Gesundheit: Muskelkrämpfe

Woher sie kommen, wie man sie behandelt

27. August 2020

Sportliche Menschen sowieso, aber auch Otto-Normalverbraucher kennt sie: Muskelkrämpfe. Entweder treten sie nach starker körperlicher Anstrengung auf oder sie überfallen uns im Schlaf. In jedem Fall können die Verkrampfungen sehr schmerzhaft sein. Wir informieren über Ursachen und geben Tipps, was Sie dagegen tun können.

Was sind Muskelkrämpfe eigentlich genau?

Von einem Muskelkrampf spricht man, wenn plötzlich eine meist schmerzhafte Verspannung eines Muskels oder einer Muskelgruppe auftritt. Wadenkrämpfe in der Nacht können so stark sein, dass man davon aufwacht. Am nächsten Tag fühlt es sich an, als ob man einen Muskelkater hat. 

Tatsächlich geht die Verkrampfung aber nicht vom Muskel aus, sondern von dem Nerv, der den Muskel steuert. Das Gehirn ist dabei der Steuermann und sendet über das Rückenmark elektrische Signale zur Entspannung oder Anspannung. Vereinfacht kann man sagen, dass, wenn es zu einer Überlagerung der Signale kommt, Krämpfe entstehen. Dies ist der Fall, wenn die Nerven unabhängig von den Gehirnsignalen Impulse senden und es zu einer Überzahl kommt.

Übrigens sind meist eher ältere als junge Menschen über 60 Jahre von Muskelkrämpfen betroffen. Gerade bei älteren Menschen sind zum Beispiel verkürzte Muskeln Auslöser für Wadenkrämpfe. Zusätzlich können diese dadurch entstehen, dass die Betroffenen zu wenig trinken.

Aber auch jüngere Menschen, etwa Schwangere, haben oft Probleme mit Wadenkrämpfen. In diesem Fall ist häufig ein Magnesiummangel Auslöser für die Krämpfe, da werdende Mamas einen erhöhten Bedarf an Mineralien haben.

Muskelkrämpfe treten übrigens sehr häufig an der sogenannnten quergestreiften Skelettmuskulatur auf. Dies betrifft vor allem die Waden, die Oberschenkel, die Füße oder die Hände.

Ursachen und Erste Hilfe bei Muskelkrämpfen

Die Ursachen für schmerzhafte Muskelkrämpfe können vielseitig sein, sind aber, wenn nicht die unteren beiden Grunderkrankungen zutreffen, in der Regel kein Grund zur Sorge:

  • sportliche Überbelastung
  • ständiges Tragen von Highheels
  • Elektrolytstörungen wie Magnesiummangel
  • verspannte Muskulatur durch mangelnde Bewegung oder fehlendes Dehnen
  • Nervenerkrankungen wie sog. Polyneuropathien, Radikulopathien oder Epilepsie
  • Nervenerkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion
  • Flüssigkeitsmangel
  • Menschen mit Fuß-Fehlstellungen, zum Beispiel einem Senk-Spreizfuß

SOS: Sie haben einen Muskelkrampf? Viele Menschen verharren in einer Art Starre, um sich zu schonen. Das ist falsch! Dehnen und Massieren hilft, die Krämpfe zügig zu lösen. Es ist wichtig, den Muskel zu lockern!

Sie sollten zum Arzt gehen wenn:

  • die Muskelkrämpfe immer wieder vorkommen
  • die Muskelkrämpfe extrem schmerzhaft sind
  • unangenehme Begleiterscheinungen mit den Krämpfen einhergehen (kribbeln, Taubheit, Schwellungen)
  • sich sich Muskelkrämpfe durch Dehnen und Massieren nicht lockern lassen
  • Sie anhaltende Beeinträchtigungen beim Schlafen haben
  • vorgenannte Grunderkrankungen vorliegen

Was macht der Arzt bei Muskelkrämpfen?

Zunächst wird er ein Gespräch mit dem Patienten führen, um zum Beispiel eventuelle Vorerkrankungen, die Ernährungsgewohnheiten oder eine mögliche Schwangerschaft abzuklären. Desweiteren sollten Sie Ihrem Hausarzt exakt schildern, wann und wo die Krämpfe auftreten und was sie bisher dagegen unternommen haben. Auch über die Einnahme von Medikamenten sollten Sie den Arzt stets informieren.

Nach dem Gespräch kann der Arzt einschätzen, welche Untersuchungen nun nötig sind, um eine Diagnose zu stellen. Meist folgt direkt im Anschluss an das Vorgespräch eine körperliche Untersuchung und vielleicht zusätzlich noch eine Blutuntersuchung. Es kann auch sein, dass der Arzt Sie an einen Spezialisten weiterverweist, der dann eine Diagnose stellen soll.

Wie kann man Muskelkrämpfen vorbeugen?

Tatsächlich kann man einiges tun, um den fiesen Muskelkrämpfen vorzubeugen. Verzichten Sie auf:

Außerdem:

Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, vor allem nach dem Sport (trinken Sie auch währenddessen) und massieren Sie vor dem Schlafengehen Ihre Wadenmuskulatur. In manchen Fällen helfen auch Magnesiumpräparate. Bevor Sie dauerhaft Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, sollten Sie aber mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen.

Was hilft gegen einen Muskelkrampf beim Sport?

Wie schon gesagt, empfiehlt es sich als vorbeugende Maßnahme, bereits während des Sports viel zu trinken. Wenn es zu einem Wadenkrampf kommt, legen Sie eine kleine Pause ein und trinken etwas. Eine vorsichtige Massage der Wade oder ein paar Schritte gehen können dem Krampf entgegenwirken. Auch Dehnen kann hilfreich sein: Die Ferse nach unten drücken und zugleich die Zehen nach oben ziehen, dabei sehr behutsam vorgehen. 

Datum: 27.08.2020
Autorin: Tanja Seiffert