Bluthochdruck in den Wechseljahren: Das Risiko nicht unterschätzen

Welche Werte sind gut, welche schlecht?

Mit den Wechseljahren wird Bluthochdruck immer wahrscheinlicher. Viele Frauen unterschätzen allerdings die Gefahr – und riskieren gefährliche Krankheiten wie Nierenleiden und schwere Sehstörungen oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Anfangs zeigt ein Bluthochdruck häufig nur wenige Symptome. Er verursacht keine Schmerzen und löst kein Herzrasen aus, betroffenen Frauen geht es sogar ausgesprochen gut! Die Krankheit wird daher oft nur zufällig entdeckt.

In vielen Fällen entsteht Bluthochdruck durch die Wechseljahre, in denen mit den Hormonen auch der Hormonschutz wegfällt. Das führt dazu, dass Frauen an Gewicht zulegen, sich die Blutzucker- und Blutfettwerte erhöhen und sich schließlich ein Bluthochdruck entwickelt. Besonders gefährdet sind Raucherinnen, übergewichtige Frauen und Diabetikerinnen. Auch eine familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko, in den Wechseljahren an Bluthochdruck zu erkranken. Ärzte empfehlen, ab dem 45. Lebensjahr auch ohne akute Beschwerden den Blutdruck zweimal jährlich kontrollieren zu lassen.

Bluthochdruck in den Wechseljahren: Therapie und gesunder Lebensstil

Wird die Diagnose Bluthochdruck gestellt, verordnen Ärzte in der Regel Betablocker oder ACE-Hemmer. Nur mit Medikamenten ist der Krankheit allerdings nicht beizukommen. Auch der Lebensstil muss gegebenenfalls geändert werden. Übergewichtige Frauen etwa, die einige Kilo abnehmen, erreichen dadurch einen ähnlichen Effekt wie durch ein blutdrucksenkendes Medikament. Neben einem Zuviel an Gewicht erhöhen auch Rauchen und Alkohol den Blutdruck – auf beides sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Wer Bluthochdruck in den Wechseljahren vermeiden will, tut sich mit leichtem Ausdauersport etwas Gutes. Bereits vier wöchentliche Spaziergänge von jeweils zehn Minuten können den Bluthochdruck dauerhaft positiv beeinflussen.

Wie hoch darf ein Bluthochdruck in den Wechseljahren überhaupt sein?

120/80 – diese Werte sind optimal und gewährleisten, dass alle Organe einwandfrei versorgt werden können. Von einem normalen Blutdruck spricht man bei 130/90. Einen milden Bluthochdruck diagnostiziert der Arzt bei 160/100. Auch wenn dieser Wert noch keine Schäden mit sich bringt, sollte er ärztlich behandelt werden. Ein mäßiger Bluthochdruck hingegen kann bereits Veränderungen in den Blutgefäßen und an der Netzhaut sowie leichte Herz- oder Nierenbeschwerden mit sich bringen – der Wert liegt hier bei etwa 180/110. Werte, die noch höher sind, zeigen einen schweren Bluthochdruck an, der zu sehr ernsten Organschäden und Folgeerkrankungen führen kann.

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