Immer Müde: Was hilft gegen chronische Müdigkeit?

Alles über Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Fühlen Sie sich häufig ausgelaugt und würden sich am liebsten einfach hinlegen und das, obwohl sie gut geschlafen haben? Wir erklären Ihnen, welche Gründe das haben kann, was Sie dagegen tun können und ab wann sich ein Gang zum Arzt lohnt.

Warum sind Sie häufig müde?

Grundsätzlich ist Müdigkeit ein Schutzmechanismus, welcher Geist und Körper vor Überanstrengung bewahrt. Fühlen wir uns müde, deutet das darauf hin, dass unser Körper an einem Mangel an Schlaf, Bewegung, Sauerstoff oder Flüssigkeit leidet oder Abwehrkräfte gegen Krankheitskeime mobilisiert werden. Hierdurch fühlen wir uns antriebs- und kraftlos, sind unaufmerksamer und sogar schmerzempfindlicher sowie leichter reizbar. Geht gar nichts mehr, hilft nur noch Schlaf, denn dann regeneriert sich der Körper und sammelt Kraft. Zwischen sieben und neun Stunden sollten Sie in jeder Nacht schlafen. Doch auch mit ausreichendem Schlaf fühlen sich viele Menschen noch immer müde und leiden an einer sogenannten Tagesmüdigkeit. Diese erschwert nicht nur den Alltag, sondern kann auch gefährlich werden. 

Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Anhaltende Müdigkeit kann viele Ursachen haben, die nicht automatisch mit einem Mangel an Schlaf zusammenhängen. Dabei gibt es physische als auch psychische Faktoren, die Sie herausfinden sollten, um dagegen vorzugehen. 

Leiden Sie beispielsweise an einem Eisenmangel, kann es zu einer chronischen Blutarmut kommen. Dabei transportieren die roten Blutkörperchen nicht ausreichend Sauerstoff in die Zellen, wodurch Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten auftreten und das Immunsystem geschwächt wird. Laut Bundesärztekammer ist davon jede zweite Frau betroffen. Um Eisenmangel vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, genug Eisen über die Nahrung aufzunehmen. Lieferanten von Eisen sind beispielsweise Fleisch, Brot und Hülsenfrüchte. Auch ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Blutarmut führen, dessen häufigste Symptome Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und blasse Haut sind. Das Vitamin steckt insbesondere in tierischen Produkten wie zum Beispiel Käse, Eiern und Lachs. 

Sitzen oder liegen Sie den Großteil des Tages, kann dies auch ermüden. Ein Teufelskreis: da wir uns noch weniger bewegen wollen, wenn wir eh schon müde sind. Ausreichend Bewegung und sportliche Aktivitäten sind daher zu empfehlen. Forscher fanden heraus, dass zu wenig Trinken nicht nur Energie raubt, sondern auch den Schlaf verschlechtert. Achten Sie also darauf, die von der Bundesärztekammer empfohlenen eineinhalb bis zwei Liter an Flüssigkeiten pro Tag zu sich zu nehmen.

Viele Menschen greifen bei der Bekämpfung von allergischen Symptomen auf Antihistaminika zurück. Neben der eigentlichen Wirkung machen diese Medikamente aber auch müde, weshalb es sich empfiehlt, diese erst abends zu nehmen. Apropos abends: In den dunklen Monaten nehmen wir oftmals nicht ausreichend Sonnenlicht auf. Dies ist jedoch für eine Senkung der Produktion des Schlafhormons Melatonin wichtig. Gehen Sie also regelmäßig ins Freie. Dreißig Minuten pro Tag sollten Sie sich draußen aufhalten.

Wenn das alles noch nicht hilft, können Sie versuchen. durch den guten alten Mittagsschlaf Ihre Akkus wieder aufzuladen. Auch eine kalte Dusche am Morgen kann mehr Antrieb geben, da sie erfrischend auf den Kreislauf wirkt.

Wann Sie einen Arzt kontaktieren sollten

Wenn Sie bereits einiges probiert haben, jedoch noch immer keine Besserung in Sicht ist, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Müdigkeit kann ein Symptom folgender Krankheiten sein:

  • Fehlfunktion der Schilddrüse: Die Schilddrüse schüttelt Hormone aus, welche den Stoffwechsel regeln. Bei einer Unterfunktion bekommt der Körper zu wenig der Hormone Thyroxin und Trijodthyronin zugeführt. Dadurch senkt sich Ihr Puls, wodurch Sie ebenfalls müde werden. Auch eine Überfunktion kann ermüdend wirken, da die Zellen unnötig viel Sauerstoff verbrauchen. Ein Arzt misst Ihre Konzentration der Schilddrüsenhormone mit einem Bluttest und kann dann feststellen, ob eine Erkrankung vorliegt.
  • Diabetes: Das Hormon Insulin hilft Ihnen, Zucker aus dem Blut in Energie umzuwandeln. Bei Diabetes ist dieser Ablauf jedoch gestört und kann ebenfalls müde machen. Auch hier kann ein Bluttest mehr Auskunft geben.
  • Depression und andere psychische Ursachen: Ein Nebeneffekt von Depressionen ist eine ausgeprägte Antriebslosigkeit, bei der Sie sich am liebsten nur noch im Bett verkriechen möchten. Wenn sie unter einer andauernden, stark getrübten Stimmung leiden, sich leer fühlen und aufgrund vieler Gedanken nicht schlafen können, empfiehlt es sich, psychologische Hilfe aufzusuchen.
  • Schlafapnoe: Darunter versteht man Atemaussetzer im Schlaf. Diese werden durch Erschlaffen der Rachenmuskulatur erzeugt und führen zum Aufwachen oder dem Hochfahren von bestimmten Körperfunktionen. Ein Anzeichen, dass Sie hieran leiden, könnte ein trockener Mund sowie Kopfschmerzen und Schwindel nach dem Aufstehen sein.
  • Infektionskrankheiten: Infektionskrankheiten werden durch Erreger hervorgerufen und schwächen den Körper. Krankheiten wie Grippe, Drüsenfieber, Lungenentzündung aber auch Malaria und Aids weisen diese Symptome auf.
  • Krebs: Die meisten Krebsarten sind mit Müdigkeit und Schwäche verbunden. Das kann an den Symptomen liegen aber auch an der Behandlung wie zum Beispiel einer Chemotherapie.

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