6 interessante Herbst-Urteile

Diese Rechte und Pflichten sollten Sie kennen

Ohne Streit und Stress durch die dunkle Jahreszeit – hört sich eigentlich nicht so schwierig an. Zumindest nicht, wenn Sie die wichtigsten Herbst-Urteile kennen. Welche Gefahren lauern und welche Rechte und Pflichten Sie jetzt kennen sollten, lesen Sie hier.

Die Tage werden kürzer, die Blätter bunt, und die Apfelbäume sind voller Früchte. Wie verlockend! Wenn Sie einen pflücken, ist das in der Regel in Ordnung. Nur kistenweise dürfen Sie das Obst nicht wegtragen. Das ist strafbar. Aber auch sonst gibt es noch so einiges zu beachten ...

Laub fegen

Feuchtes Laub sorgt für große Rutschgefahr. Daher müssen die Wege am Grundstück regelmäßig gefegt werden, sonst verletzt man die Verkehrssicherungspflicht. Aber es muss nicht jedes Blatt sofort entfernt werden. Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein entschied: Gefegt werden muss nur in zumutbaren Intervallen, etwa wöchentlich. Hält man die ein, muss man kein Schmerzensgeld zahlen, wenn jemand ausrutscht und sich verletzt.
OLG Schleswig-Holstein, Az.: 11 U 16/13

Kastanienschlag

Wenn Kastanien aufs Autodach knallen und Dellen hinterlassen, ist das ärgerlich. Schadenersatz vom Baumbesitzer, im vorliegenden Fall war es die Stadt Aachen, gibt es aber nicht. Jeder muss diese Gefahr selbst erkennen.
LG Aachen, Az.: 4 O 350/02

Fallobst

Wer einen großen Obstbaum im Garten hat, dessen Früchte auch in Nachbars Garten plumpsen, muss diese zwar entfernen, wenn die Menge ein zumutbares Maß überschreitet, aber nicht mehrmals die Woche für mehrere Stunden. Es gilt übrigens laut Gesetzbuch (§ 911 BGB), dass das Fallobst dem Nachbarn gehört.
AG Backnang, Az.: 3 C 35/89

Blätter vom Nachbarn

Aus Nachbars Garten rieseln gefühlt Berge von Laub auf das eigene Grundstück. Nervig. Und wer muss die beseitigen? Derjenige, dem das Grundstück gehört. Die Richter schränken allerdings ein: nur bei zumutbaren Mengen. Bedeutet: Wenn die Bepflanzung dem Charakter der Umgebung entspricht. Hat sich jemand einen ganzen Wald in den Garten gesetzt, wird es zu seiner Aufgabe.
BGH, Az.: V ZR 102/03

Wildunfall

Im Herbst häufen sich leider auch die Wildunfälle. Ist es zu einer Kollision gekommen, haftet in der Regel die Kaskoversicherung – allerdings nur, wenn es sich um große Tiere handelt. Das Gericht in Trier entschied einmal: Wer einem Fuchs ausweicht und dadurch einen Unfall baut, handelt „grob fahrlässig“. In dem Fall musste die Versicherung nur 40 Prozent des gesamten Schadens tragen.
LG Trier, Az.: 4 O 241/09

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