Zahnimplantat Kosten: Was taugt billiger Zahnersatz aus dem Ausland?

Was unser Experte rät und was Stiftung Warentest zu Implantaten überhaupt sagt

Um zu sparen, arbeiten manche Zahnärzte mit Labors aus Fernost zusammen. Das ist meistens preiswerter – aber auch besser? Und werden Zahnplantate gernell zu schnell von Zahnärzten empfohlen? Was Zahn-Experte Dr. Lutz Spanka und Stiftung Warentest hinsichtlich Kosten und Qualität aus dem Ausland sagen, lesen Sie hier!

Katastrophaler Standard: Warnung vor nervendigem Hin und Her

„Deutschland hat einen sehr hohen Standard, was Zahntechnik betrifft“, so Dr. Lutz Spanka vom Zahnzentrum „Dr. Spanka & Kollegen“. Er ist ausgewiesener Spezialist mit eigenem Labor in Hude (Oldenburg). „Der Standard in anderen Ländern ist dagegen oft eine Katastrophe. Zahnersatz muss individuell angepasst werden. Bei einer einzelnen Krone mag das vielleicht noch funktionieren, doch bei einem komplexen Zahnersatz, der in vier bis zehn Schritten hergestellt werden muss, ist es schwieriger. Wenn etwas nicht auf Anhieb passt, gibt es ein zeitraubendes Hin und Her.“ Außerdem: „Viele Fertigungsschritte werden heute von Fräsrobotern und 3D-Druckern übernommen. Das ist dann sogar billiger als ein Zahnersatz aus China.“ 

Zahnimplantate: Eine risikoreiche Behandlung nur für Spezialisten

Zudem warnt er davor, nur auf Kosten und Äußeres zu achten. Wichtiger sei, dass Zahnimplantate professionell geplant und richtig am Kiefer verankert wird. „Gerade bei einem schlechten Kiefer muss der Zahnersatz wackelfrei sitzen. Sonst baut sich der Kiefer erst richtig ab.“ Auch zu beachten: „Der Arzt sollte über Routine im Implantieren und in der Planung von Zahnersatz verfügen, mindestens 150 Patienten pro Jahr versorgen und möglichst einen ‚Master of Science Implantologie‘ haben.“ Nachbehandlungen müssen kostenfrei sein. Auf das Material gibt es zwei Jahre Garantie. 

Zahnimplantate: Kosten, die den Patienten schlucken lassen

Zahnimplantate kosten viel – das Geld haben viele Menschen nicht mal eben so auf der hohen Kante. Ein Zahnimplantat besteht aus drei Teilen: dem eigentlichen implantat, das im Kiefer verankert wird (ca. 1.000 euro), dem Zwischenteil, das Implantat und Zahnersatz verbindet (ca. 200 bis 300 euro) und dem Zahnersatz (eine Krone ab ca. 800 euro). Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen implantate mit ca. 450 Euro. Standardmaterial ist bio-kompatibles und stabiles Titan. Es gibt auch Keramikimplantate, die sind aber teurer. Das liegt am Material und daran, dass sie laut Dr. spanka auch schwieriger zu bearbeiten sind.

Zahnimplantat ja oder nein: Was Stiftung Warentest rät

Nur allzu gern Preisen Zahnärzte Zahnimplantate aber gerne an. Erfahrungen zeigen jedoch, dass das nicht immer nötig ist. Jetzt überlegt der Patient, ob er zustimmen soll. Nach einem Zahnimplantate-Test rät Stiftung Warentest jedoch: Lieber nicht zu schnell Ja sagen! Denn dieser ergab, dass nicht alle Zahnärzte ihre Patienten vorm Eingriff ausreichend aufklären. Zudem schlagen nicht alle Alternativen vor, etwa eine Brücke. Ein Mediziner empfahl sogar ein Implantat, obwohl nicht genug Knochen im Kiefer vorhanden war. Das ist aber eine Grundvoraussetzung, damit die Kunstwurzel überhaupt hält. Aber: Für eine Brücke müssen Nachbarzähne angeschliffen werden – d.h. wenn diese tadellos sind, möchte ein seriöser Zahnarzt diese auch nicht zerstören. Dann kann ein Implantat (sollen der Stabilisierung des Kiefers dienen) oder ein Sitftzahn eine bessere Lösung sein. Tipps: Suchen Sie im Zweifel mehrere Ärzte auf – in solchen Fällen kann eine Zweit- oder Drittmeinung hilfreich sein. Fragen Sie auch konkret nach, warum ein Implantat und nicht ein Stiftzahn oder eine Brücke empfohlen wird. Der Zahnarzt muss dieses begründen.

Weitere Tipps für eine erfolgreiche Zahnbehandlung:

  • Fragen Sie nach, warum Ihr Arzt vor allem ein Implantat empfiehlt.
  • Erkundigen Sie sich, ob sich Ihr Kieferknochen oder das Zahnfleisch überhaupt dafür eignen. Bei einer chronischen Zahnfleischentzündung ist das Risiko hoch, dass der Zahnersatz schnell wieder verlorengeht. 
  • Bitten Sie Ihren Arzt, seinen Vorschlag aufzuschreiben – und zwar so, dass Sie auch alles gut verstehen. Auch sollte er Ihnen Behandlungs-Alternativen nennen.
  • Holen Sie eine Zweitmeinung ein. Bringen Sie alle Unterlagen zum Termin mit, zum Beispiel Röntgenaufnahmen und den Heil- und Kostenplan.

Diese Artikel können Sie auch interessieren:

Zähne in Gefahr: Diese Dinge sollten Sie lassen
Gesunde Zähne, gesunder Körper: Wie die Zähne unsere Gesundheit beeinflussen
Was ist Parodontitis?
Welche kann was? Elektro-Zahnbürsten im Test
In Verruf: Muss ich meine Amalgamfüllung austauschen?
Schöne Zähne: Was gibt es für Neuigkeiten?
Zahnverfärbung: 4 Gründe, warum Ihre Zähne nicht weißer sind
Licht zaubert Zähne wieder strahlend weiß
 

Themen