Nächtlicher Harndrang: Das sind die Ursachen

9 mögliche Gründe

Wie gemein, während die Einen nachts so gut wie nie zur Toilette müssen, rennen andere mehrmals pro Nacht aufs Klo. Für diesen nächtlichen Harndrang kann es verschiedene Gründe geben. Wir klären über mögliche Ursachen auf, die hinter den häufigen Klogängen stecken.

In der Medizin spricht man auch von Nykturie, wenn der nächtliche Harndrang mindestens zwei Mal pro Nacht auftritt. Aber was sind die Ursachen? Wir zeigen 9 Gründe für nächtlichen Harndrang auf. 

Ursachen für den nächtlichen Harndrang

 1. Zu viel trinken
Eigentlich logisch: Wer spät abends vorm Zubettgehen noch viel Flüssigkeit zu sich nimmt, wird wahrscheinlich nachts auf die Toilette müssen. Auch flüssigkeitsreiche Nahrung, wie Obst oder ein Müsli mit viel Milch, kann eine Rolle spielen. Beobachten Sie am besten Ihr eigenes Trinkverhalten am Abend und achten darauf, ein bis zwei Stunden vorm Schlafengehen nicht mehr so viel zu trinken.

2. Koffein oder Alkohol
Alkohol und Koffein wirken harntreibend. Wer abends also gerne mal ein Gläschen Wein zu sich nimmt oder noch einen Kaffee schlürft, darf sich nicht wundern, wenn nachts die Blase drückt.
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3. Geschwollene Beine als Ursache für nächtlichen Harndrang
Wer viel Wasser in den Beinen hat, muss häufiger zur Toilette. Dem können Sie vorbeugen, indem Sie Ihre Beine vorm Schlafengehen bereits für eine Stunde entspannt hochlagern. Durch diese Position wird die Flüssigkeit in die Körpermitte geleitet, sodass Sie sich bereits vorm Zubettgehen noch einmal erleichtern können und nachts dann hoffentlich nicht nochmal rausmüssen.

4. Blaseninfektion
Bei einer Blaseninfektion versucht der Körper, schädliche Bakterien mithilfe der Körperflüssigkeiten hinauszuspülen. Wer unter einer Blaseninfektion leidet, bemerkt diesen Effekt. Wenn es zusätzlich beim Wasserlassen brennt, sollten Sie lieber einen Arzt aufsuchen.

5. Geschlechtskrankheit
Auch Geschlechtskrankheiten haben den oben genannten Effekt: Wer an Chlamydien oder Gonorrhoe leidet, muss häufig die Toilette aufsuchen. Meistens gibt es auch hier lästige Begleitsymptome, wie Brennen oder Jucken. Ein Besuch beim Frauenarzt ist in diesem Fall ratsam.

6. Hormonmangel als Grund für nächtliches Wasserlassen
Auch ein Hormonmangel kann Schuld an den vermehrten Toilettengängen sein. Das sogenannte Antidiuretische Hormon (ADH) hilft den Nieren normalerweise dabei, ihren Flüssigkeitshaushalt in Balance zu halten. Wenn die Konzentration zu niedrig ist, kann das zu häufigerem Harndrang führen. Übrigens nimmt mit zunehmendem Alter der Hormongehalt von ADH automatisch ab.

7. Eine vergrößerte Gebärmutter
Das ist zwar eine eher seltene Ursache, dennoch können Gebärmutterpolypen, Eierstockzysten, Gebärmutterhals- oder Eierstockkrebs auf die Blase drücken und so ständigen Harndrang hervorrufen.

8. Diabetes
Gerade der Typ-2-Diabetes geht meist mit Symptomen, wie starkem Durst und daraus resultierendem vermehrtem Harndrang einher. Damit versucht der Körper den überschüssigen Blutzucker herauszuschwemmen. Wer den Verdacht hat, an Diabetes zu leiden, sollte sich unbedingt vom Hausarzt untersuchen lassen!

9. Blasensenkung
Auch eine seltenere Ursache für häufige nächtliche Toilettengänge, ist eine sogenannte Blasenabsenkug. Normalerweise wird das Organ von Muskeln und Bändern im Beckenboden gestützt. Wenn jedoch eine Beckenbodenschwäche vorliegt, kann es zu einer Senkung der Blase kommen. Auch hier gilt: Lassen Sie sich untersuchen, damit der Arzt gegebenenfalls eine Diagnose stellen kann.

Datum: 31.07.2020
Autor: Ilka-Marie Hagenbücher