Alles andere als harmlos: Darum ist die diabetische Fußpflege so wichtig

Sind Diabetiker mit ihren Füßen zu leichtsinnig?

24. November 2017

Diabetes in Deutschland sollte doch gut zu kontrollieren sein. Schließlich haben wir Hausärzte, es gibt Tests und Untersuchungen, denkt man. Tatsächlich sprechen neueste Zahlen der PROTECT-Studie eine ganz andere Sprache. Verantwortlich für diese zeichnen Wörwag Pharma in Zusammenarbeit mit der Deutschen Diabetes Stiftung (DDS) und einem wissenschaftlichen Beirat. Vor allem kommt es immer wieder zu Problemen mit den Füßen. Wir erklären, warum die diabetische Fußpflege so wichtig ist.

Nervenschäden an den Füßen sind sehr häufig 

Etwa jeder Zweite von 1850 im Rahmen der Studie Untersuchten mit und ohne Diabetes zeigte Hinweise auf diabetische Neuropathie. Dabei handelt es sich um ernsthafte Nervenschädigungen an den Füßen. Was besonders erschreckt: Auch bei bereits vorliegenden Schmerzen wussten die Betroffenen oft nichts von ihrer Erkrankung!

Bei 57 Prozent mit Typ-2-Diabetes wurde die Neuropathie nicht diagnostiziert. Und die Dunkelziffer liegt vermutlich noch um ein Vielfaches höher. Daher fordern Experten um Prof. Dr. Dan Ziegler vom Deutschen Diabetes-Zentrum der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf eine effektivere Vorsorge, damit die Störungen frühzeitig erkannt werden. Aber auch die Betroffenen selbst sind gefragt. Denn viele gehen offenbar viel zu leichtsinnig mit ihrer Diabetes um. Nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ kümmern sie sich nicht ausgiebig um die diabetische Fußpflege. Und das kann schwerwiegende Folgen haben. Anfangs verursacht eine Diabetes keine Schmerzen. Die Schädigungen an den Nervenzellen schreiten schleichend voran. Aber wenn die Schmerzen dann da sind, ist es oft zu spät! Die brutalen Folgen einer solchen Vogel-Strauß-Politik: Fast 50 000 Amputationen müssen in Deutschland jährlich an Füßen und Beinen vorgenommen werden – wegen Diabetes!

Mehr Sorgfalt bei der diabetischen Fußpflege

Damit es nicht so weit kommt, sollten Diabetiker ihre Füße mit sehr viel Sorgfalt behandeln. Dazu gehört die tägliche Untersuchung des Fußes, notfalls mit dem Handspiegel. Am besten abends nach einem nicht zu warmen Fußbad mit rückfettender Waschlotion. Überprüfen Sie die Temperatur mit einem Badethermometer! Alles, was heißer als 35 Grad ist, kann zu Verbrühungen führen, weil aufgrund der Nervenschädigung das Temperaturempfinden gestört ist. Behandeln Sie Ihren Fuß sanft! 
Also statt heftig abrubbeln, nur sorgfältig trocken tupfen, statt Metallfeilen einen Bimsstein für die diabetische Fußpflege verwenden. Gehen Sie zu einem Fußpfleger, wenn Sie diese Verrichtungen nicht selbst schaffen. Und sorgen Sie für das richtige Schuhwerk. Es sollte aus Leder, bequem und ohne störende Innennähte verarbeitet sein. Überprüfen Sie die Schuhe vorm Hineinschlüpfen. Schon kleinste Unebenheiten können zu ernsten Verletzungen führen. Der richtige Lebensstil ist entscheidend Um den schweren Nervenschädigungen entgegenzuwirken, empfiehlt sich zum richtig eingestellten Blutzuckerwert, einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung auch die Einnahme der fettlöslichen Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin.

Das Amputationsrisiko ist 50-fach erhöht

Die Fakten sind erschreckend: Wer Diabetiker ist, hat gegenüber Nichtdiabetikern ein 50-fach erhöhtes Risiko, irgendwann in seinem Leben eine Amputation erdulden zu müssen. Zehen, Füße, Unterschenkel, manchmal sogar Oberschenkel, so verläuft oft der Leidensweg der Amputierten. Grund dafür ist die durch den Diabetes gestörte Durchblutung in den Beinen. Daher ist die diabetische Fußpflege so entscheidend. Erste Anzeichen sind Kribbeln und Taubheitsgefühle. Stellen Sie diese Symptome bei sich fest, gehen Sie sofort zum Gefäßspezialisten!

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