Wie Sie Ihre eigenen vier Wände nutzen, um Ihr Liebesleben zu bereichern

Die Wohnung bietet ganz neue Möglichkeiten

Das Bett ist der Deutschen Lieblingsort für Sex. Das kann auf Dauer ein bisschen eintönig werden. Wie wäre es da mit einer kleinen Erkundungstour durch die eigenen vier Wände? Dort finden sich mit etwas Fantasie nämlich nicht nur aufregende Orte für heiße Liebesspiele sondern auch so mancher Gegenstand, der sich wunderbar zum Sextoy umfunktionieren lässt. Die besten Tipps und Anregungen hat Expertin Anja Drews für Sie.

1.    Auf der Suche nach ungewöhnlichem Sexspielzeug
2.    Raus aus dem Bett!

1. Auf der Suche nach ungewöhnlichem Sexspielzeug

„Ups, was liegt denn da auf dem Nachttisch? Ist das ein Handschmeichler?“ Kennen Sie einen Handschmeichler? Das können glatte runde Steine oder auch andere Gegenstände aus Materialien sein, die sich gut in der Hand anfühlen. So manches Sextoy erfüllt diese Bedingungen ebenfalls und sieht noch nicht einmal ganz anders aus. Da ist es dann auch gar nicht mehr peinlich, wenn Freunde die neue Wohnung inspizieren und ein vergessenes Sextoy irgendwo herumliegt. Es sei denn, sie kennen sich selber bestens aus und wissen gleich Bescheid. Aber dann ist es wiederum nicht mehr peinlich und man kann sich eher wissende Blicke zuwerfen. 

Worüber Freunde aber nicht Bescheid wissen können, sind die Gegenstände aus dem Haushalt, die Sie vielleicht in Ihrem Liebesspiel verwenden. Oder, noch pikanter, Sie vergnügen sich allein damit und haben damit ein süßes Geheimnis vor Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin!

Schauen Sie sich um und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!

Sie finden im Haushalt so einiges, das Sie nehmen können. Es liegt ganz an Ihnen, was Sie davon ausprobieren.

  • Mit eisgekühlten Löffeln aus Edelstahl lassen sich auf nackter Haut wunderbare Muster malen. Das vielleicht sogar noch mit verbundenen Augen? Passende Schals oder Tücher liegen sicherlich bei Ihnen im Kleiderschrank. 
  • Wie wäre es mit einem Pfannenwender als Paddel? Paff, auf den nackten Hintern! Aber Vorsicht, das kann auch nach hinten losgehen, wenn es keine Absprachen in dieser Hinsicht gibt. Ich erinnere da nur an eine Szene aus Ally McBeal, in der er denkt, sie wünsche sich einen herzhaften Klaps auf den Allerwertesten. Und so greift er zu ihrer Haarbürste und haut drauf. Allerdings zeigt sie nicht die erwartete Reaktion, sondern flippt im Gegenteil völlig aus! Offensichtlich war das nur eine Fantasie
  • Kommen wir noch einmal zurück zur Haarbürste: Die eignet sich mit der flachen Seite also gut zum Klapsen. Die andere Seite jedoch kann man hervorragend zum Stimulieren der Haut verwenden. Fahrt einmal ganz sanft mit der Bürste über Eure Haut und testet es an Euch selber. 
  • Haben Sie einen Staubwedel oder eine Feder? Auch diese zarten Berührungen fühlen sich ganz wunderbar an. Der Griff des Staubwedels wiederum lässt sich sicherlich auch kreativ einsetzen. Sollte er in Körperöffnungen eingeführt werden, bitte vorher ein Kondom überziehen!

Was haben Sie noch in der Küche? Haushaltsfolie. Für die gibt es sogar mehrere Verwendungsmöglichkeiten: 

  • Zum einen gibt es eine Vorliebe, bei der der ganze Körper in die Folie eingewickelt und damit fixiert wird. Ein besonderer Reiz kann es dabei sein, wenn die Haut anfängt zu schwitzen. 
  • Wer nicht ganz so weit gehen möchte, nimmt die Folie als Fesselband. Und wenn Sie fertig sind, können Sie sie ganz einfach durchschneiden. 
  • Zu guter Letzt, zumindest bei dem, was mir einfällt, kann Haushaltsfolie als Mittel beim Safer Sex genommen werden. Nicht als Ersatz für ein Kondom! Aber als Schutz beim Lickjob oder Anilingus. Sie schneiden ein Stück mit zehn mal zehn Zentimetern zurecht und legt es auf Vulva oder Anus, bevor Sie loslegen mit der Zungenkunst. Fertig! 

Wo wir gerade bei Safer Sex sind. Sollten Sie Obst oder Gemüse zweckentfremden, ziehen Sie bitte ein Kondom darüber. Selbst bei Bio-Produkten ist nicht gewährleistet, dass sich nicht doch Rückstände von Pestiziden auf der Haut oder Schale befinden. Und über die Schleimhäute können diese besonders leicht übertragen werden. Und wenn Sie sich an Ihrem Sonnenblumen- oder Olivenöl vergreifen, denken Sie bitte daran, dass Öl das Material von Kondomen zersetzt und diese dadurch porös werden. Wenn Safer Sex angesagt ist, dann bitte nur Gleitmittel auf Wasserbasis verwenden! 

Wasserspiele der anderen Art

  • Viele Frauen wissen den Druck des Wasserstrahls aus dem Duschkopfes durchaus zu schätzen. Diese lassen sich übrigens auch schon zu günstigen Preisen im Baumarkt neu kaufen, falls der alte Duschkopf nicht den Vorstellungen entsprechen sollte. Kleine Wasserspiele unter der Dusche oder in der Badewanne sind somit allein als auch mit dem Partner ein Hochgenuss. 
  • Einen weiteren interessanten Gegenstand finden wir noch im Bad: Die Zahnbürste. Mit dem kleinen Bürstchen wurde schon so manche Klitoris verwöhnt. Außerdem haben viele Bürsten einen flexiblen Knick im Griff. Auf die Weise lässt sich auch der an der vorderen Scheidenwand gelegene G-Punkt stimulieren. Einfach einmal ausprobieren! 
  • Die Waschmaschine soll ja noch so ein Geheimtipp sein. Im Schleudergang aufgesessen und los geht’s! Allerdings sind viele Waschmaschinen heute untergebaut und damit nicht weiter geeignet für Vibrationsspiele. Hier fällt mir dann auch gleich noch der Radiomoderator Howard Stern ein. Der ließ in der Film-Biografie eine Zuhörerin auf die ihrer Lautsprecherbox Platz nehmen und ließ diese dann durch ein Brummen in seinen tiefsten Tönen vibrieren. Ich hoffe, ich habe das gerade verständlich beschrieben. Fiele heute ohnehin weg, weil die meisten gar keine Boxen dieser Art mehr haben.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Da haben wir doch schon eine ganze Menge gefunden. Aber seien Sie trotzdem vorsichtig. Sie sollten darauf achten, dass alles, was Sie einführen, entweder sauber oder mit einem Kondom überzogen ist. Bei allem rund um den Anus denken Sie bitte unbedingt daran, dass es eine Rückholsicherung gibt. Denn was erst einmal verschwunden ist, kommt so leicht nicht wieder heraus. 

Zum Thema Klapse: Abraten würde ich von dem Einsatz von Ledergürteln. Damit kann man sich ganz schön verschätzen und es leicht übertreiben mit dem Schmerz. Und auf keinen Fall darf die Gürtelschnalle auf den Körper treffen! Überhaupt sollten Sie sich genau informieren, welche Körperstellen bei derlei Spielchen gefährdet sind. Die Nieren beispielsweise dürfen unter keinen Umständen verletzt werden. Und nur zur Sicherheit erwähne ich, dass ebenfalls unter keinen Umständen Klarsichtfolie über das Gesicht gehört! 

2. Raus aus dem Bett!

Ohne, dass ich Umfragen oder Studien bemühen muss, kann ich auch so mit Fug und Recht behaupten, dass das Bett der Deutschen Lieblingsort für kurzen oder ausgedehnten Sex ist. Das liegt auch nahe, immerhin ist das der Ort, den wir jeden Abend aufsuchen und an dem wir ein Drittel unseres Lebens verbringen. Zudem schlafen die meisten Paare gemeinsam in einem Raum und in einem Bett. Manche teilen sich gar eine große Bettdecke. Die Gelegenheit zum Sex ergibt sich quasi von allein, Tag für Tag. Was liegt da näher, als diese traute Zweisamkeit vor dem Einschlafen oder direkt nach dem Aufwachen für ein erotisches Liebesspiel zu nutzen? Und trotzdem klagen so viele Paare über ein Nachlassen ihrer Lust und ihrer sexuellen Aktivitäten. 

Alles andere in der Beziehung wird geplant. Spannende kulturelle Veranstaltungen, leckere kulinarische Köstlichkeiten, aufregende Freizeitabenteuer. Nur der Sex soll immer von allein kommen und natürlich auch aufregend bleiben. Und das, ohne etwas dafür unternehmen zu müssen. Im Liegen also. Wenn man das so liest, wird klar, dass hier etwas nicht stimmt. Wir sollten also etwas an der Routine ändern. Nun ist es nicht jedermanns und jederfraus Sache, sich hinaus in die Natur zu begeben oder sich im Treppenhaus oder dunklen Häuserecken herumzutreiben, um etwas Würze ins Liebesleben zu bringen. Aber lässt sich nicht auch in den trauten vier Wänden schon etwas finden? Ein kleiner Ortswechsel gefällig? Schauen wir doch einmal, was wir hier so alles finden. Ab hier könnte es unbequem werden. Und aufregend.

Die ganz persönliche Peepshow

Der Sessel: Fangen wir doch direkt im Schlafzimmer an. Wenn das Bett tabu ist, was steht Ihnen noch zur Verfügung? Ein bequemer Sessel, auf dem Sie sonst Ihre Kleidung ablegen? Hervorragend! Inszenieren Sie doch eine kleine ganz intime Peepshow! 

•    Schieben Sie den Sessel so in Sichtweite vor das Bett, so dass einer von Ihnen von hier aus den anderen gut beobachten kann. Und dies nackt oder angezogen, wie es Ihnen gefällt. Wobei es angezogen noch ein leichtes Machtgefälle gibt, das auch seinen Reiz haben kann. 
•    Der oder die andere zieht sich genüsslich aus, begibt sich auf das Bett und startet mit der Soloshow. Immer schön langsam den ganzen Körper streichelnd, sich drehend und bewegend, Perspektivwechsel bietend. Sie entscheiden, wann der oder die andere einsteigen darf oder ob überhaupt.

Das Fenster: Auch ein Fenster finden wir in jedem Schlafzimmer. Auf einer Fensterbank kann sie sich abstützen, während er von hinten in sie eindringt. Dabei ist der Blick aus dem Fenster das Besondere. Haben Sie Nachbarn, die Sie eventuell sehen können? Eine Prise Angst kann das Lusterleben schon sehr steigern. Sie brauchen die Vorhänge aber auch nicht ganz offen zu lassen. Ein Spalt reicht schon, um nur das Gefühl vom möglichen Erwischt werden auszukosten. Haben Sie große Fenstertüren, die auf den Balkon oder die Terrasse hinausführen? Was gibt es Schöneres, als es in einer lauen Sommernacht hier draußen zu treiben?

Sexvergnügen statt fernsehen

Das Sofa: Schauen wir uns im Wohnzimmer um. Angenehme Temperatur? Erotische Musik? Gedimmtes Licht? Ein Sofa mit Seitenlehne? Vorn übergebeugt kann sie ihm ihre wunderschöne Rückseite entgegenhalten. Er braucht nur noch hineinzugleiten in das köstliche Nass. Ganz einfach. Er hingegen darf sich hinsetzen und ihr sein herrliches Gemächt präsentieren. Da kann sie gar nicht anders, als sich vor ihn zu knien und seine pralle Erektion in den Mund zu nehmen. Ein Kissen schützt die Knie vor dem harten Boden. 

Das Regal: Naja, so unbequem ist das bisher ja alles noch nicht gewesen. Gibt es ein Regal? Wenn möglich eines, das fest mit der Wand verschraubt ist. Denn dieses kann ganz herrlich für kleine Fesselspiele verwendet werden. Während der eine oder die andere hier ein fixiertes Dasein fristet, kann der andere sie oder ihn schön zappeln lassen. Augen verbinden schafft noch einen besonderen Reiz. Dadurch weiß der oder die andere nicht, was als Nächstes geschieht. Die anderen Sinne werden umso mehr geschärft. Jedes noch so kleine Geräusch lässt erzittern und die Lust steigen. Hierfür lassen sich sicherlich auch Heizungsrohre oder Kommodenbeine verwenden. Und wenn Sie erst einmal auf die Idee gekommen sind, finden Sie bestimmt noch mehr Möglichkeiten.

Die Küche ist nicht nur zum Kochen da

Alle Augen auf den Küchentisch gerichtet: Hier kann nicht nur das Essen sondern auch die Liebste dekorativ angerichtet werden. Auf dem Rücken liegend kann sie die Beine um seinen Hals schlingen, während er den besten Ausblick auf ihre prachtvollen Brüste genießt. Er kann diese mit beiden Händen liebkosen oder ihre Hüften umgreifen. Falls es für ihren Rücken zu hart ist, helfen auf dem Tisch ausgebreitete Decken. Und falls es Probleme mit der Höhe gibt, lässt sich das sicher durch ein aufblasbares Lovepad beheben.

Küchenstühle? Setzt sie sich rittlings auf ihn, können sie sich in die Augen sehen. Allerdings kann das tatsächlich unbequem werden, da ihre Füße in der Luft baumeln. Dadurch lastet ihr ganzes Gewicht auf ihm und sie kann sich zudem nicht gut selber bewegen. Dreht sie ihm hingegen den Rücken zu, kann sie die Füße auf den Boden stellen und damit auch die Tiefe des Eindringens und den Rhythmus besser mitbestimmen. Spreizt sie ihre Beine, hat er die Möglichkeit, um sie herum zu greifen und ihre Klitoris stimulieren.

Ihr braucht nur loszulegen

Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten, die Ihnen außerhalb Ihres Bettes zur Verfügung stehen. Das Einzige, das Sie brauchen, ist die Motivation, sich aus dem warmen gemütlichen Bett zu erheben und das Abenteuer Wohnung zu starten. Welche Möglichkeiten finden Sie noch, wenn Sie Ihre eigene Wohnung anschauen? ;-)

Anja Drews – Diplom-Sexualpädagogin für ORION

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