Welttag des Hörens: Handeln Sie rechtzeitig

Bei Hörproblemen ist der Gang zum Hörakustiker unerlässlich

03. März 2017

Jeder zweite Deutsche gibt an, schlecht zu hören. Dem aktiv entgegenwirken, das tun aber die wenigsten Betroffenen. Um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig der Hörsinn ist, und Menschen auf die Optimierung des eigenen Hörsinns hinzuweisen, gibt es am 3. März den „Welttag des Hörens“.

Hörprobleme nicht unterschätzen

Der Hörsinn ist der wichtigste unserer fünf Sinne — so empfinden 41 Prozent der Deutschen. Das hat eine Studie der TNS Infratest ergeben. Wie wichtig der Hörsinn tatsächlich ist, das wird einem wohl erst so richtig bewusst, wenn eine Einschränkung vorliegt. Gespräche mit Mitmenschen, die Lieblingsmusik, Sicherheit in alltäglichen Situationen — wer darauf verzichten muss, ist nicht nur sozial eingeschränkt, es droht in Extremfällen sogar die soziale Isolation.

Eine dauerhafte Lärmbelastung, eine Ohrenentzündung, ein Hörsturz oder das Alter können zu dauerhaften Hörproblemen führen. Ob diese nun spontan oder schleichend auftritt, ist dabei ganz individuell. In den meisten Fällen gehen Hör-Einschränkungen vorüber, wenn sie jedoch dauerhaft auftreten, ist zu dringendem Handeln geraten — der Gang zum Hörakustiker ist dann unerlässlich.

10 Tipps, worauf man achten muss, wenn das Gehör nachlässt

1. Wenn Sie oder Ihr Umfeld bemerken, dass Sie schlechter hören, warten Sie nicht zu lange, sondern machen Sie einen Hörtest. Denn eine Hörschädigung wird nicht von selbst wieder besser.

2. Sie haben die freie Wahl, welchen Hörakustiker Sie aufsuchen. Wichtig ist, dass Sie sich wohlfühlen und dem Spezialisten vertrauen.

3. Ihr Hörakustiker ermittelt die Kenndaten des Gehörs und erstellt ein Ton- und Sprachaudiogramm. Informieren Sie Ihren Hörakustiker, in welchen Situationen Ihnen das Hören am schwierigsten fällt - bei Gesprächen in der Gruppe, im Beruf, beim Fernsehen etc.

4. Es gibt verschiedene Hörsystem-Alternativen, bspw. Hinter-dem-Ohr- und Im-Ohr-Geräte. Ihr Hörakustiker berät Sie ausführlich über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen
Hörsysteme.

5. Ohren sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Damit das Hörsystem einwandfrei sitzt, fertigen Hörakustiker individuelle Ohrpasstücke, sogenannte Otoplastiken an. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um ihren Sitz zu testen.

6. Ihr Hörakustiker stellt Ihnen mehrere Hörsysteme zur Verfügung, um diese zu testen. Da Hören subjektiv unterschiedlich empfunden wird, sollten Sie sich mehrere Wochen Zeit nehmen, um die Geräte auszuprobieren. Wichtig: Testen Sie die Geräte in unterschiedlichen Situationen!

7. Schildern Sie Ihrem Hörakustiker ausführlich Ihre Erfahrungen mit den Testgeräten, damit er die Feineinstellungen vornehmen kann, die für Ihre persönliche Hörsituation ideal sind.

8. Von Ihrem Hörakustiker erfahren Sie, wie Sie Ihr Gerät pflegen und bedienen. Fragen Sie unbedingt nach, wenn Ihnen dennoch etwas unklar bleibt, denn nur dann können Sie Ihr Hörsystem und seine Funktionen voll ausschöpfen.

9. Während der ungefähr sechsjährigen Tragedauer können Sie sich bei Problemen an Ihren Hörakustiker wenden. Sein Service umfasst u.a. die Reinigung der Ohrpassstücke, Batterie-
und Schallschlauchwechsel, Nachbearbeitung und Erneuerung der Otoplastik, das Nachjustieren der Hörsysteme sowie Hörberatung und Hörtraining.

10. Hörakustiker sind auch die richtigen Ansprechpartner, wenn es um Prävention geht. Sie beraten u.a. zum Thema Gehörschutz und technisches Zubehör. Auch bieten die Hörakustiker eine spezielle Tinnitusberatung an.

Quelle: Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha)