Mein Kind zieht aus

Was gibt es jetzt zu regeln?

Endlich frei und unabhängig: Zu Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums freuen sich viele junge Menschen auf ihre erste eigene Wohnung. Die Entscheidung, das Elternhaus zu verlassen, bedeutet auch neue Verantwortung. Das Kind zieht aus: Wir geben wichtige Tipps.

Der Vermieter verlangt eine Bürgschaft, was heißt das?

Bei einer Mietbürgschaft haften die Eltern für ihre Kinder, wenn diese beispielsweise die Miete nicht mehr zahlen können oder Schäden in der Wohnung verursachen. Die Rechnung geht dann meist direkt an die Eltern. Zusätzlich zur Bürgschaft darf der Vermieter übrigens keine Kaution verlangen.

Muss sich mein Kind nach dem Auszug ummelden?

Ja. In Deutschland besteht grundsätzlich eine Meldepflicht. Das heißt: Das Kind zieht aus und sollte sich dann innerhalb von einer Woche beim zuständigen Amt melden. Andernfalls droht ein Buß- oder Verwarngeld. 

Haftpflichtversicherung der Eltern – gilt sie weiterhin?

Sie ist unabhängig vom Wohnort und gilt auch nach dem Umzug weiter für das volljährige Kind, wenn es unverheiratet ist, noch zur Schule geht oder sich in der ersten Berufsausbildung wie Studium oder Lehre befindet. Je nach Vertrag endet der Schutz meist mit der Vollendung des 25. Lebensjahres.

Braucht mein Kind eine Krankenversicherung?

Bei gesetzlichen Kassen kann es in der Regel bis zum 25. Geburtstag die Familienversicherung der Eltern nutzen, sofern es nicht mehr als 450 Euro für einen Minijob verdient. Will es sich privat versichern, kann es sich auf Antrag von der Pflichtversicherung bei den gesetzlichen Kassen befreien lassen.

Hausratversicherung – ist ein Abschluss notwendig?

Die Hausratversicherung ist keine Pflicht, hilfreich ist sie aber auf jeden Fall. Hier muss jeder selbst abwägen, der alleine in eine Wohnung ziehen will. Wenn in einer WG ein gemeinsamer Mietvertrag besteht, hat meist schon ein Mitbewohner eine Hausratversicherung abgeschlossen, die für alle gilt.

Wie sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ein Abschluss kann sich gerade in jungen Jahren lohnen. Zieht das Kind aus und beginnt eine erste Berufsausbildung als Student oder Auszubildender, ist es in der Regel gesund und etwaige Prämien daher niedrig. Eine Beratung bei der Verbraucherzentrale kann bei der Entscheidung helfen.

Muss mein Kind eine Steuererklärung machen?

Verpflichtend ist es für Studenten und Azubis nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn sie als Selbstständige mit ihrem Verdienst über den jährlichen Grundfreibetrag kommen. Trotzdem kann sich eine Steuererklärung lohnen, nämlich wenn bei einem Job Lohnsteuern gezahlt worden sind. Diesen Teil kann man sich dann zurückholen.

Kind zieht aus: Wieviel Unterhalt, Kindergeld, BAföG?

Unterhaltspflichtig sind Eltern auch für volljährige Kinder. Der Anspruch entfällt in der Regel mit dem Abschluss der Berufsausbildung. Die Höhe hängt von der Ausbildungsform und davon ab, ob das Kind bei einem Elternteil wohnt. Für ausgezogene Studenten sind es momentan 735 Euro.

Das Kindergeld wird weitergezahlt, sofern das Kind sich in einem Ausbildungsverhältnis befindet und nicht älter als 25 Jahre ist. Wehr- oder Zivildienst schiebt die Grenze um die jeweilige Zeit nach hinten. 

Ob und wie viel BAföG einem Kind zusteht, hängt vom Einzelfall ab. BAföG-Ämter und Studentenwerke an Unis helfen weiter.