Hörsturz: Symptome, Ursachen und Behandlung

Wie Technik und Therapien helfen können

Plötzlich rauscht oder pfeift es in den Ohren, gerne dann, wenn es gerade be­sonders stressig ist. Meist vergeht das schnell wieder, sobald sich der Blutdruck nor­malisiert. Klingen Geräusche jedoch weiterhin dumpf, als würde Watte das Ohr verstopfen, ist wahrscheinlich ein Hörsturz eingetreten.

Typische Symptome bei Hörsturz

Bislang steht nicht genau fest, was beim Hör­sturz passiert. Mediziner vermuten, dass die Durchblutung im Innenohr gestört ist. Man spricht deshalb auch vom Ohrinfarkt. Als typische Auslöser gelten Stress, Lärm, Blut­ hochdruck, Diabetes, Rauchen und Nackenverspannungen. Sowohl ein plötzlicher Hörverlust als auch länger anhaltende Störgeräusche sind Warnzeichen. Der Hörsturz ist zwar kein Not-­, aber ein Eilfall. Das heißt, je schneller er be­handelt wird, desto größer sind die Heilungs­chancen. Tritt er jedoch am Wochenende auf, hat der Arztbesuch bis zum Montag Zeit.

Schnelle Behandlung kann helfen

Experten empfehlen Infusionen oder Injektio­nen mit Kortison, ideal sind Spritzen direkt ins Innenohr. Der Wirkstoff hemmt dort Entzün­dungen und Schwellungen, wodurch das Blut besser zirkuliert. Wird die Sauerstoffversorgung der feinen Haarzellen im Ohr hingegen zu lang unterbrochen, können sie absterben – eine dauerhafte Hörminderung droht. Wenn be­reits Zellen geschädigt sind, lässt sich das De­fizit durch ein Hörgerät ausgleichen. Moderne Hightech­-Geräte sind fast unsichtbar (Zuzah­lung). Wichtig: Nicht zu lang warten, weil das Gehirn das Hören schnell verlernt! Sehr selten, etwa nach einem Knalltrauma, bewirkt ein Hörsturz eine vollständige Ertaubung. Dann kann ein sogenanntes Cochlea­-Implantat ins Ohr eingesetzt werden (Kassenleistung).

Meist kehrt das Gehör innerhalb weniger Tage zurück

In 80 Prozent der Fälle kehrt das Hörvermögen aber von allein zurück, nur die Störgeräusche verschwinden nicht immer. Nach drei Monaten wird dieser Tinnitus als chronisch bezeichnet. Betroffene können lernen, die Töne auszublen­den. Dabei unterstützt sie ein Re­-Training, das Entspannungsübungen mit Psychotherapie kombiniert. Auch eine Atlas-­Korrektur kann sich lohnen – sie rückt den obersten Halswirbel zurecht und löst Blockaden in der Blutzufuhr.

So verarbeitet das Ohr Geräusche

Was wir von außen sehen, ist nur ein Schalltrichter. Er verstärkt alle Geräusche und leitet sie durch den Gehörgang sowie über das Trommelfell bis ins Innenohr weiter. Wegen seiner gewundenen Form wird dies auch als Cochlea bezeichnet, griechisch für „Schnecke“. Dort findet die eigentliche Arbeit statt: Schallwellen strömen über Haarzellen und lösen elektrochemische Signale aus. Diese gelangen über den Hörnerv ins Gehirn.

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