Home Office leicht gemacht

5 Expertentipps, die Ihnen bei der Einrichung helfen

Home Office - für die einen ein Albtraum, für die anderen die perfekte Möglichkeit, um Zeit zu sparen und Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Und der Trend geht zunehmend dahin, nicht nur als Selbstständige/r, sondern auch als Angestellte/r von zuhause aus zu arbeiten. Immer mehr Arbeitgeber ermöglichen die sogenannte Telearbeit und passen ihre Strukturen der neuen digitalisierten Arbeitswelt an. Damit die Arbeit von zuhause aus gut gelingt, gibt es ein paar Tipps für die Einrichtung des Heimarbeitsplatzes, die sich definitiv bezahlt machen werden…

1. Flexibles Mobiliar

Im Grund gilt in jedem Lebensbereich: weg mit der Monotonie. Unser Hirn mag keine Eintönigkeit, vielmehr steht es auf neue Erfahrungen, Ideen und Situationen. Und Monotonie am Arbeitsplatz macht sich gleich auf mehreren Ebenen bemerkbar. Wenn nämlich Arbeitnehmer lange in der gleichen Arbeitshaltung - meistens im Sitzen - verharren, sorgt das nicht nur dafür, dass die Muskulatur in Rumpf und Hüfte verkümmert, sondern auch dafür, dass die Konzentrationsspanne verkürzt und Müdigkeit gefördert werden. Weitere Auswirkungen sind Verspannungen und Rückenschmerzen. Mehr Abwechslung tut also Hirn und Körper gut, weshalb flexibles Büromobiliar immer gefragter wird. Dazu gehören Sitz-Steh-Schreibtische als auch ergonomische Bürostühle. Beides fördert Gesundheit und Leistungsfähigkeit, beugt Rückenschmerzen und Langzeitschäden vor - auch im Home Office. Denn auch, wenn der Arbeitsplatz sich nicht in einem Bürokomplex befindet, werden Sie dort mehrere Stunden pro Tag verbringen. Und die Gesundheit geht schließlich immer vor…

2. Die technische Ausstattung

Gerade im Home Office ist die technische Ausstattung maßgeblich für eine gute und effektive Arbeitsweise, die Sie am Ende des Tages zufrieden zurücklassen sollte. Der wichtigste Punkt dabei: die WLAN-Verbindung. Testen Sie per Online-Breitbandmessung der Bundesnetzagentur vorab die Datenübertragungsrate an Ihrem Standort, um zu prüfen, ob Sie Ihre Tätigkeit dort auch längerfristig ausführen können. Wenn Sie etwa täglich mehrere Videocalls mit Beratungsgesprächen anpeilen, sollte die WLAN-Verbindung besonders stabil sein. Um sensible Passwörter zu schützen, sollten Sie Ihr Signal WPA/WPA2-verschlüsseln. 

Neben der Internetverbindung sollte auch ein angemessener Bildschirm vorhanden sein. 22 bis 24 Zoll sind dabei optimal. Je nach Aufgabe ist es schließlich hilfreich, wenn auch zwei Bildschirme auf den Schreibtisch passen. Der Abstand der Augen zum Bildschirm sollte 50 bis 70 Zentimeter betragen. Achten Sie bei der Ausrichtung des Arbeitsplatzes darauf, dass sich weder Lampen noch Sonnenlicht auf dem Bildschirm spiegeln und so die Augen beanspruchen. 

Um Sehnenscheidenentzündungen keine Chance zu geben, können Sie Ihre herkömmliche Tastatur durch eine Ergonomische ersetzen. Die verhindert, dass Ihre Handgelenke in eine ungesunde Haltung absinken. Und zu guter Letzt: das Headset. Ob mit oder ohne Kabel - das ist Ihnen überlassen. Wenn Sie zum Beispiel dazu tendieren zu vergessen, dass Sie Ihre Bluetoothkopfhörer aufladen müssen, ist die gute alte Stöpselvariante vermutlich vorzuziehen. 

3. Lichtverhältnisse schaffen

Einfach eine Lampe einschalten - und fertig? So einfach ist das auch wieder nicht. Schließlich gibt es Experten, die darauf spezialisiert sind, passende Lichtkonzepte für Unternehmen zu entwerfen. Ein gut durchdachtes Lichtkonzept am Arbeitsplatz ist ein 1-A-Helfer, wenn es um Konzentration, gute Laune und Leistungsfähigkeit geht. Wenn Tageslicht in den Arbeitsraum einfällt, ist das oftmals superschön, allerdings sollte es die Option geben, das Sonnenlicht per Plissée abzuschwächen, so dass immer noch die Helligkeit ankommt, aber keine Spiegelungen entstehen. Der Kontrast zwischen Arbeitsplatz und Umgebung sollte außerdem nicht zu hoch sein, um die Augen nicht unnötig anzustrengen. Für optimale Beleuchtung an grauen Tagen oder Winternachmittagen können Sie eine zusätzliche Schreibtischlampe installieren. Die EU-Norm DIN 12464-1 legt übrigens fest, dass direkt am Arbeitsplatz eine Helligkeit von 500 Lux optimal wirkt, im Umgebungsbereich sollten immer noch 300 Lux ankommen, im Hintergrund und in der Verkehrszone reichen 100 Lux. Lux bezeichnet die Menge an Licht, die effektiv auf ein Objekt fällt. 

4. Datenspeicherung und - sicherung organisieren

Je nach Struktur des Unternehmens für das Sie im Home Office arbeiten möchten, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber absprechen, wie Sie Dokumente erhalten und selbst zugänglich machen können. Gibt es einen zentralen Unternehmensserver? Sind dort selbsterklärende Ordnerstrukturen angelegt? Wenn das nicht der Fall ist, sollte eine Infrastruktur geschaffen werden, durch die Arbeitsprozesse auch auf Entfernung geordnet ablaufen können. So dass Sie die Dokumente finden, die Sie für Ihre Aufgaben benötigen, aber auch Ihre Kollegen auf Ihre Ergebnisse zugreifen können. 

Zusätzlich sollte ein regelmäßiges Backup durchgeführt werden, denn Datenverluste sind nicht nur ärgerlich, sondern kosten auch viel zeit und Nerven. Dafür können Sie Backup-Tools verwenden, die es sowohl kostenfrei als auch zahlungspflichtig gibt, die Daten können auf einer externen Festplatte oder in einer Cloud gesichert werden. Auf eine Cloud können Sie in einem Notfall auch von unterwegs aus zugreifen. 

5. Lärm und optische Ablenkungen reduzieren

Um konzentriert arbeiten zu können, hilft es, sowohl den Geräuschpegel als auch alles, was für optische Ablenkung sorgen könnte, so gut es geht zu reduzieren. 
Wenn es also irgendwie möglich ist, sollte das Fenster Ihres Home Offices zum Beispiel nicht zur viel befahrenen Straße, sondern eher Richtung Hof zeigen. Sie können Ihren Anrufbeantworter auf stumm schalten, die Benachrichtigungstöne für Whatsapp und Co. sowie möglichst viele Push-Nachrichten deaktivieren. Ein dezentes Farbkonzept im Raum unterstützt es ebenfalls, zur Ruhe zu kommen und Fokus zu finden.

Wer allerdings absolute Ruhe eher als ohrenbetäubend empfindet, kann sich den Mozart-Effekt zunutze machen und im Hintergrund leise Musik des Wolfgang Amadeus laufen lassen. Die fördert nämlich nachweislich die Konzentration, wie auch schon in Studien festgestellt wurde. 

Fazit

Home Office ist nicht gleich Home Office. Es kommt darauf an, den neuen Arbeitsplatz plan- und sinnvoll zu gestalten, und vielleicht auch die ein oder andere Anschaffung zu tätigen. In einem Angestelltenverhältnis ist der Arbeitgeber sogar dazu verpflichtet, die nötigen Materialien und Arbeitsmittel zu stellen. Und das gilt eben auch für den Arbeitsplatz zuhause. Von daher sollten Sie nicht zögern, und Ihr Home Office so entwerfen, dass es für Sie praktikabel und gesund ist, und mit Ihrem Arbeitgeber die Kosten besprechen.