AstraZeneca: Wer sollte sich NICHT impfen lassen?

Das große Impfchaos

Impfchaos: Viele Menschen sind wegen des Vektorimpfstoffes von AstraZenca verunsichert: Er steht unter Verdacht, seltene Hirnvenenthrombosen zu verursachen. Wer sollte sich also besser nicht mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen?

Erst wurden die Impfungen mit dem Vakazin von AstraZeneca gestoppt, dann ging es wieder weiter – schließlich sollten nur noch Personen im Alter von 60 bis 69 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft werden. Nun empfiehlt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) AstraZeneca für alle erwachsenen Personen, während die Briten selbst gerade zurückrudern.

AstraZeneca-Impfung bei Gerinnungsstörungen

Nach dem Impfstopp wurde ein Warnhinweis in die Fach- und Gebrauchsinformation aufgenommen, dass es sehr selten zu Thrombose-Fällen nach der Impfung kommen kann. Die Verunsicherung bleibt bei Personen, die eine Gerinnungsstörung haben oder die Anti-Baby-Pille nehmen. Im Gespräch mit dem MDR sagte Dr. Ute Scholz vom Leipziger Zentrum für Gerinnungsstörungen folgendes: 

"Bei einem Faktor-V-Leiden ist die Blutgerinnung gestört, die Betroffenen haben ein höheres Risiko eine Thrombose zu bekommen. Aber die Faktor-V-Leiden-Mutation ist eine sogenannte Punkt-Mutation, die das mildeste vererbbare Thromboserisiko ist in Deutschland. Das hat fünf Prozent der europäischen Bevölkerung. Und die fünf Prozent entwickeln nicht diese Nebenwirkungen, die jetzt bei AstraZeneca aufgetreten sind."

Scholz befürwortet also eine Impfung mit AstraZeneca: „Impfen? Ja! Und in diesem Falle auch egal welcher Impfstoff!“ Durch eine Covid-19-Infektion würde ein mehrfach gesteigertes Risiko bestehen, Thrombosen zu bekommen. Wer nicht geimpft sei, könne schwere Komplikationen erleiden.

AstraZeneca-Impfung bei Einnahme der Anti-Baby-Pille

Auch Frauen, die die Anti-Baby-Pille als hormonellen Impfstoff zur Verhütung nehmen und damit ein gesteigertes Thromboserisiko haben, sind verunsichert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach Mitte März bei einer Pressekonferenz von einem möglichen „Impfprivileg“: „Natürlich kann dann auch ein anderer Impfstoffe verabreicht werden. Die Impf-Ärzte werden mit der zu Impfenden eine Lösung finden“, so Spahn. Das sei aber eine Entscheidung des jeweiligen Arztes", sagte er: „Wenn der Impfling und der Arzt gemeinsam zu der Entscheidung kommen, dass ein anderer Impfstoff angezeigt ist, wird auch eine Impfung mit einem anderen Impfstoff möglich sein.“ Nach offiziellen Informationen auf der Website der Bundesregierung gilt allerdings weiterhin, dass man sich den Impfstoff nicht aussuchen kann.

AstraZeneca-Impfung bei früheren Thromboseerkrankungen

Auch Menschen, die eine Beinvenenthrombose oder eine Lungenembolie hatten empfiehlt Dr. Scholz die Corona-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca:

"Ich höre auch manchmal von den Patienten: Dann warte ich auf den russischen Impfstoff! Aber auch der Sputnik-V-Impfstoff und auch der von Johnson & Johnson sind Adenovirus-Vektor-Impfstoffe. Das ist praktisch von der Art des Impfstoffes das gleiche, was wir bei AstraZeneca haben."  

Hinsichtlich einer Erkrankung mit einer Sinusvenenthrombose sagte Scholz: „Diese Frage kann im Moment eigentlich keiner seriös beantworten. Es gibt derzeit keine Daten zu diesem ganz speziellen Patientenkollektiv.“
 

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