Inneres Zittern mit Nervosität: Ursachen und Hilfe

Inneres Zittern mit Nervosität: Ursachen und Hilfe

Hinter innerem Zittern und Nervosität kann weit mehr stecken als Stress. Erfahren Sie Ursachen und was Sie gegen innere Unruhe tun können.

Stress abbauen — So klappt es
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Sie fühlen sich nervös, gestresst und unruhig? Was dahinter steckt und wie Sie es bekämpfen.

Inneres Zittern und Nervosität? Das kann dahinterstecken

Ständige Anspannung, nervöse Unruhe und Schlaflosigkeit: Bei innerem Zittern fühlen sich Betroffene oftmals getrieben und im Alltag eingeschränkt. Welche Ursachen infrage kommen und was Sie gegen innere Unruhe tun können, erfahren Sie hier.

Symptome: Innere Nervosität hat viele Gesichter

Jeder erlebt einmal stressige Lebensphasen. Und jeder empfindet die Anspannung ganz individuell. Bei innerer Unruhe tritt aber ein Gefühl fast immer auf: die Unfähigkeit, sich richtig entspannen zu können. Betroffene bezeichnen den Zustand auch als

  • grundloses Aufgeregtsein,

  • ständiges Unter-Spannung-Stehen oder als

  • Gefühl, dass „die Nerven blank liegen“.1

Dieses innere Zittern begleitet manche Betroffene permanent, andere spüren es nur ab und zu. Neben seelischen Beschwerden kommen mitunter auch körperliche Symptome wie

  • Schweißausbrüche,

  • Herzklopfen,

  • Zittern,

  • Schwindel,

  • Benommenheit und

  • Schwächegefühle

hinzu. Äußert sich die Nervosität als Angstgefühl, können zusätzlich Atembeschwerden, Beklemmungsgefühle, Hitzewallungen und Übelkeit die Beschwerden verschlimmern.

Quelle: „Innere Unruhe: Ursachen, Symptome & Behandlung“. Deutsche-familienversicherung.de, https://www.deutsche-familienversicherung.de/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/innere-unruhe-ursachen-symptome-therapie/. Zugegriffen 07. September 2022.

Von Alkohol bis Zuckerkrankheit: Quellen von innerem Zittern

Manchmal reicht schon ein Blick in den Alltag, um die Ursache für die Nervosität zu finden: Zu viel Kaffee, Nikotin oder Alkohol kann den Puls steigern und dadurch die permanente Unruhe auslösen. Daneben kommen weitere Gründe infrage, die von kurzweiligen Lebensumständen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen reichen:

  • Prüfungsangst oder Lampenfieber

  • belastende Situationen wie Trennungen, beruflicher Stress oder Tod eines nahestehenden Menschen

  • Unterzuckerung (Hypoglykämie)

  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

  • Persönlichkeitsstörungen, psychische Probleme, Depression

  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente wie Grippe- oder Asthmamittel

  • Wechseljahre

Achtung: Kommen zur nervösen Unruhe akute Atemnot, Schmerzen im Brustkorb und Husten hinzu, steckt womöglich eine Lungenembolie dahinter. Symptome wie Herzjagen, Herzstolpern sowie Enge- und Beklemmungsgefühle im Brustkorb sind dagegen Warnsignale einer Herzneurose.

Diagnose und Therapie bei ständiger Nervosität

Ein Unruhezustand kann Symptom von verschiedenen körperlichen und psychischen Erkrankungen sein. Deshalb gilt: Im Zweifel und besonders bei langanhaltender Nervosität einen Arzt aufsuchen. Er wird sich in einem ausführlichen Gespräch ein allumfassendes Bild über das innere Zittern machen. Nachdem der Mediziner den Patienten nach genauer Art und Dauer der Unruhe sowie möglicher Medikamenteneinnahme befragt hat, können zum Beispiel Blutdruckmessungen, psychische Abklärungen wie zum Beispiel ein Fragebogen zur Depressionsdiagnostik oder Blutanalysen Aufschluss geben.

Die Therapie zielt anschließend darauf ab, das ursprüngliche Problem zu beheben: Gegen niedrigen Blutdruck helfen zum Beispiel regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf.ii Bei Depression oder anderen psychischen Erkrankungen kann eine entsprechende psychotherapeutische Behandlung Besserung bringen.

Quellen:
„Diagnose einer Depression“. Gesundheitsportal, https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/psyche/depression/diagnose.html. Zugegriffen 12. September 2022.

„Blutdruck natürlich senken: Sechs Tipps für Ihren Alltag“. Herzstiftung.de, https://www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck/tipps-zu-blutdruck-natuerlich-senken. Zugegriffen 12. September 2022.

Inneres Zittern besiegen: Tipps für mehr Gelassenheit

Wenn eine ernsthafte Erkrankung als Ursache für die Nervosität auszuschließen ist, wirkt es manchmal schon Wunder, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um seine Situation zu reflektieren: Gibt es irgendetwas, das die Psyche gerade stark belastet? Und wenn ja, ist es im Verhältnis zu Gesundheit, Familie und Freunde immer noch so wichtig?

Dazu gibt es einiges, was sich aktiv gegen innere Unruhe tun lässt:

  • Entspannungstechniken wie autogenes Training, Meditation oder Yoga

  • Arzneimittel auf Grundlage von Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume

  • körperliche Bewegung in jeglicher Form, zum Beispiel Spazierengehen, Joggen, Schwimmen oder Radfahren

Manchmal hilft es auch, sich eine Prioritätenliste aufzustellen: Wenn viele Baustellen im Kopf gleichzeitig kursieren, ist es gut zu filtern und zu erkennen, was wichtig ist und was davon warten kann.

Hausmittel gegen nervöse Unruhe

Gegen innere Rastlosigkeit kommen auch verschiedene Anwendungen sowie pflanzliche Heilmittel infrage. Tees, Bäder und Wadenwickel zum Beispiel mildern mitunter anhaltende Nervosität – hier heißt es, selbst einmal zu testen, was dem Körper guttut:

  • Beruhigungstee zubereiten: Hier bieten sich Zutaten wie Baldrian, Passionsblume, Johanniskraut, Melisse oder Lindenblüten an. Die Tees lassen sich in der Apotheke kaufen oder selbst herstellen: Für ein eigenes Getränk beispielsweise 40 Gramm Passionsblumenkraut mit je 20 Gramm Baldrianwurzel und Melisse mischen. Davon 2 Teelöffel mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Zum Schluss durch ein Sieb geben und den Tee über den Tag verteilt trinken.

  • Warmes Vollbad nehmen: Aber darauf achten, dass die Wassertemperatur nicht höher als 38 Grad Celsius ist. Nach 10 bis 20 Minuten baden noch für eine Stunde gut zugedeckt im Bett ausruhen – Menschen mit Kreislaufproblemen sollten jedoch lieber davon absehen. Zusätze wie Lavendel oder Heublume können den beruhigenden Effekt zusätzlich unterstützen.

  • Wadenwickel anlegen: Besonders effektiv ist hier das Drei-Lagen-System: Für die erste Schicht zwei dünne (Baumwoll-)Tücher in kühlem Leitungswasser tränken, auswringen und je ein Tuch um die Waden wickeln. Die zweite Lage bildet dann ein trockenes Tuch. Zum Abschluss beide Schichten mit einem wärmenden Schal oder einem Frotteehandtuch umwickeln. Dabei gilt: Am besten im Liegen anwenden, Füße warmhalten und drei- bis viermal täglich für 20 bis 30 Minuten vornehmen.

  • Auch Buttermilch ist schon lange als wirksames Mittel gegen inneres Zittern bekannt. Ein großes Glas davon kann wohltuend für Körper und Seele sein.

Wichtig: Wenn trotz Entspannungsversuchen und Hausmitteln die Nervosität weiter anhält, sollte ein Arzt die Ursache abklären.

Quellen:

„Innere Unruhe: Ursachen, Symptome & Behandlung“. Deutsche-familienversicherung.de, https://www.deutsche-familienversicherung.de/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/innere-unruhe-ursachen-symptome-therapie/. Zugegriffen 07. September 2022.

„Diagnose einer Depression“. Gesundheitsportal, https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/psyche/depression/diagnose.html. Zugegriffen 12. September 2022.

„Blutdruck natürlich senken: Sechs Tipps für Ihren Alltag“. Herzstiftung.de, https://www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck/tipps-zu-blutdruck-natuerlich-senken. Zugegriffen 12. September 2022.

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