Best Ager und Barrierefreiheit: Jetzt für später vorsorgen

Wohnung fit für den nächsten Lebensabschnitt machen

Als Best Ager haben wir schon einiges im Leben geschafft: Wir sind Mutter, vielleicht sogar Oma, sind glücklich verheiratet oder genießen ganz bewusst und in vollen Zügen unsere Freiheit und Unabhängigkeit. Vor allem haben wir uns aber eine vertraute Umgebung geschaffen, die wir auch später im Alter nicht aufgeben wollen. Leider machen körperliche Leiden in Kombination mit einer nicht-barrierefreien Wohnsituation diesem Wunsch häufig einen Strich durch die Rechnung. Die gute Nachricht: Mit ein paar Anpassungen lässt sich fast jede Wohnung fit für den nächsten Lebensabschnitt machen.

Altersgerechter Wohnraum: Freiräume schaffen

Die Knie schmerzen und die Beweglichkeit nimmt ab. Und so schlimm es klingt: Besser wird es nicht. Damit einem die möglicherweise nachlassenden Kräfte nicht irgendwann zum Umzug zwingen, sollte man vorsorgen - und zwar in jedem Bereich der Wohnung bzw. des Hauses.

Treppen

Treppen sind die natürlichen Feinde vieler Seniorinnen. Wohnt man nicht gerade in einem Bungalow oder einer Parterrewohnung, können die so harmlos scheinenden Stufen im Alter schnell zum Problem werden. Insbesondere dann, wenn kein klassischer Personenaufzug vorhanden ist und rutschfeste Treppenbeläge und griffige Handläufe nicht mehr ausreichen. Die Lösung: Ein Treppenlift. Entsprechende Modelle gibt es in verschiedenen Ausführungen, für gerade, kurvige und schmale bzw. sehr steile Treppen

Badezimmer

Im Bad heißen die Stolperfallen Dusche und Badewanne. Begehbare Duschen sind mittlerweile Standard bei Badrenovierungen und machen optisch richtig was her. Doch auch auf das geliebte heiße Bad muss man später nicht unbedingt verzichten. Der Sachverständige Manfred Haus sagt: „Barrierefreie Wannen mit Einstieg erlauben das sichere sowie schmerzfreie ein- und aussteigen. Wichtig: Wasser vorher ablassen.“ 

Fußböden

„Die Sturzgefahr im Alter ist deutlich erhöht. Vorsorgen lässt sich mit rutschfesten Fußbodenbelägen. Besonders gut geeignet sind Materialien wie Vinyl. Entsprechende Beläge in Fliesen- oder Holzoptik können sowohl in Küchen, Fluren und Schlafzimmern als auch in Feuchträumen wie dem Badezimmer verlegt werden.“ So Haus.

Und wer soll das bezahlen?

Ein altersgerechter Umbau ist teuer - keine Frage. Dennoch stehen die Kosten oft in keinem Verhältnis zur Unglücklichkeit, mit der man einen erzwungenen Umzug in eine komplett neue Umgebung bezahlen würde. Hinzu kommt, dass man durch die Wohnraumanpassung später weniger auf fremde Hilfe angewiesen ist. Statt einer kostenintensiven Pflege, reichen haushaltsnahe Dienstleistungen als Unterstützung im Alltag oftmals aus. 

Und: Altersgerechter Umbau wird bezuschusst. Die Pflegekassen beteiligen sich einmalig mit bis zu 4.000 Euro pro Person an sog. wohnumfeldverbessernden Maßnahmen (z.B.: Treppenlift-Einbau). Pro Haushalt ist sogar eine Kostenbeteiligung in Höhe von 16.000 Euro möglich. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein vorhandener Pflegegrad. 

Unabhängig vom Alter und Pflegegrad beteiligt sich die staatliche Förderbank KfW an barrierereduzierenden Umbauten. Die Höhe des KfW-Zuschusses beträgt bis zu 12,5 % der förderfähigen Kosten, maximal aber 6.250 Euro. 

Alternativ dazu bietet die KfW allen, die so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben wollen, einen zinsgünstigen Kredit für die Realisierung der notwendigen Umbauten an. Hier können bis zu 50.000 Euro zu einem effektivem Jahreszins ab 0,78 % beantragt werden.

Altersgerechter Umbau in Mietwohnungen möglich

Wer zur Miete wohnt, zieht nicht zwangsläufig den Kürzeren. Gemäß § 554a BGB gilt, dass Vermieter baulichen Veränderungen zustimmen müssen, solange die Mieter ein berechtigtes Interesse an dem Umbau haben und die Interessen des Vermieters oder anderer Mieter nicht überwiegen. In der Praxis gestalten sich individuelle Vereinbarungen zwischen Mieter und Vermieter meist recht unkompliziert, da eine Renovierung stets den Wert der jeweiligen Immobilie erhöht.