Renten-Irrtümer: Was gilt wirklich?

So bereiten Sie sich entspannt auf den Ruhestand vor

Auch wenn der Ruhestand vielleicht noch ein paar Jahre entfernt ist: Damit wir dann in finanzieller Hinsicht keine böse Überraschung erleben, lohnt es sich, vorab ein paar Irrtümer aufzuklären. Rentenberaterin Marina Herbrich, Mitglied Bundesverband der Rentenberater e. V. nennt Fakten.

Ich muss mit 67 Jahren in Rente gehen

„Nein. 67 ist die Regelaltersgrenze, um in Rente zu gehen. Sie können aber auch danach noch weiterarbeiten, wenn Ihr Chef Sie weiter beschäftigen möchte. Da Arbeitgeber und Arbeitnehmer dann auch weiterhin Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, erhöht sich so die spätere Rente. Das lohnt sich, denn es bedeutet einen Zuschlag von einem halben Prozentpunkt mehr im Monat, aufs Jahr gerechnet also sechs Prozent.“

Ich darf erst mit 67 Jahren in Rente gehen

„Das ist abhängig vom Geburtsjahr: Nur wer 1964 oder später geboren ist, kann erst im Alter von 67 Jahren ohne Abzüge Rentner werden. Für früher Geborene wird das Eintrittsalter stufenweise von 63 auf 67 Jahre angehoben. Für Schwerbehinderte gelten extra Regeln.“

Ich muss nicht extra einen Rentenantrag stellen

„Doch, die Rente muss jeder selbst beantragen, am besten schon ein Vierteljahr, bevor man in Rente geht. Das ist wichtig, denn der Rentenbeginn ist auch davon abhängig, wann Ihr Antrag beim Versicherungsträger eingeht. Sie können dies per Post oder übers Internet auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung erledigen.“

Nach 45 Beitragsjahren gibt es immer die volle Rente

„Das stimmt nicht, denn ohne Abschläge kann man nur dann in Rente gehen, wenn man auch ein bestimmtes Alter erreicht hat. Nach 45 Beitragsjahren kann man zum Beispiel ohne Einbußen mit 63 Jahren in Rente gehen, wenn man bis 1952 geboren ist. Danach wird das erforderliche Lebensalter dann stufenweise angehoben. Übrigens muss man grundsätzlich fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt haben, um überhaupt Rente zu bekommen.“

Meine letzten Beitragsjahre sind die wichtigsten

„Nein. Alle Jahre, in denen Beiträge gezahlt wurden, zählen bei der Berechnung der späteren Rente. Auch Zeiten der Ausbildung gehören dazu, genau wie Minijobs, wenn man sich hier nicht von der Beitragszahlung hat befreien lassen.“

Es gibt nur für Ehepaare Hinterbliebenenrente

„Falsch: Auch wer nicht in klassischer Ehe, sondern als eingetragene Lebenspartnerschaft zusammenlebt, hat darauf Anspruch.“   

Ich darf nur begrenzt hinzuverdienen

Auch dies ist ein Irrtum: Als Regelaltersrentner dürfen Sie so viel Geld verdienen, wie Sie wollen und können, ohne dass es auf die Rente angerechnet oder von ihr abgezogen wird. Allerdings müssen diese Einkünfte versteuert werden, eventuell müssen Sie auch Beiträge zur Krankenversicherung abführen.

Als Frührentner können Sie ebenfalls anrechnungsfrei Geld hinzuverdienen. Hier gilt aber eine Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro brutto im Jahr, egal, ob Sie diese einmalig oder übers Jahr verteilt verdienen. Um Abschläge auszugleichen, können Sie ab 50 Jahren freiwillig zusätzliche Beitragszahlungen leisten.