Vorsorge-Vollmacht: Was muss ich beachten?

Im Notfall sollten Sie gewappnet sein

Ein Unfall oder ein ähnliches Unglück kann jeden von uns ganz plötzlich treffen. Wenn wir persönliche Dinge dann nicht mehr selbst regeln können, ist es gut, eine Vertrauensperson zu haben, die dies übernehmen kann und darf. Voraussetzung dafür ist eine Vorsorgevollmacht. Hilfreiche Tipps gibt Expertin Dr. Annabel Oelmann.

Was genau wird in der Vollmacht festgelegt?

Sie legt fest, von wem, was und wie etwas im Notfall zu regeln ist. Sie sollte den Namen des Bevollmächtigten enthalten sowie konkrete Informationen, welche Aufgaben in welcher Art und Weise im Ernstfall erledigt werden sollen.

Warum ist dieses Dokument so wichtig?

„Wenn beispielsweise jemand nach einem Verkehrsunfall lange Zeit ohne Bewusstsein im Krankenhaus liegt, hat er keine Chance, Personen seines Vertrauens mit den notwendigen Dingen des Lebens zu beauftragen. Eltern oder Partner sind nicht automatisch die Bevollmächtigten. Wenn keine Vorsorge getroffen wurde, wird das gesetzliche Betreuungsverfahren eingeleitet, und das Betreuungsgericht wird einen Betreuer bestimmen. Wer das verhindern und selbst bestimmen möchte, wer im Ernstfall für ihn handelt, sollte deshalb frühzeitig eine Vorsorgevollmacht schreiben.“

Welche Punkte gehören unbedingt mit rein?

„Der Bevollmächtigte sollte alle finanziellen Dinge für den Vollmachtgeber regeln dürfen, damit er Rechnungen bezahlen und gegebenenfalls Sozialleistungen beantragen kann. Kontovollmachten dafür am besten gesondert direkt bei der Bank einrichten. Der Bevollmächtigte sollte außerdem mitentscheiden dürfen, wenn es um medizinische Belange geht, auch bei Fragen über lebenserhaltende Maßnahmen. Er sollte ebenfalls mitbestimmen dürfen, wenn es um die Wohnung oder den Aufenthalt des Vollmachtgebers geht, zum Beispiel wenn ein Umzug in ein Pflegeheim organisiert werden muss.“

Welche Formalien muss ich beim Ausfüllen beachten?

„Die Vorsorgevollmacht unterliegt keiner besonderen Vorschrift. Sie muss nicht von Hand geschrieben sein, und einen Notar braucht man nur, wenn dem Bevollmächtigten erlaubt werden soll, Grundstücke zu verkaufen. Wichtig sind Datum der Vollmacht und Identität der Beteiligten. Unterschrieben werden muss sie nur vom Vollmachtgeber, ein Exemplar sollte dann gleich der Bevollmächtigte bekommen.“

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