Worauf Männer im Bett wirklich stehen

Worauf Männer im Bett wirklich stehen

Es gibt so schöne Ratgeber, in denen wir nachlesen können, was Männer sich sexuell wünschen. Alle Männer? Oder nur einzelne? Gegen Verallgemeinerungen wehre ich mich ja immer vehement. Sieben Milliarden Menschen auf der Erde, davon knapp die Hälfte männlich. Und dann soll es bestimmte Dinge geben, auf die alle Männer stehen? Das kann doch gar nicht sein, dafür sind Männer doch viel zu unterschiedlich! Auch, wenn wir Frauen sie gern alle über einen Kamm scheren. Ich auch. Manchmal. ☺

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High Heels, Dessous oder doch lieber natürlich nackt? Orion-Sexpertin Anja Drews fragt sich, worauf Männer im Bett wirklich stehen.

Ja, aber worauf stehen Männer denn nun? 

•    High Heels im Bett? Nicht wirklich. Ich kannte einmal einen, der auf Sneakers abfuhr. 
•    Heiße Dessous, die mehr enthüllen als verhüllen? Nein. Viele Männer mögen es auch natürlich nackt. Oder stehen auf Schiesser. 
•    Ich kenne Männer, die würden vor Lachen umfallen, wenn ihre Liebste plötzlich einen Striptease aufführte. 

Auf den einen oder anderen mögen diese aufgeführten Vorlieben daher sicherlich zutreffen, aber lange nicht auf alle. Und darum geht es letztlich auch tatsächlich nicht. Denn das, was den Sex so unglaublich macht, sind nicht die Accessoires oder die Show-Einlagen. Es ist vielmehr die Verbindung zwischen den Menschen, die es miteinander treiben. Ob mit oder ohne Zugaben. Und diese Verbindung herzustellen, ist gar nicht so schwierig.

1.    Authentizität – Seien Sie Sie selbst

Also, was wollen Männer denn nun wirklich im Bett? Sie wollen, dass eine Frau sich nicht verstellt. Sie wollen Authentizität. Der beste Striptease und das schönste Dessous zeigen wenig Wirkung, wenn wir nur eine Show abziehen. Wenn wir versuchen, sexy auszusehen und sie anzumachen, ohne selber Vergnügen dabei zu haben. Männer wollen aber eine Frau, der selber Spaß hat. 

Und wann macht es uns Spaß? 

•    Wenn wir sehen, dass wir unseren Partner erregen. 
•    Wenn wir uns von seinen Blicken angefeuert fühlen. 
•    Wenn wir uns begehrt fühlen. 
•    Wenn wir uns sicher fühlen. 

Dann können wir uns gehen lassen, denken nicht darüber nach, ob dies oder jenes vorteilhaft aussieht. Dann können wir lachen und Spaß haben. 

Das setzt natürlich voraus, dass er nicht hingelümmelt mit einer Bierflasche zusieht oder uns eher unbeteiligt anfasst. Es sollte aktiv dabei sein. Seine Blicke, seine Gesten, seine Worte zählen. Sein Begehren. Also ein Miteinander. Ein gegenseitiges Anfeuern. Und kein Programm, das wie auf einer Leinwand abgespult und nur konsumiert wird.

2.    Seien Sie offen für seine sexuellen Wünsche

Männer mögen es, wenn wir sie mit ihren immer wieder so einzigartigen sexuellen Wünschen akzeptieren. Jeder Mensch hat seine Vorlieben. Manche zeigen wir und andere verstecken wir lieber. Je mehr wir uns am Anfang einer Beziehung verstecken, desto schwieriger wird es später, uns zu zeigen. 

In Beziehungen entwickeln wir häufig eine Art Standardprogramm, das beiden gefällt, das aber manchmal auch keine Freiheiten mehr lässt. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Wir mögen dann nicht mehr sagen, dass wir etwas anderes viel lieber mögen, denn wir wollen unseren Partner oder unsere Partnerin nicht verletzen. 

Auf der anderen Seite haben wir Angst vor dem, was vielleicht im anderen schlummert. Wir wollen lieber keine schlafenden Hunde wecken. Dabei ist es genau das, was den Sex lebendig hält. Spannung, Aufregung, Herzklopfen, Ungewissheit, eine kleine Portion Angst. 

•    Wir zeigen auch einen Teil von uns, wenn wir auf die Wünsche unseres Partners eingehen. 
•    Wir zeigen ihm, dass wir ihn akzeptieren, so wie er ist. 
•    Wir nehmen ihm die Angst, vor unseren Augen nicht zu bestehen. 

Das setzt wiederum voraus, dass unser Partner sich genauso verhält und auch unseren Wünschen Aufmerksamkeit schenkt. Denn es geht nicht nur um den anderen. Es geht auch um uns. 

Wenn wir uns zu dem, was er sich wünscht, gar nicht überwinden können, sollten wir es natürlich auch nicht machen. Dazu haben wir ebenfalls jedes Recht. Aber es wird ihn beruhigen, wenn er weiß, dass wir ihn trotzdem lieben. Haben wir hingegen einen Partner, der auf Biegen und Brechen seine Wünsche einfordert, dann sollten wir überlegen, ob das der richtige Partner für uns ist.

3.    Nehmen Sie sich, was Sie brauchen

Männer wollen Frauen, die selbstbewusst für ihre Bedürfnisse einstehen. Sie wollen Frauen, die sich auch nehmen können, was sie brauchen. Sie wollen nicht auf Dauer der „Besorger“ sein. Und schon gar nicht wollen sie im Dunkeln tappen. Es gibt Frauen, die von ihrem Liebsten das Wissen um ihre eigene Lust erwarten. Sie legen sich hin und warten darauf, dass er irgendetwas macht, das sie zum Höhepunkt bringt. Und sie sind enttäuscht, wenn er es nicht schafft. 

Diese Einstellung setzt beide nur unter unnötigen Druck. Dabei ist es ganz einfach: Frauen sind genauso für ihre eigene Lust verantwortlich wie Männer für die ihre. Wir können nicht von Männern erwarten, dass die wissen, was wir wollen. Eine Frau, die weiß und sich nimmt, was sie braucht, wirkt ungemein attraktiv. Dazu gehört, dass wir uns mit unserem eigenen Körper auseinanderzusetzen, über unsere Wünsche zu sprechen und auch einmal in die Offensive gehen und ihn zum Sex verführen.

Anja Drews – Diplom-Sexualpädagogin für ORION

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