Berührende Beichte: Maren Gilzer berichtet über ihre Schuppenflechte

Die Moderatorin leidet unter einem weit verbreiteten Hautproblem

Kaum einer hat es gewusst, und bisher hat sie auch nie darüber gesprochen: Maren Gilzer, 56, leidet seit ihrer Kindheit unter einer schmerzhaften und unangenehmen Hautkrankheit, der Schuppenflechte. Wie Schuppenflechte entsteht, und wie sie behandelt werden kann, berichten unsere Experten auf Idee für mich.

Etwa zwei Millionen Menschen sind in Deutschland von der Krankheit Psoriasis, wie die Schuppenflechte medizinisch genannt wird, betroffen. Ein Viertel davon sind Kinder und Jugendliche, denn die Auswirkungen dieser Immunkrankheit beginnen bereits in Kindertagen. Auch Maren Gilzer, die 2015 bei RTL Dschungelkönigin wurde, muss seit über 50 Jahren mit schuppiger Haut und geröteten bis blutigen Stellen zurechtkommen, die nicht nur nässen, sondern auch furchtbar jucken und vielen Kranken nachts den Schlaf rauben. „Der Juckreiz ist am schlimmsten“, sagt sie. Solche, für Außenstehende offensichtlichen Erkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis und Akne sind für die Betroffenen neben den gesundheitlichen Problemen auch psychisch sehr belastend, denn oftmals werden sie angestarrt, fühlen sich hässlich oder werden schlimmstenfalls sogar gehänselt und ausgegrenzt. Um diesen Stigmatisierungen entgegenzuwirken und die Öffentlichkeit umfassend zu informieren, haben internationale Dermatologen vor einigen Jahren den „Welt-Psoriasistag“ eingeführt. Unter dem Leitmotiv „Verstehen – anerkennen – einbeziehen“ werden am 29. Oktober 2016 auch in Deutschland Veranstaltungen stattfinden.

Wie entsteht die Schuppenflechte?

Dermatologen beschreiben die Schuppenflechte als eine chronische Krankheit, die jedoch nicht ansteckend ist, bei der aber das körpereigene Immunsystem ständig außer Kontrolle gerät. Die Hautzellen erneuern sich viel schneller als bei gesunden Menschen, was dazu führt, dass die Haut Schuppen bildet, die stark jucken und nässen. Die Flechte tritt an allen Hautpartien auf, was besonders schwerwiegend für die Betroffenen ist, wenn sich Regionen wie Gesicht, Hals und Hände entzünden – Körperteile, die sich eben nicht einfach so unter Kleidung verstecken lassen.

Maren Gilzer kennt solche Situationen:

Ich erinnere mich, wie einmal große Teile des Halses betroffen waren. Das war natürlich nur schwer zu verdecken.

Ärzte kennen viele Methoden, die helfen können

Maren Gilzer hat verschiedene Heilmethoden und Medikamente ausprobiert und schließlich eine Salbe gefunden, die ihr hilft. Sie kann heute gut mit ihrer Psoriasis umgehen, auch wenn sie an manchen Tagen arg geplagt wird: „Manchmal ist die Flechte im Ohr, nässt und entzündet sich. Da hilft dann auch meine Creme nicht mehr.“ Die vielfältigen Therapieverfahren, die Ärzten heute zur Verfügung stehen, dauern zwar meist lange, sind aber vielversprechend, so der Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Fast zwei Dritteln der Psoriasis-Betroffenen kann das Leben mit der Krankheit dank verschiedener medizinischer Anwendungen erleichtert werden, sei es durch Salben, Spritzen, UV-Therapie, Tabletten oder Infusionen. Heilbar allerdings ist die Schuppenflechte nicht.

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