Blasenschwäche: Warum es so viele inkontinente Frauen gibt

Die häufigsten Ursachen und die besten Tipps zum Vorbeugen

10 Millionen Menschen mit Blasenschwäche bzw. mit Inkontinenz gibt es allein in Deutschland. Darunter sind der Großteil Frauen. Aktuelle Statistiken besagen, dass 25 % aller Frauen in Deutschland von Inkontinenz betroffen sind. Das Besondere daran: Inkontinenz kann in jedem Alter und in jeder Lebensphase auftreten. Auch unter Frauen, die jünger als 30 sind, sind bis zu 13 % betroffen. 

Die Ursachen entstehen bei jeder Frau immer individuell. Die häufigsten Gründe für Inkontinenz sind:

  • Veränderungen im weiblichen Beckenboden
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Menopause
  • verändertes Bindegewebe

Veränderungen im weiblichen Beckenboden

Der Grund, warum größtenteils Frauen von einer Inkontinenz betroffen sind, liegt am besonders empfindlichen weiblichen Körperbau. Der Körper der Frau erlebt im Laufe seines Lebens große Veränderungen wie Schwangerschaft, Geburt und Menopause. Diese Veränderungen beanspruchen vor allem den Unterleib bzw. den Beckenboden. Zum Beckenboden zählen nicht nur die zugehörigen Muskelgruppen, sondern auch Bänder und das umliegende Bindegewebe.

Schwangerschaft und Geburt: Wenn der Beckenboden viel aushalten muss

Frauen bekommen die Kinder! Das ist eine einzigartige, unersetzliche Aufgabe. Gleichzeitig ist es eine gewaltige Herausforderung für den Körper und vor allem für den Beckenboden. Die Muskeln und Bänder des Beckenbodens dehnen sich in der Schwangerschaft bzw. bei der Entbindung extrem weit und bleiben gleichzeitig stahlhart, um das Gewicht des Kindes zu tragen. 

Nach Geburt des ersten Kindes können Frauen die Veränderungen des Beckenbodens durch gezieltes regelmäßiges Beckenboden-Training größtenteils rückgängig machen. Bleibt der Beckenboden jedoch untrainiert, ist es höchstwahrscheinlich, dass es zu einer Inkontinenz kommt.

Menopause und hormonelle Umstellung

Kommen Frauen in die Wechseljahre, sehen sich viele von ihnen mit Harn-Inkontinenz konfrontiert. Das liegt daran, dass in der Menopause die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen sinkt, was zur Folge hat, dass Haut und Bindegewebe weniger elastisch werden – das Bindegewebe des Beckenbodens mit eingeschlossen. 

Die Kontrolle über die Blase geht dadurch verloren. Durch gezieltes Beckenboden-Training gewinnen die meisten Frauen die Kontrolle über die Blase wieder zurück.

Bindegewebe und altersbedingte Veränderung

Altersbedingte Inkontinenz hängt oft mit Veränderungen des Bindegewebes zusammen. Rund 25 % aller Frauen in Deutschland im Alter zwischen 60 und 90 sind von Inkontinenz betroffen. 

Die Elastizität des Bindegewebes lässt im Alter natürlicherweise nach. Das Bindegewebe ist nicht nur in der Haut, sondern auch in den Organen, um diese in Form zu halten. Mit der Hautalterung wird weniger von diesem magischen Stützstoff produziert. Der Beckenboden und die enthaltenen Organe, inklusive der Blase, erschlaffen. Dadurch entsteht bei den meisten Frauen eine Inkontinenz.

Bei inkontinenten Frauen handelt es sich also nicht um traurige Einzelfälle, sondern um eine Massen-Erscheinung mit natürlichen Ursachen. Mit entsprechenden Hilfsmitteln, Beckenboden-Training oder Medikamenten können inkontinente Frauen ihr Leben wieder frei und aktiv genießen. 

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