Wann lohnt es sich, Haushaltsgeräte reparieren zu lassen?

Wir klären auf! Sind defekte Staubsauger und Co. noch zu retten?

21. Juni 2017

Ein kaputter Schlauch, eine defekte Düse – ist der Gang zum Handwerker nötig? Wann lohnt es sich, Haushaltsgeräte in die Reparatur zum Fachmann zu geben?

Gerade erst ist die Garantie abgelaufen – und als hätte einer die Uhr so eingestellt, geht das Gerät plötzlich kaputt. Eine ganz alltägliche und tatsächlich auch typische Situation. Unweigerlich beginnt man nun, zu überlegen: Lohnt sich die Reparatur des Haushaltsgeräts oder ist ein neues Produkt angebracht? Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat sich diesen Fragen angenommen.

Haushaltsgeräte reparieren oder nicht – gibt es eine pauschale Antwort?
Nein, es kommt bei dieser Frage auf die Erwartungshaltung des Verbrauchers an. Also: Was will ich? Soll die Angelegenheit möglichst preiswert sein? Oder will ich danach lange meine Ruhe haben? Plus: Nicht alle Haushaltsgeräte lassen sich reparieren. Gerade Billig-Produkte sind oft so verbaut, dass eine Instandsetzung nicht möglich ist.

Sind die Ersatzteile überhaupt bei den Herstellern verfügbar?
Für Waschmaschinen, Kaffeevollautomaten und Staubsauger gilt: Viele Anbieter haben für die gängigsten Verschleißteile ihrer Produkte Ersatzteile vorrätig. In der Regel sind die für fünf bis zehn Jahre zu bekommen. Übrigens: Wem der Kundendienst zu teuer ist, der sollte sich bei sogenannten Repaircafés vorstellen. Dort sitzen Ehrenamtliche, die Ihnen mit ihrem Fachwissen und helfenden Händen zur Seite stehen (Infos: www.reparatur-initiativen.de).

Staubsauger
Gerissene Schläuche, mangelnde Saugkraft – bei den üblichen kleinen Defekten kann der Verbraucher oft selbst Hand anlegen. Denn: In diesen Fällen rechnet sich der Anruf beim Profi nicht. In anderen Fällen sind die Ersatzteile oft unverhältnismäßig teuer. Faustregel: Staubsauger gehen durchschnittlich nach acht Jahren kaputt. Eine Reparatur bei älteren Geräten ist also nicht mehr sinnvoll. Bei neueren Geräten, die nicht mehr als 1.000 Watt verbrauchen, lohnt sich eine Reparatur in den ersten vier Jahren nur dann, wenn sie nicht mehr als die Hälfte des Kaufpreises kostet.

Waschmaschine
Experten wissen, dass Maschinen aus den 90er Jahren wesentlich reparaturfreundlicher waren als heute. Das heißt: Es kann sich lohnen, in Waschmaschinen aus dieser Zeit zu investieren. Die Warentester raten auch hier: In den ersten fünf Jahren rechnet sich eine Reparatur bis zu einem Wert, der die Hälfte des Kaufpreises nicht übersteigt. Für zehn Jahre alte Geräte ist dann nur noch ein Fünftel wirtschaftlich. Trotz dieser Überlegungen sollte dem Verbraucher klar sein, dass die Herstellung eines neuen Gerätes die Umwelt wesentlich mehr belastet und somit eine Reparatur zumindest ökologisch häufig Sinn macht.

Kaffeevollautomat
Diese Maschinen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Da der Anschaffungspreis recht hoch ist und auch hier die Herstellung viele Ressourcen kostet, ist eine Instandsetzung fast immer lohnenswert. Aber: Die muss nicht zwangsläufig vom Profi durchgeführt werden. Die Warentester empfehlen, auf Bastlerwebseiten (z. B. www.juradiy.de) selbst nach der Fehlerquelle zu suchen und so hohe Reparaturkosten für Kleinigkeiten zu vermeiden.