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Wenn die Partnerin beim Sex nicht zum Orgasmus kommt

Ratgber

23. Dezember 2020

Ein Orgasmus ist kein Gradmesser für guten Sex und außerdem gehören immer zwei dazu! Das rät die Expertin, wenn SIE nicht zum Orgasmus kommt. 
 

Gehören Sie auch zu den Männern, 

  •  die sich nichts sehnlicher wünschen, als dass ihre Partnerin beim Sex zum Orgasmus kommt? 
  •  bei deren Partnerin es nicht klappt, so sehr sie sich auch anstrengen? 
  •  die enttäuscht sind und an ihren Qualitäten als Liebhaber zweifeln? 
  •  die denken, mit ihrer Partnerin stimme etwas nicht? 
  •  die vielleicht sogar die Befürchtung haben, dass ihre Partnerin sie gar nicht richtig liebt? 

Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen! Denn vieles ist anders, als Mann denkt. Und alles halb so wild. Denn erstens ist ein Orgasmus kein Gradmesser für guten Sex und zweitens gehören immer zwei dazu.

Wann genau kommt sie denn nicht? 

„Blöde Frage, beim Sex eben“, denken Sie jetzt wahrscheinlich. Aber was bedeutet Sex denn für Sie? Meistens geht es bei diesem Problem doch darum, dass eine Frau nicht beim gemeinsamen Geschlechtsverkehr zum Höhepunkt kommt. Aber ist Sex nicht doch noch etwas mehr? Manchmal ist unser Blick so eng auf ein Ziel ausgerichtet, dass wir gar nicht wahrnehmen, was darum herum passiert. 

Viele Liebende haben ein Bild im Kopf, wie Sex zu funktionieren habe: Sie küssen sich, fummeln ein bisschen und stecken ihn rein. Ihn, den Penis. Und dann sollen nach einer gewissen Zeit - nicht zu schnell, aber auch nicht zu ewig lange - bitteschön beide kommen, am besten sogar gleichzeitig. Aber genau das klappt meistens nicht. Deswegen sollten Sie sich dieses Wunschbild auch erst einmal aus dem Kopf streichen. 

Frauen stellen sich oft dieselben Fragen

Sie sind nicht allein mit dieser Frage. Frauen stehen oft vor genau demselben Problem: „Ich komme beim Sex nicht“, heißt es dann gern. Und auch hier frage ich nach: 

  • "Wann genau denn nicht? Kommen Sie auch nicht, wenn Ihr Partner seine Hände oder seine Zunge benutzt?“ 
  • „Ja, doch, dann geht es!“ 

Sie kommen also doch. Und das ist wunderbar! Leider werden diese Orgasmen auch von Frauen selber häufig als nicht gleichwertig betrachtet. Schuld daran ist die veraltete Sichtweise, dass nur ein vaginaler Orgasmus ein richtiger Orgasmus sei. 

Rein physiologisch betrachtet ist diese Unterscheidungsweise jedoch Unsinn. Und gesellschaftlich auch. Vor allem ist diese Vorstellung sehr männlich orientiert. Denn für Männer ist der Geschlechtsverkehr ja tatsächlich eine ziemlich zielführende Angelegenheit. Aber für Frauen eben nicht. Die meisten kommen durch das einfach Rein-Raus nicht zum Orgasmus. Egal, wie groß oder klein der Penis sein mag. Da sind Sie also nicht allein. Mit diesem Idealbild werden übrigens auch ziemlich viele schöne Dinge ausgeschlossen. Denn wie erregend kann es sein, wenn Sie Ihre Liebste mit den Händen oder der Zunge zum Höhepunkt bringen und Sie dabei zusehen!? Und Sie sich anschließend von ihr verwöhnen lassen? 

Die richtige Vorbereitung

Apropos Erregung. Für Männer ist diese für den Geschlechtsverkehr unabdingbar, denn ohne gibt es keine Erektion. Frauen jedoch können Sex auch haben, ohne erregt zu sein. Nur macht es dann nicht ganz so viel Spaß und ist vor allem auch weit weniger orgasmustauglich. Hier könnte das Problem also auch liegen. 

Aber warum haben Frauen Sex, obwohl sie noch gar nicht so weit sind? 

  •  Sie wollen dem Partner nah sein und von ihm geliebt werden. 
  •  Manchmal brauchen sie auch einfach nur etwas mehr Zeit. 

Wenn Sie schon bereit zum Durchstarten sind, vergewissern Sie sich besser, dass Ihre Liebste ebenso bereit ist. Wenn nicht, dann sollten Sie vielleicht noch etwas warten. Und dann denken Sie bitte an die kleine Klitorisperle. Denn wenn diese überaus empfindliche Stelle gar nicht richtig berührt wird, fehlt den meisten Frauen einfach etwas. Das ist so, als wäre Ihre Eichel am Sex nicht beteiligt. Jetzt verstehen Sie, oder?! 

Die richtige Stellung

Sie können dazu eine Stellung aussuchen, in der das möglich ist. Die Reiterstellung beispielsweise. Dabei kann Ihre Liebste ihr Becken so vor- und zurückkippen, dass dabei die Klitoris an Ihrem Schambein reibt. Wer darin geübt ist, kann dies auch in anderen Stellungen ausprobieren. 

Die richtige Bewegung

Wichtig ist auch der äußerst empfindsame Scheideneingang. Ein Liebhaber, der hier im Duracellmodus hineinstößt, verschafft seiner Partnerin vermutlich weniger Genuss als derjenige, der diesen mit seinem Penis in kreisenden Bewegungen massiert. Außerdem spricht auch gar nichts dagegen, wenn Ihre Partnerin selber Hand anlegt. Sie weiß schließlich am besten, was sie gerade braucht. Oder Sie unterstützen sie dabei. 

Nehmt den Druck raus

Also, wir haben festgestellt, dass Sex mehr ist als Geschlechtsverkehr und jeder Orgasmus vollwertig, egal von wo er zu kommen scheint und ob er allein oder zu zweit stattfindet. Machen Sie sich daher bewusst, dass Ihre Partnerin vielleicht auf anderen Wegen mit Ihnen zusammen zum Höhepunkt kommt und klopfen Sie sich dafür auf die Schulter anstatt sich zu grämen, dass sie nicht so kommt, wie Sie meinen, dass es zu sein hat. 

Sex soll schließlich Spaß machen und nicht in Arbeit ausarten. Und Sie können nicht gewinnen, indem Sie ein Ziel erreichen. Ganz im Gegenteil setzen Sie damit sowohl sich selbst als auch Ihre Liebste nur unnütz unter Druck. Unter Druck funktioniert Sex aber nicht. Und wenn Ihre Liebste gar nicht kommt, liegt das vielleicht an der Stellung, an der Erregung, an der Missachtung ihres wichtigsten Lustorgans oder schlichtweg daran, dass sie selber nicht weiß, was sie braucht. In dem Fall können Sie den nächsten Beitrag lesen, in dem es darum geht, dass Frauen für ihre Lust selber verantwortlich sind.

„Lust und Orgasmus: Mädels, holt Euch, was Ihr braucht!“

Anja Drews – Diplom-Sexualpädagogin für ORION