Hitzewallungen in den Wechseljahren: Das hilft!

Helfende Hausmittel und Therapiemöglichkeiten, die Linderung versprechen

Die Körpertemperatur erhöht sich in Sekunden und eine unangenehme Wärme breitet sich über den Oberkörper, Hals und Gesicht aus – eine Hitzewallung ist im Gange. Für Frauen ab 45 Jahren sind Hitzewallungen in den Wechseljahren eine der häufigsten Begleiterscheinungen. Wir klären Sie auf, wie Sie damit besser umgehen können.

Das Auftreten von Hitzewallungen in den Wechseljahren

Rund 90 Prozent aller Frauen kommen in ihren Wechseljahren mit Hitzeschüben in Berührung. Am häufigsten treten sie am Anfang der Menopause auf und nehmen danach wieder ab. Oftmals verschwinden die Hitzewallungen gar nach ein bis zwei Jahren. Bis zu 20 Mal am Tag können diese Schübe auftreten, dauern meist einige Minuten an und variieren in ihrem Ausmaß von Frau zu Frau. Angekündigt wird die Wallung meist durch ein Druckempfinden im Kopf und einem leicht schwankenden Unwohlsein, ehe Wärmewellen den Körper durchfluten. Hitzewallungen in den Wechseljahren entstehen, wenn sich Blutgefäße ausweiten und äußere Körperregionen mehr durchblutet werden. Hierdurch errötet die Haut, die Körpertemperatur steigt und es kommt zum Schweißausbruch. Sinkt die Körpertemperatur dann wieder, empfinden viele meist eine unangenehme Kälte. Einhergehend ist auch manchmal leichtes Herzklopfen, welches sich aber in der Regel gleich wieder beruhigt. Dabei handelt es sich nur um eine natürliche Reaktion des Kreislaufs. Es ist übrigens keine Seltenheit, dass Hitzewallungen auch in der Nacht auftreten und so den Schlaf rauben können.

Ursachen und mögliche Krankheiten

In den Wechseljahren treten die Hitzewallungen am häufigsten auf. Die Ursache ist laut Experten das erhöhte Ausschütten von Stresshormonen wie Adrenalin, was an einem gesunkenen Östrogenspiegel liegt. In der Menopause nimmt die Produktion des Sexualhormons Östrogen ab und es kommt zu einer Fehlsteuerung der Temperaturregulierung des Gehirns. Neben der Umstellung der Hormone gibt es noch weitere Faktoren, die Hitzewallungen in den Wechseljahren begünstigen können:

  • Stress und übermäßige Anstrengungen
  • Übergewicht
  • zu hohe Temperaturen im Schlafzimmer
  • falsche, zu warme Kleidung
  • kräftig gewürzte Speisen
  • schwer verdauliches Essen
  • Alkohol
  • Kaffee, Tee, koffeinhaltige Getränke

Hitzewallungen müssen jedoch nicht zwangsweise während der Menopause auftauchen. So können auch Medikamente oder Krankheiten Hitzeschübe verursachen. Durch antiöstrogene Medikamente beispielsweise kann die Vermehrung des Hormons ebenso ins Stocken geraten. Bei Mitteln gegen hormonempfindlichen Krebs wird der Körper in die Wechseljahre versetzt, wodurch auch jüngere Frauen unter den Hitzewallungen leiden können. 

Folgende Krankheiten können mit Hitzewallungen als Nebenwirkung einhergehen:

  • Bei Tumoren, insbesondere Karzinoiden entsteht der Krebs in hormonbildenden Zellen und geht oft mit Hitzeschüben einher.
  • Diabetes mit Unterzuckerung bringt häufig Schweißausbrüche mit sich.
  • Schilddrüsenüberfunktionen verursachen Wärmeempfindlichkeit, Hitzewallungen und schnelle Schweißausbrüche.
  • Auch durch allergische Reaktionen kann es zu Hitzeempfinden kommen.

Therapiemöglichkeiten und Tipps gegen Hitzewallungen

Um eine Krankheit auszuschließen, sollte ein Arzt zunächst die Wechseljahre bestätigen. Dazu muss er Zyklusschwankungen und Symptome erfragen und Geschlechtsorgane und Brüste untersuchen. Auch eine Blutuntersuchung wird häufig durchgeführt, um die Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone wie Östrogen, Progesteron, FSH und LH zu überprüfen. Dadurch lässt sich herausfinden, ob Sie bereits in den Wechseljahren sind, oder ob es andere Ursachen für die Hitzewallungen gibt. Um die Schübe zu behandeln, gibt es vielzählige Therapieoptionen. Umstritten sind Heilpflanzen, da deren Wirkung nicht komplett belegt ist. In Form von Tabletten soll zum Beispiel die Traubensilberkerze eine lindernde Wirkung bei Hitzewallungen in den Wechseljahren haben. Ebenso werden Salbei, Soja, Rotklee und Schafgarbe dagegen eingesetzt. Neben der Pflanzenheilkunde gibt es auch physikalische Therapieversionen. Fußbäder und Teilgüsse mit wechselhafter Temperatur und auch Moorbäder können sich als hilfreich erweisen. Akupunktur und wechselwarme Duschen sind weitere Behandlungsmethoden. Wenn das alles nicht hilft, bleibt noch eine HRT Hormonersatztherapie. Hierbei nehmen Sie regelmäßig Hormone zu sich, was jedoch mit einem Krankheitsrisiko einhergeht. Die Entscheidung sollte überlegt gefällt und mit dem behandelnden Arzt ausführlich besprochen werden. 

Es gibt neben den medizinischen Behandlungsmöglichkeiten auch einfache Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden, die Sie selbstständig vornehmen können:

  • Eine kühle Umgebung im Schlaf kann Hitzewallungen während der Wechseljahre verhindern und verringern. Benutzen Sie zudem am besten Bettwäsche aus Baumwolle.
  • Yoga, progressive Muskelentspannung und autogenes Training bauen Stress ab, welcher auch für Hitzeschübe sorgen kann. 
  • Menschen mit Übergewicht schwitzen ausgeprägter. Behalten Sie also Ihr Gewicht im Auge und versuchen, wenn nötig, überschüssige Pfunde zu verlieren.
  • Genügend Bewegung ist wichtig. Schon das Spazieren an der frischen Luft kann Abhilfe leisten.
  • Trinken Sie besonders am Abend weniger koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Tee.
  • Setzen Sie auf leicht verdauliche Speisen wie Gemüse, Obst, Salate und weniger herb gewürztes Essen.
  • Textilien aus reinen Naturfasern wie Baumwolle sind denen aus reinem Kunststoff vorzuziehen, da diese das Schwitzen verstärken können.
  • Halten Sie die richtige Kleidung parat, sodass auf die wechselnden Körpertemperaturen eingegangen werden kann. Beispielsweise können sie zwei luftige Oberteile tragen und bei Bedarf eines ausziehen.
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