Eine erotische Entspannungsmethode

Anja Drews erklärt die Vorzüge einer erotischen Massage

Wir haben es immer so eilig. Der Tag hat doch nur 24 Stunden und wir müssen in der Zeit arbeiten, essen, schlafen, uns um die Familie kümmern, Freunde treffen, Sport treiben, die Lieblingsserie schauen. So ein Tag ist streng durchgetaktet. Und dann soll da ja auch noch Sex stattfinden. Der soll natürlich möglichst spontan, einfallsreich, lustvoll und aufregend sein. Haben Sie es bemerkt? Da stimmt etwas nicht. 

Wenn der Tag voll verplant ist, bleibt einfach keine Zeit für Spontaneität und Entspannung im Bett. Also wird der Sex irgendwo dazwischen gequetscht. Sehr gern zwischen Lieblingsserie und Schlafengehen. Wie aufregend. Und dann wundern Sie sich am Ende noch, warum Ihnen das keinen Spaß mehr macht und stattdessen zur reinen Pflichtkür avanciert. 

Was hilft? Das Leben ein wenig zu entschleunigen. Sich Zeit füreinander zu nehmen. Und was gibt es da Besseres als eine erotische Massage? Die entspannt, regt an und wenn es richtig gut läuft, kann sie in einem wunderbaren Liebesspiel ihren Höhepunkt finden. Da muss dann eben einmal etwas anderes abgesagt werden. Vielleicht der Sport. Sex ist ja auch eine körperliche Aktivität, die man sogar mit dem Partner oder der Partnerin zusammen machen kann. 

Die richtige Vorbereitung

So viel Vorbereitung ist gar nicht nötig. Das Wichtigste ist wohl, sich dafür zu verabreden. Keine anderen Verpflichtungen, das Telefon ausschalten und auch den Fernseher. Das erwähne ich extra, weil es nicht selten vorkommt, dass da jemand mit einem Auge anderweitig beschäftigt ist. Das ist für beide blöd. Nein, hier geht es um den sinnlichen Genuss. Deshalb gibt es keine andere Ablenkung als die Lust, die sich ungehindert ausbreiten darf. Was brauchen Sie dafür?

  • Gedimmte Licht
  • Ein paar Kerzen
  • Eine angenehme Raumtemperatur
  • Leise Musik im Hintergrund

Wohlduftende Massagekerzen sorgen auf der einen Seite für Kerzenschein, auf der anderen Seite ist das Öl, das sich durch die Wärme des brennenden Dochts verflüssigt, bereits angenehm temperiert. Sie können auch spezielle Massageöle nehmen.

Und schon kann es losgehen

Bei einer erotischen Massage sollten beide Partner nackt sein, denn hier kommt der ganze Körper zum Einsatz, sowohl bei dem Gebenden als auch bei dem Nehmenden. Ziehen Sie sich voreinander aus und umarmen Sie sich. Das schafft die erste Nähe. Dann legt sich einer von Ihnen auf den Bauch oder auf den Rücken, je nachdem, was Ihnen lieber ist. Die meisten legen sich zuerst auf den Bauch. Vielleicht, weil die Vorderseite als Schokoladenseite angesehen wird und die spart man sich ja gern für den Schluss auf. 

Aber auch die Rückseite unseres Körpers hat für eine erotische Massage viel zu bieten. Ooooh, ich wünschte, mich würde jetzt gerade jemand vom Schreiben abhalten und mich massieren ... Egal. Seien Sie verschwenderisch mit dem Öl! 

  • Arbeiten Sie sich vom Nacken und von den Schultern bis zum Po hinunter. 
  • Wenn Sie sich zwischen den gespreizten Beinen des Partners knien, können Sie sich nach vorn beugen und mit dem ganzen Oberkörper über den Rücken des Partners gleiten.
  • In langen ausstreichenden Bewegungen können Sie auch die Beine und die Füße miteinbeziehen. 
  • Drücken und kneten Sie jeden Zeh ganz sanft. 

So eine richtig gute Massage der Zehen kann übrigens bis zum Orgasmus führen. Ich spreche da aus Erfahrung. Ich kann mich nicht konzentrieren, aber ich muss weiterschreiben ...

Wenn Sie am Po angelangt sind, drücken und kneten Sie ausgiebig die Pobacken. Und jetzt ist alles möglich. Entweder lassen Sie die Finger in die Spalte hinabgleiten – oder Sie drehen Ihren Partner oder Ihre Partnerin um und zögern das Ganze noch ein wenig hinaus. Im zweiten Fall können Sie wieder an den Schultern beginnen und sich über die Arme und Beine bis zur Körpermitte vorarbeiten. Wieder können Sie mit Ihrem ganzen Oberkörper über Ihren Partner gleiten. 

Von der Massage zum Liebesspiel

Ganz gleich, ob von hinten oder von vorn - die Massage der Genitalien ist der absolute Höhepunkt jeder erotischen Massage. Damit können Sie Ihren Liebsten oder Ihre Liebste in den Wahnsinn treiben:

  • Spreizen Sie die Beine sanft auseinander. 
  • Bei der Partnerin können Sie von den äußeren zu den inneren Schamlippen und dann mit langsamen Bewegungen Richtung Klitoris und Scheideneingang wandern. 
  • Beim Partner umfassen Sie sanft Penis und/oder Hoden
  • Wer sich weiter wagt, kann auch über den Damm zum Anus weitergehen und hier einen Finger eintauchen lassen. 

Es ist alles erlaubt, was beiden gefällt. Und wenn Sie es gar nicht mehr aushalten können, fallen Sie doch einfach übereinander her. Oder tauschen Sie die Rollen. Aber vielleicht machen Sie das beim nächsten Mal. Denn Sie haben Ihr Ziel erreicht: Sie haben sich Zeit füreinander genommen. Sie haben sich gegenseitig ein Wohlgefühl verschafft und sich miteinander beschäftigt. Und ganz sicher haben Sie Ihre Lust geweckt. Und, oh mein Gott, endlich, Liebster, da bist du ja. Zieh dich aus, ich halte es nicht mehr aus!

Anja Drews – Diplom-Sexualpädagogin für ORION

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