5 Verhütungsmythen: Was ist dran?

Von Scheidenspülungen mit Cola und Antibiotika

Wir leben in einer Zeit, in der es die unterschiedlichsten Arten der Verhütung gibt. Da wären beispielsweise die beiden Klassiker Kondom und die Pille. Hierbei weiß man, dass es funktioniert und wie es funktioniert. Doch es gibt auch viele andere Arten, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Einige sind dabei jedoch leider ein Mythos und machen vielleicht so einiges, nur leider nicht verhüten. Wir stellen Ihnen fünf verschiedene Mythen vor und zeigen, was dran ist.

Schon im Jahre 100 n. Chr. empfahl Soranus von Ephesus: „Nach der Ejakulation des Mannes soll die Frau sich zurückziehen, in die Hocke gehen und niesen – zusätzlich sollte durch das Auswischen der Scheide versucht werden, den Samen aus dem weiblichen Körper zu ,lösen'“ — Na, wenn das mal nicht einfach ist?

5 Verhütungsmythen im Check:

1. Antibiotika machen hormonelle Verhütungsmittel unwirksam

Hierbei handelt es sich um einen Mythos, der doch tatsächlich einen Wahrheitsgehalt mit sich bringt. Zwar kann man nicht allgemein sagen, dass Medikamente dieser Art die hormonellen Verhütungsmittel ausschalten, jedoch ist erwiesen, dass einige Antiepileptika, Antibiotika und vereinzelte Arzneimittel die Aufnahme der Hormone über die Darmschleimhaut behindern oder den Hormonabbau in der Leber beschleunigen. Dies kann bereits kurz nach der Einnahme passieren und sogar noch bis zu sieben Tage danach. Wer hier also auf Nummer sicher gehen möchte, verhütet in dieser Zeit anderweitig.

2. Die Pille macht Frauen dick

Bei diesem Thema spaltet sich die Wissenschaft. Zwar ist es theoretisch möglich, dass durch die erhöhte Menge der Östrogene eine erhöhte Wassereinlagerung stattfindet, wodurch wiederum Unterhautfettgewebe angelegt wird. Jedoch zeigt eine Studie eines Kölner Instituts, dass diesbezüglich kein Unterschied zwischen einer Pille und einem Placebo besteht. Es variiert somit von Frau zu Frau.

3. Sex während der Periode

Viele wiegen sich in Sicherheit, wenn sie Sex während der Periode haben. Doch auch hier ist Vorsicht geboten! Die Frau ist in der Mitte ihres Zyklus am fruchtbarsten, sprich während des Eisprungs. Da dieser ca. zwei Wochen vor dem ersten Tag der Periode stattfindet, könnte man annehmen, dass dies ein Indiz dafür wäre, nicht schwanger werden zu können. Allerdings können Spermien auch dieses lange Zeitfenster überleben und schließen somit eine Schwangerschaft nicht aus.

4. Scheidenspülung mit Cola

Über Cola kennt man die wichtigsten Eckpunkte: das zuckerhaltige Getränk dient der Erfrischung, ist nicht das gesündeste für unsere Zähne und reagiert explosiv in Verbindung mit Mentos Bonbons. Doch kann Cola auch als Verhütungsmittel dienen? Völlig absurd möchte man meinen. Doch tatsächlich fand eine US-Studie der Harvard Medical School heraus, dass Cola Spermien bewegungsunfähig machen kann. Tatsächlich sind die Forscher dabei auf die Idee gekommen, nach dem Sex die Vagina mit Cola „auszuspülen“, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Doch Cola kann die kleinen Schwimmer nicht abtöten, wodurch eine Schwangerschaft weiterhin auftreten kann. Des Weiteren wurden die Tests für die Studie mit einem Glas Cola durchgeführt, nicht mit weiblichen Geschlechtsorganen. Liebe Männer, kippen Sie die Cola bitte weiterhin in Glas, nicht in Ihre Frau!

5. Verhütung während der Wechseljahre unnötig

Diese Aussage kann man so pauschal leider ebenfalls nicht tätigen. Während der Wechseljahre finden Schwankungen im weiblichen Zyklus statt. Dabei ist eine Schwangerschaft bei über 45-Jährigen immer noch möglich, allerdings eben unwahrscheinlicher. Allgemein wird empfohlen, bis zum 51. Lebensjahr zu verhüten. Befindet man sich dann in den Wechseljahren und hatte bereits ein Jahr lang keine Periode mehr, so kann man davon ausgehen, dass man nicht mehr fruchtbar ist.

Wir sehen also, dass wir in einer Zeit leben, in der wir auf eine große Palette von Möglichkeiten zugreifen können, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden. Dennoch gibt es auch einige Momente, in denen Menschen scheinbar sehr experimentierfreudig werden und alltägliche Dinge, wie beispielsweise Cola, zweckentfremden. Beachten Sie jedoch die erwähnten Punkte und greifen Sie auf altbekannte Dinge zurück, so steht Ihrem sorglosen Liebesleben nichts im Wege.

ORION Blogger David

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