mit Knöpfen oder Reißverschlüssen, enge Oberteile und Kleider mit einem Ausschnitt trage ich nicht. Sicher, das ist kein
Weltuntergang. Doch es belastet mich wirklich, nicht frei in meiner Entscheidung zu sein. Zeige ich mich offenherziger, habe ich Angst, reduziert und als jemand gesehen zu werden, der ich nicht bin. Ich glaube, das ist für Außenstehende nicht so leicht nachzuvollziehen. Vor einer OP habe ich zu viel Angst.

Claudia (42): „Ich habe etwas machen lassen“

 „Was? Verkleinert? Ich würde sonst was geben für ein bisschen mehr.“ So reagieren die meisten Frauen, die hören, dass ich eine Mammareduktion hatte. Das nervt. Diese Frauen können sich offenbar nicht vorstellen, was jahrelange Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Nacken- und Kopfschmerzen mit einem machen. Sie wissen nicht, wie sehr ich unter meiner 80-F-Brust gelitten habe, und dass ich mich alles andere als sexy mit diesem prallen Dekolleté gefühlt habe. Denn so große Naturbrüste sehen nicht schön aus, finde ich. Große Brüste hängen eben. Punkt. Darum habe ich mich für den Eingriff entschieden, den ich übrigens aus eigener Tasche zahlen musste. Eine Hautstraffung und Anhebung der Brust wurde gleich mitgemacht. Dafür habe ich Geld zur Seite gelegt. Die Schmerzen danach waren heftig, aber als ich endlich an meinen zweiten Spartopf gehen konnte – dem, der für eine komplett neue Garderobe gedacht war – wusste ich: Die Entscheidung war genau richtig.

Quelle: LEA

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