Die Homöopathie-Hausapotheke: Heilen auf sanfte Art

Wirkt die Alternativ-Medizin tatsächlich?

Immer mehr Menschen vertrauen dieser Alternativ-Medizin. Dabei werden die Heilungskräfte des menschlichen Körpers aktiviert.

Weil sich immer mehr Patienten sanfte Therapien ohne Nebenwirkungen wünschen, gewinnt die Homöopathie seit Jahren immer mehr Anhänger – allen Zweifeln zum Trotz. Wer heilt, hat recht, lautet das berühmte Zitat von Hippokrates, dem Begründer der wissenschaftlichen Medizin. Und Homöopathie heilt, sagen Ärzte und Patienten. Wir sprachen mit dem Allgemeinmediziner Dr. Markus Wiesenauer darüber.

Wie funktioniert denn die Homöopathie?
Ganz einfach – die Mittel aktivieren die Selbstheilungskräfte des Körpers, das Immunsystem wird dazu angeregt, die eingedrungenen Erreger zu bekämpfen und zu vernichten. Das kann man gut beobachten bei Krankheiten wie einer Erkältung oder einer Harnwegsinfektion.

Es wird immer wieder gesagt, das funktioniert nicht …
Ach ja … Es stimmt, man kann die Wirkung nicht im Reagenzglas nachweisen. Aber die Homöopathie wirkt! Sie wirkt bei Säuglingen mit Fieber zum Beispiel – und Babys wissen nichts von Globuli oder Schulmedizin. Genauso bei Tieren. Hunde oder Pferde werden höchst erfolgreich mit Globuli behandelt, zum Beispiel bei Osteoporose. Und Tiere können ja nun wirklich nicht unterscheiden, was sie an Medizin kriegen.

Bei welchen Krankheiten helfen Globuli am besten?
Natürlich kann ich einen Diabetes oder eine Krebserkrankung nicht mit Globuli behandeln, das ist ganz klar. Aber man kann zum Beispiel die Nebenwirkungen der chemischen Medikamente damit lindern. Die Homöopathie wirkt sehr gut bei Heuschnupfen und bei vielen chronischen Krankheiten – nämlich dann, wenn die Selbstheilungskräfte funktionieren. Es gibt eine zehnjährige Studie zu Heuschnupfen, die ganz klar die Wirkung der Homöopathie belegt.

Wie viele homöopathische Mittel gibt es denn?
Inzwischen haben wir rund 2.000 verschiedene Mittel zur Verfügung. ich als Arzt habe gut 300 bis 400 Medikamente zur Verfügung, die ich verschreibe. Für die Selbstmedikation reichen aber schon fünf Substanzen, die so gut wie alles abdecken. Das sind Aconitum D6 bei Fieber, Belladonna D6 bei fieberhaften Mittelohr- und Halsentzündungen, Cantharis D6 bei Harnwegsinfekten, Chamomilla D12 bei krampfhaften Schmerzen wie der Monatsregel sowie Rhus toxicodendron D12 bei akuten Schmerzen und starker Überlastung des menschlichen Bewegungsapparates.

Was bedeuten eigentlich die Potenzen?
Homöopathische Mittel enthalten Stoffe aus Pflanzen, Tieren oder der Erde. Diese Stoffe werden verarbeitet. Etwa Bienengift, das wird stufenweise dynamisiert, verliert so die Giftigkeit und allergisches Potenzial. So wird daraus eine Arznei, die das Immunsystem in Gang setzt. D6 bedeutet, dass das Mittel sechs Mal verarbeitet wurde, D12 zwölf Mal. Je höher die Potenz, desto stärker.

Wie schnell wirken homöopathische Mittel?
Chronische Krankheiten kann man nicht wegzaubern, aber nach einigen Tagen ist schon eine Besserung zu spüren. Wenn man die nahende Erkältung spürt, sollte man sofort mit der Einnahme beginnen, denn dann ist das Mittel wirksamer. Dasselbe gilt bei Heuschnupfen: je früher, desto besser. Bei den ersten Symptomen Galphimia glauca einnehmen, das lindert die Allergie.

Kann man mehrere Mittel gleichzeitig nehmen?
Das würde ich nicht unbedingt empfehlen. Es wird oft gesagt, die Homöopathie habe keine Nebenwirkungen, aber das stimmt so nicht. Man sollte die Mittel nicht wild durcheinander nehmen, denn dann können sich die Symptome verschlimmern oder die Wirkung der Medikamente hebt sich auf. Und man sollte sie auch nicht länger als drei oder vier Wochen nehmen. Viele Gegner der Homöopathie kritisieren ja auch, dass ein Mittel überhaupt nicht wirkt. Das kann passieren, aber dann liegt das daran, dass ich als Arzt das falsche Medikament verschrieben habe. Dann muss ich da noch mal ganz vorn anfangen.