ADHS: Therapien bei Erwachsenen

So kann ADHS behandelt werden

“Zappelphilipp“ ist wohl der bekannteste Name für Menschen mit ADHS – dabei denkt man sofort an Kinder, die über Tische und Stühle laufen. Aber auch Erwachsene leiden unter der Aufmerksamkeit-Hyperaktivitätsstörung, bei der sie einfach nicht zur Ruhe kommen. Zur Behandlung von ADHS gibt es im Wesentlichen drei Therapieansätze: mit und ohne Medikamente oder in Kombination. Lesen Sie hier mehr dazu!

ADHS: Symptome und Behandlung

Ob und wie man ADHS als Erwachsener behandelt, hängt ganz stark davon ab, wie sehr der Betroffene in seinem täglichen Leben durch die Aufmerksamkeit-Hyperaktivitätsstörung beeinträchtigt ist. Menschen, die unter ADHS haben diese Symptome:

  • gestört in der Aufmerksamkeit
  • unkonzentriert
  • hyperaktiv
  • unruhig
  • vergesslich
  • impulsiv

Wichtige Fragen sind daher: Wie gut kommen der Betroffene und sein Umfeld privat und beruflich mit den Syptomen zurecht? Ist jeder Tag eine kraftraubende Herausforderung? Werden zur Beruhigung Alkohol oder andere Suchtmittel im verstärkten Maße konsumiert? Legt der Betroffene ein selbstgefährendes Verhalten an den Tag? Wenn der Leidensdruck sehr hoch ist, gibt es gute Gründe für eine Therapie. Die Behandlung der Aufmerksamkeit-Hyperaktivitätsstörung stützt sich dabei auf drei Säulen, die miteinander kombiniert werden können. Man spricht dabei von der multimodalen Therapie (Psychoedukation): Diese beinhaltet die Psychoedukation mit aufklärenden und beratenden Gesprächen, die medikamentöse Therapie und die Psychotherapie.

Sind Sie betroffen? 20 Anzeichen von ADHS

Psychoedukation 

In der multimodalen Therapie stellt die Psychoedukation die Basis für alle nachstehend beschriebenen Behandlungsformen dar. Es werden vor allem Entstehungsursachen und Folgen der ADHS vermittelt. Auch Behandlungsziele sowie die für den Patienten geeigneten Therapieformen werden besprochen. Denn je nach Ausprägung der ADHS und der eventuell damit einhergehenden psychischen Erkrankungen, können verschiedene Therapieformen gleichzeitig und/oder aufeinanderfolgend angewendet werden. 

Psychotherapie bei Erwachsenen mit ADHS

Verhaltenstherapeutische Konzepte gelten derzeit als eine der wichtigsten Elemente in der Psychotherapie, denn sie umfasst oder beeinflusst Aspekte, die mit Medikamenten weniger gut erreicht werden. Der Patient soll mit Verhaltens- und Problemlösungsstrategien lernen, ADHS-Symptome im Alltag bestmöglich zu kompensieren. Gleichzeitig können in einer Psychotherapie oft einhergehenden Angstzustände (Angst vor Arbeitslosigkeit, Trennungsängste) oder Depressionen behandelt werden. Hier kann auch eine (teilweise) Mitwirkung des Partners von Vorteil sein.

Medikamentöse Therapie

Manchmal kann mit einer Psychotherapie erst nach Linderung der ADHS-Symptome begonnen werden. Dabei wird das Methylphenidat (kurz: MPH) eingesetzt, das ursprünglich aus der Kinder- und Jugendmedizin stammt und dort als eine der am besten untersuchten Substanzen gilt. Methylphenidat wirkt ausgleichend auf den gestörten Botenstoff-Haushalt im Gehirn, insbesondere von Dopamin und von Noradrenalin. Wirkung und Verträglichkeit von MPH bei der Behandlung von erwachsenen ADHS-Patienten wurden in vielen großen Studien geprüft. Bereits nach kurzer Zeit kann damit eine deutliche Verbesserung der ADHS-Symptome festgestellt werden. Aber jeder Patient spricht unterschiedlich auf das Medikament an, so dass die individuelle Dosierung erst gefunden werden muss. MPH gilt allgemein als gut verträglich und löst keine Suchtgefahr aus. 

Quelle: ADHS-Infoportal.de

Datum: 10.08.2020
Autor: Tanja Seiffert

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