Blutdruck messen: Nicht blind auf den Arzt verlassen!

Vorsicht, der Blutdruck treibt oft Schabernack

Gesunde Blutgefäße sind unbezahlbar. Daher sollten wir alle unseren Blutdruck kennen, damit das Herz-Kreislauf-System nicht leidet und krank wird. Handeln heißt es, wenn der Arzt Werte von 140 / 90 mmHg und höher misst. Doch Achtung! Eine Messung allein reicht nicht aus, um Klarheit zu bekommen. Das hat jetzt eine US-amerikanische Studie herausgefunden.

Wie Forscher nachweisen konnten, schwanken die Blutdruck-Werte tagsüber stark, somit auch in der Arztpraxis. Rund 15 Prozent der Teilnehmer hatten beim Arzt viel niedrigere Werte als in einer nachfolgenden Langzeit-Messung. Bei dieser trägt der Patient das Messgerät mehrere Stunden am Körper. Dieses kuriose Phänomen heißt maskierter Blutdruck. Daneben gibt es noch den Weißkittel-Effekt. Hier ist das Gegenteil der Fall. Die Werte sind höher, weil der Patient aufgeregt ist. Wie die Deutsche Hochdruckliga (DHL) erklärt, sind mindestens drei Arzt-Messungen an zwei verschiedenen Tagen nötig, um herauszufinden, wie es tatsächlich um den Blutdruck steht. Darüber hinaus sollten noch jene Werte berücksichtigt werden, die Patienten selbst zu Hause messen. Reicht das nicht aus, ist noch die zusätzliche Langzeitkontrolle sinnvoll.

Benutzen Sie ein zuverlässiges Messgerät

Wer selbst misst, sollte darauf achten, dass das Gerät exakt arbeitet. Eine Orientierungshilfe beim Kauf bietet das Prüfsiegel der Hochdruckliga. Dieses haben bereits die folgenden Produkte erhalten: Aponorm Professionell Touch, Beurer BM 28 und Omron RS2. Eine ausführliche Liste gibt es hier online. Es stellt sich zudem die Frage: Kann die digitale Vernetzung nicht auch in diesem Bereich genutzt werden? Das heißt konkret: Das Messgerät sendet die Daten automatisch zum Arzt. Dort werden sie mit Grenzwerten verglichen. Sind die Werte zu hoch, wird der Patient benachrichtigt. Gerade ist das neue europäische Projekt EUSTAR gestartet, in dem der Nutzen einer solchen Vernetzung überprüft wird. Die Hoffnung: Sie trägt dazu bei, Behandlungsergebnisse zu verbessern und Klinikaufenthalte zu verhindern.

Eine Innovation sind ferner Gesundheits-Apps fürs Smartphone, die den Blutdruck anzeigen. Doch nicht immer ist klar, ob sie sich an den Leitlinien für Ärzte orientieren und ob die Daten geschützt sind. Daher plant die Hochdruckliga ein Zertifikat. Wann es die ersten Apps tragen, steht noch nicht fest.

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