Wie gefährlich ist Handystrahlung wirklich?

Drohen mir gesundheitliche Beeinträchtigungen durch mein Smartphone?

01. August 2017

Bisher konnte nicht eine einzige Studie den Verdacht bestätigen, dass Handystrahlung gefährlich ist, oder sogar Krebs auslösen könnte. Aber jetzt hat ein italienisches Gericht das Smartphone für schuldig gesprochen, einen Tumor ausgelöst zu haben: Roberto Romeo musste 15 Jahre lang jeden Tag drei bis vier Stunden beruflich mit dem Handy telefonieren. Sein Hörnerv wurde operativ entfernt, er ist jetzt auf dem rechten Ohr taub.

Die Handy-Strahlung besteht aus Mikrowellen, sie werden elektromagnetische Felder genannt. Um überhaupt telefonieren zu können, muss sich das Gerät bei der nächsten Antenne anmelden und einloggen. Dann teilt es über die eigene Antenne ständig mit, wo es gerade ist. Allein in Bereitschaft wird deshalb reichlich Strahlung produziert.

Das Bundesamt für Strahlenschutz jedenfalls rät zur Vorsicht beim Dauertalk. Denn dabei gelangt ein Teil der Strahlung in den Kopf. Steckt das Handy beim Sprechen mit dem Headset in der Hosen- oder Brusttasche, wird die Strahlung von dem Körperteil aufgenommen, in dessen Nähe sich das mobile Telefon befindet.

Wenn möglich, sollte man besser das Festnetz benutzen, so das Bundesamt. Denn Handystrahlung kann tatsächlich gefährlich sein. Weitere Tipps: Die Telefonate möglichst kurz halten, möglichst nicht bei schlechtem Empfang telefonieren, wie zum Beispiel im Auto ohne Außenantenne. Denn je schlechter die Verbindung zur nächsten Basisstation ist, desto höher muss die Leistung sein, mit der das Handy sendet. Die Autokarosserie zum Beispiel verschlechtert die Verbindung, das Handy sendet deshalb mit einer höheren Leistung.

Aber dieser Elektrosmog hat bei einigen Menschen noch andere Nebenwirkungen. Es geht dabei um ein Krankheitsbild, das „Elektrosensibilität“ genannt wird. Einige Menschen sind überzeugt davon, auf hochfrequente elektromagnetische Felder mit körperlichen Beschwerden zu reagieren. Sie klagen über dauerhafte Kopfschmerzen, Atemnot, Übelkeit, Geräusche im Ohr, Schlafstörungen oder chronische Erschöpfung.

Problematisch dabei ist, dass die medizinische Forschung diese Symptome nicht eindeutig der Ursache „Handystrahlung“ zuordnen kann. Es können hierfür immer auch andere Ursachen verantwortlich sein. Aber um auf der sicheren Seite zu bleiben, kann jeder seine Strahlenbelastung so gering wie möglich halten und so wenig telefonieren wie nötig. Weitere Infos gibt es beim Bundesamt für Strahlenschutz unter www.bfs.de

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