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Das Bootshaus

Marie Sonnenfeld aus Lustgefühle

19. Juli 2017

Ja, sicher war unsere Ehe inzwischen zu einer eher lieb gewonnenen Gewohnheit geworden, wie Henrik es nannte. Aber welche war das nicht? Ja, und natürlich hatte er recht damit, wenn er sagte, dass bei unserem Sex irgendwie „die Luft raus“ wäre. Ich hatte seine Worte aus unserem gestrigen Gespräch selbst heute noch deutlich im Ohr.

Henrik hatte mit mir eine Aussprache gesucht und so hatten wir uns mit einem Glas Wein gemütlich in unseren Garten gesetzt und bei Grillengezirpe und im Schein der langsam untergehenden Sonne über unsere Ehe gesprochen. Dass wir uns noch innig liebten, war nicht das Thema, das war klar. Auch dass wir fest zusammengehörten, wussten wir in jedem Moment. Nein, es ging ihm darum, wieder mehr Schwung und Energie in unser Sexleben zu bringen. Mir selbst war es über die Jahre gar nicht so drastisch aufgefallen, dass unsere Erotik langsam immer müder wurde, aber Henrik schien darunter sehr zu leiden.

Dass dieser Julitag sehr warm war und ihm der Abend in nichts nachstand, passte hervorragend für unser kleines „Garten-Meeting“. Wir sahen uns, während wir miteinander sprachen, immer wieder tief in die Augen. Gerade weil es um unsere Liebe, unseren Sex und unsere Leidenschaft ging. Und auch, weil wir spürten, wie viel wir immer noch füreinander empfanden. Zu einem richtigen Ergebnis kamen wir nicht. Aber zu einem Versprechen, welches wir einander gaben, nämlich unserer Zweisamkeit wieder mehr Achtung zu schenken und sie immer wieder neu zu beleben, so gut wir konnten.

Lange dauerte es nicht, bis Henrik eine Idee in die Tat umsetzte, die genau dieses Versprechen einlösen würde. Denn nur wenige Tage später nahm er mich nach seinem Feierabend an die Hand und führte mich zu unserem Auto. Es war wieder ein warmer Tag und so trug ich nur ein luftiges Sommerkleid und leichte Schuhe, was er mit einem anerkennenden Blick registrierte. Vor Vorfreude grinsend hielt er mir die Beifahrertür auf und als ich eingestiegen war, ging es los. Wir fuhren in Richtung Stadtrand. Dort hielt er an einem Seitenstreifen, griff in seine Hosentasche und zog ein Baumwolltuch hervor. Bevor ich fragen konnte, weshalb er es bei sich trug und was er damit vorhatte, verband er mir damit auch schon die Augen.
„Was …“, begann ich meinen Satz, aber Henrik legte mir seinen Finger auf die Lippen. „Pssst, nicht fragen. Es wird eine Überraschung“, raunte er in mein Ohr und gab mir einen zärtlichen Kuss. Gleich darauf setzte er den Wagen wieder in Bewegung.

Eine geschätzte Stunde waren wir unterwegs. Es schien über recht einsame Landstraßen zu gehen, denn ich hörte nur selten das Geräusch eines anderen Autos durch das geöffnete Schiebedach zu uns ins Wageninnere dringen. Ich ahnte, dass diese von meinem Mann inszenierte Überraschung mit unserem Sex zu tun haben würde, und ich freute mich darauf. Es war sogar mehr als das, denn als wir so dahinfuhren, spürte ich diese erregende Hitze sich tief in mir ausbreiten und das spannende Kribbeln der Erwartung sich dazugesellen. Ob ich begann feucht zu werden, konnte ich nicht sagen, aber ich vermutete es. Gern hätte ich zu Henrik herübergesehen, nur einmal kurz einen Blick in seinen Schritt riskiert. Ob es ihn auch erregte? Ich vermutete auch das. Oh ja, ich freute mich auf ihn.
„So, wir sind da, Liebling.“
Ich hörte Henriks Stimme und nahm wahr, dass er den Motor abstellte. Im nächsten Augenblick wurde meine Tür geöffnet und Henrik griff nach meiner Hand.
„Komm, steig aus“, forderte er mich freundlich auf und half mir sogleich dabei, da ich in meiner momentanen Blindheit doch eher unbeholfen war.
Mit mir an der Hand öffnete er den Kofferraum und nahm einen Rucksack heraus. Dann verschloss er das Auto. Hand in Hand gingen wir langsam über unwegsames Gelände. Vorsichtig führte Henrik mich mit seinen Worten und schon bald hörte ich Wasser, das gegen ein Ufer schwappte. Gleichzeitig vernahm ich knarrende Geräusche von Booten, die gegen einen Steg stießen. Und … ja, und es roch nach Holz und Wasser. Ich konnte es kaum glauben. Hatte er es wirklich getan? War er wirklich mit mir zu dem alten Bootshaus gefahren? Das war ja fast zu schön, um wahr zu sein. Ungläubig blieb ich stehen.
„Henrik?“ Ich hielt ihn an der Hand zurück.
Mit einem versteckten Lachen und immenser Vorfreude in der Stimme antwortete er mir.
„Ja, Danni?“ Ich war derart überwältigt, dass ich kaum in der Lage war, meine Frage vernünftig zu formulieren.
„Du bist doch nicht …? Hast du es wirklich getan? Sind wir am alten Bootshaus?“
Jetzt lachte er leise auf.
„Aber ja!“
Damit zog er mir die Augenbinde herunter und hob mich, noch immer lachend, hoch. Den Rucksack über eine Schulter geworfen und mich auf seinen Armen tragend, ging er die wenigen Schritte, um in das Innere der verlassenen Bootsunterkunft zu gelangen. Er trug mich hindurch, bis wir am offenen Ende an einen Steg kamen. Dort lagen auch die kleinen Ruderboote, welche ich vorhin schon gehört hatte.
„Oh, es ist ein Traum, Henrik! Aber dürfen wir das denn? Ist es nicht eigentlich verlassen?“

Schon lange hatte ich dieses Bootshaus aus der Ferne und beim Vorbeifahren bewundert. Immer wieder hatte ich Henrik von diesem romantischen Ort vorgeschwärmt. Dass er sich daran erinnert hatte, dass er wusste, dass dies mein Lieblingsplatz war! Wieder legte er einen Finger auf meinen Mund.
„Es ist okay und alles geklärt. Denke nicht darüber nach, sondern genieße einfach nur, Liebling!“
Er zog mich in seinen Arm und küsste mich. Wild, fordernd und voller Verlangen. Ich presste mich eng gegen ihn und er zog mich ebenso fest in seinen Arm. Ohne ein Wort, aber mit einem vertrauten Selbstverständnis küssten wir uns heiß und voller Begierde. Jetzt war es keine Vermutung mehr, jetzt fühlte ich ganz deutlich, dass ich vor Erregung feucht wurde. Und auch Henriks Erektion drückte sich durch den Stoff seiner Hose hindurch. Oh, wie aufregend es war!
Zögernd löste Henrik sich nach einer Weile von mir und streifte den Rucksack von seiner Schulter. Er stellte ihn auf den Boden und zog eine Wolldecke daraus hervor, die er ausbreitete. Ebenso Baguette-Brot, Rotwein und Käse. Er drapierte alles auf dem oberen Rand der Decke und sah mich mit blitzenden Augen an. Ich schaute voller Spannung zurück. Dabei lobte ich ihn für die tolle Idee mit dem Abendessen, worauf er mir aber sagte, dass ich es mir erst verdienen müsse. Ich verstand nicht gleich, was Henrik mir wohl ansah, denn ohne zu zögern begann er damit, mir mein Kleid abzustreifen und mir meinen BH auszuziehen. Sich selbst entkleidete er auch. Dann lief er auf den Steg hinaus und sprang mit einem kraftvollen Sprung kopfüber in das warme Wasser.
Aha! Jetzt wusste ich, worauf er hinauswollte. Ich entledigte mich meiner restlichen Kleidung und folgte ihm. Nicht mit einem derart gewagten Sprung, sondern eher vorsichtig trat ich vom Ufer aus in das Wasser hinein, welches sehr schnell tief wurde. Nach nur wenigen Schritten konnte ich schon nicht mehr stehen und ich schwamm zu Henrik. Er empfing mich mit einem tiefen Blick und nahm mich in seinen Arm. Küssend und uns immer noch leicht bewegend, um nicht unterzugehen, steigerten wir unsere Erregung ins Unermessliche. Ich strich mit meiner Hand über Henriks Körper nach unten und fühlte seine Lust. Und auch er streichelte über meine Haut. Das Wasser war ruhig und glatt, um uns herum eine friedvolle Stille und kein Mensch weit und breit. Ich fand es herrlich und war zu allem und mehr bereit. Henrik auch, wie ich überdeutlich in meiner Hand fühlen konnte.
„Gott, Danni, ist das heiß!“
Ich nickte und statt einer Antwort verwöhnte ich ihn, was er mir mit einem tiefen Seufzen quittierte.
Es war faszinierend, zu erleben, wie leicht sich unsere Körper im Wasser anfühlten. Die Magie dieses nassen Elements und diese prickelnde Situation ließen nur noch einen Wunsch zu.
Komm, schlaf mit mir ...!“
Henriks Augen waren bei diesen Worten voller Lust. Auch ihn schien die ungewohnte Umgebung und das Gefühl unserer nassen Körper in eine andere Dimension des Verlangens zu katapultieren. Ich wollte es auch, unbedingt! So nickte ich und hauchte ihm ein williges Ja entgegen.
„Komm“, forderte er mich daraufhin auf und schwamm vor mir her, näher an das Ufer heran. Hier war das Wasser weniger tief und wir konnten wieder Boden unter unseren Füßen fühlen. Das feuchte Element schwappte um Henriks Brust und meine Schultern, als er mich lange ansah. Sein Blick ging mir durch und durch. Er erzählte mir von Liebe, Vertrautheit und Sex, purem Sex. Ich antwortete ihm und schaute ihm ebenfalls eindringlich und tief in die Augen.
Seine Hände waren überall. Sie streichelten und verwöhnten mich und fanden schließlich den Weg zu meiner pulsierenden Mitte. Henrik spürte meine Lust und konnte sich kaum noch beherrschen. Er streichelte mich von innen und schmiegte sich dabei eng an mich. Er zeigte mir unmissverständlich, was er sich so brennend wünschte, und da auch ich kaum noch einen anderen Gedanken fassen konnte, legte ich meine Hand um seinen Luststab und führte ihn zwischen meine Schenkel. Henrik seufzte auf. Er hob meinen Oberschenkel an und dann bedurfte es nur noch einer einzigen, kraftvollen Bewegung mit seiner Hüfte. Jetzt war ich es, die laut aufseufzte.
„Ja, Henrik, gut!“, flüsterte ich und schmiegte mich intensiv an ihn.
Das Wasser drückte sich zwischen uns nach oben und bei jedem von Henriks lustvollen Rhythmus. In einer liebevollen Umarmung hielten wir einander fest und ich hatte mein Bein um seine Hüfte geschlungen. In seinem ganz eigenen Takt bewegte Henrik sein Becken, um immer wieder neu einzutauchen. Er seufzte und küsste mich innig. Ich sah in sein Gesicht, sah, dass er seine Augen die meiste Zeit geschlossen hielt. Als er sie zwischendurch doch einmal öffnete, empfing mich ein warmer und begieriger Blick. Jetzt küsste ich ihn und schob dabei meine Hände von seinen Schultern zu seinem Po hinunter. Ich fühlte seine angespannten Muskeln und griff fest zu. Das war der Moment, in dem Henrik mir atemlos ankündigte, dass er sich nicht mehr lange würde zurückhalten können. Statt einer Antwort küsste ich ihn wieder, ließ meine Zunge seine finden und sie sanft liebkosen. Sein Griff wurde fester. Henrik hatte sein Gesicht in meinem Haar vergraben und seufzte in meine dunklen Locken hinein.
„Jetzt, Danni, jetzt!“
All das hier im Wasser mit ihm zu erleben, trieb auch meine Erregungskurve bis zum Anschlag nach oben. Außer Atem sah er in meine Augen und stellte mein Bein zurück auf den Boden. Durch die wundervolle Leichtigkeit, die das Wasser uns schenkte, hob Henrik mich mühelos auf seinen Arm und trug mich zum Steg.

Ich blickte herunter auf seine blonden nassen Haare und legte mich zurück auf das sonnengewärmte Holz. Oh, ja – es war herrlich! Henrik verwöhnte mich weiter, er wusste genau, wie ich es liebte, immer noch. Es war der Himmel auf Erden, als ich eingebettet in die Zärtlichkeiten meines Mannes seufzend versank. Dann schaute er mich an, betrachtete erst meinen nassen Körper, dann mein Gesicht. Gleich darauf beugte er sich über mich und küsste mich wieder. Ich hatte das Gefühl, dass die Welt um uns und unseren Kuss versank. Aber das war mir nicht wichtig. Einzig seine Lippen auf meinen und seine weiche Zunge an meiner zählten an diesem Abend, den Henrik so grandios für uns vorbereitet hatte.
Er stand auf und zog mich mit.
„Hunger?“
„Ja, und wie!“
Wir lachten uns an. Das waren die ersten Worte, die wir wieder miteinander sprachen, seit er mich vorhin so begierig bat, ihm zu folgen. Arm in Arm gingen wir zur Wolldecke. Dort angekommen, griff Henrik erneut in den Rucksack und zog zwei Handtücher hervor, mit denen wir die gröbste Feuchtigkeit von unserer Haut wischten. Und einen kurzen Augenblick später machten wir es uns auf der Decke bequem, um voller Genuss den Käse, das Brot und den trockenen Rotwein zu uns zu nehmen. Wir tranken abwechselnd aus der Flasche und lachten uns zwischendurch immer wieder verschwörerisch an.
Als es allmählich zu dämmern begann und ich fürchtete, dass wir wohl bald wieder aufbrechen müssten, fragte ich Henrik, ob er wohl noch ein letztes Mal mit mir schwimmen ginge. Er schaute mich an und ich bemerkte, dass ein verschmitztes Lächeln seine Lippen umspielte. Ich grinste auch, wusste ich doch genau, was er dachte …
„Na, was ist?“
Ich fragte ihn noch einmal und lächelte süß. Statt einer Antwort stand er auf und nahm mich in seinen Arm. Er küsste meinen Hals, meine Schulter und streichelte dabei über meinen Rücken. Mit einem wohligen Seufzer genoss ich ihn gerade noch, als er mich plötzlich losließ, mir noch einen Kuss auf den Mund gab und dann mit Anlauf und wieder kopfüber in den See sprang. Ich sah ihm dabei zu. Es sah toll aus! So kraftvoll, dynamisch und energiegeladen. Das Wasser spritzte dabei hoch und sein tosendes Eintauchen durchbrach die abendliche Stille. Einige Wasservögel schreckten auf und flogen hoch.
Ich stieg etwas vorsichtiger hinein. Aber das inzwischen kühlere Wasser genoss ich ebenso wie Henrik. Ich schwamm einige Züge, als ich völlig unvermittelt seine Hände auf meiner Haut fühlte. Kurz erschrak ich, da ich ihn vorher nicht wahrgenommen hatte. Er musste unter mir durchgetaucht sein. Wir konnten an dieser Stelle des Sees beide nicht mehr stehen, daher bewegten wir unsere Arme in kleinen Kreisen, als wir uns wieder innig küssten. Henrik drückte meinen Oberkörper nach hinten, so dass ich mich beinahe waagerecht auf der Wasseroberfläche und auf seinen Armen befand. Er verwöhnte mich überaus zärtlich.
„Henrik, es ist wunderschön!“
Ich hob meinen Kopf und schaute ihn an. Er blickte in mein Gesicht und zur Bestätigung meiner Worte nickte er, als er mir dabei tief in meine Augen sah. Wir fanden im Licht der untergehenden Sonne noch einmal voller Hingabe zueinander.

„Das Bootshaus" von Marie Sonnenfeld aus „Lustgefühle", Carl Stephenson Verlag / ORION

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